Edelstahlbewehrung kommt dort zum Einsatz, wo Chloride, Feuchtigkeit oder besondere technische Anforderungen die Dauerhaftigkeit konventioneller Bewehrung beeinträchtigen können. Typische Anwendungen sind Tunnel- und Brückenbau, Parkhaussanierungen, Bodenplatten, Keller, Tiefgaragen sowie technisch sensible Bereiche in Krankenhäusern, Maschinenräumen und Leitwarten.

Korrosionsschutz mit Mehrwert

Was ist der Vorteil der Edelstahlbewehrung gegenüber konventioneller Stahlbewehrung?

Nichtrostender Betonstahl schützt insbesondere punktuell stark beanspruchte Bauteilzonen. So lassen sich Instandhaltungsintervalle verlängern und Folgekosten durch Reparaturen, Sperrungen oder Ersatzneubauten reduzieren.

Gestaltungsfreiheit und geringeres Gewicht

Beim Neubau kann die Betondeckung – abhängig von Werkstoff, Zulassung, Expositionsklasse und Bemessung – gegenüber konventioneller Bewehrung reduziert werden. Dies ermöglicht zusätzliche Gestaltungsspielräume und kann schlankere Bauteile sowie eine Optimierung von Betonvolumen und Eigengewicht unterstützen.

Die konkrete Auslegung erfolgt projektbezogen unter Berücksichtigung geltender technischer Regeln sowie der Anforderungen an Verbund, Dauerhaftigkeit und gegebenenfalls Brandschutz.

Einsatzbereiche der Edelstahlbewehrung

Edelstahlbewehrung eignet sich für Bauteile mit hoher Korrosionsbeanspruchung, Chloridbelastung oder besonderen technischen Anforderungen. Sie kann gezielt in exponierten Bereichen oder in Kombination mit Normalstahl eingesetzt werden.

Im Infrastruktur- und Brückenbau wird Edelstahlbewehrung unter anderem für Kappen, Widerlager und Schlepplatten eingesetzt. Das BAW-Merkblatt „Bau und Instandsetzung massiver Wasserbauwerke im Meerwasserbereich (MBM)“ enthält zudem Hinweise zum Einsatz von Betonstahl mit erhöhtem Korrosionswiderstand im Meerwasserbereich.

SÜLZLE Stahlpartner unterstützt - von der Planung bis zur Baustelle

SÜLZLE Stahlpartner unterstützt Architekten, Planer und ausführende Unternehmen bei der Umsetzung von Projekten mit Edelstahlbewehrung – von der Produktauswahl bis zur projektbezogenen Lieferung:

Unterstützung bei der Auswahl geeigneter und bauaufsichtlich zugelassener Werkstoffe sowie der Bestimmung intelligenter Bewehrungspläne

Verarbeitung von Biegelisten als PDF und BVBS-Dateien

Fertigung von Stäben, Bügeln und Sonderformen nach Plan

Kennzeichnung und Zusammenstellung für die Baustellenlogistik

Baustellenlieferung sowie Expresslösungen nach Absprache

Werkstoff, Bewehrungssystem und Verbindungstechnik werden abhängig von Expositionsklasse, Bemessung und bauaufsichtlichen Vorgaben ausgewählt. Für nichtrostenden Betonstahl mit erhöhtem Korrosionswiderstand bestehen produktbezogene Zulassungen und Genehmigungen.

Bei Zusendung der Biegeliste des konkreten Projektes als PDF oder ABS-Datei unterstützt SÜLZLE Stahlpartner bei der Produktauswahl, der Ausführung nach Plan sowie dem passenden Lieferkonzept.

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Das Sortiment von SÜLZLE Stahlpartner

Coils, Stäbe und Sonderformen

Coils, Stäbe und Sonderformen

Coils und Stäbe aus Edelstahl bilden die Basis dauerhaft korrosionsbeständiger Bewehrungslösungen. Sie sind in unterschiedlichen Werkstoffen, Durchmessern und Längen verfügbar und werden nach Bewehrungsplan oder Biegeliste zu Stäben, Bügeln und Sonderformen verarbeitet.

Edelstahlmatten

Edelstahlmatten eignen sich für korrosionsgefährdete Bereiche im Parkhausbau, bei Hangsicherungen und im Wegebau. Auch in magnetisch sensiblen Bereichen wie Laboren und Krankenhäusern bieten sie Vorteile.

Für die Hoesch Additiv Decke® besteht die Zulassung Z-26.1-44 für die Werkstoffe 1.4571, 1.4362 und 1.4482. Andere Edelstahlmatten sind nicht allgemein bauaufsichtlich zugelassen; ihre Verwendung ist im Einzelfall durch den Planer zu prüfen und freizugeben.

Hausmatten aus Bad Säckingen

Ab Lager sind eigene Edelstahlmatten aus Werkstoff 1.4482 verfügbar. Das Vormaterial entspricht B700B NR gemäß Zulassung Z-1.4-261. Die Verwendung ist projektbezogen durch den Planer freizugeben.

Technische Eigenschaften der Hausmatten:

Abmessung: 5.000 × 2.000 mm

Stabdurchmesser: 6 mm

Raster: 100 × 100 mm oder 150 × 150 mm

Ausführung: nicht gebeizt, Schweißpunkte teilweise sichtbar

Maßtoleranz: ± 2 cm

Andere Abmessungen, Stabdurchmesser und Werkstoffe sind aus Neuproduktion auf Anfrage möglich.

Schraubanschluss-System GripTec GTB für Bewehrungskombinationen

GripTec ermöglicht die kombinierte Anwendung von Normalstahl B500B und Top12 als B500B NR. Das System eignet sich für korrosionsgefährdete Bereiche mit Edelstahl- und Normalstahlbewehrung.

Zulassung: Z-1.5-133.

Geeigneter Bindedraht aus Edelstahl

Beim Einsatz von Edelstahlbewehrung sollte ein geeigneter Edelstahl-Bindedraht verwendet werden. Verfügbar sind:

Edelstahl 1.4301 (A2): Bindedrahtröllchen, 1,4 mm rund, 200 g; Verpackungseinheit 20 kg

Edelstahl 1.4404 (A4): Bindedrahtröllchen, 1,4 mm rund, 200 g; Verpackungseinheit 20 kg

Referenzbeispiel

Edelstahlbewehrung für die Westmole auf Helgoland

Die Westmole auf Helgoland schützt den Südhafen und damit die Lebensader der Felseninsel in der Deutschen Bucht. Damit die 563 Meter lange Schutzanlage auch künftig den enormen Kräften der Nordsee standhält, wird sie bis 2028 umfassend instandgesetzt und technisch modernisiert.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die hochkorrosionsbeständige Edelstahlbewehrung von SÜLZLE Stahlpartner. Seit September 2026 liefert die Niederlassung in Bad Säckingen im Auftrag der STEELTEC AG rund 2.500 Tonnen dieses Spezialstahls für das Küstenschutzbauwerk.

Zum Einsatz kommt Stahl der Güte 1.4003: nichtrostend, mit einem Chromgehalt von über 12 Prozent und speziell entwickelt für Bauteile mit hoher Chloridbelastung. Gerade in der besonders beanspruchten Spritzwasser- und Gezeitenzone bietet er eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit als konventioneller Betonstahl.

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