Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Bildungscampus Marianum Bregenz, Österreich
6900 Bregenz, Babenwohlweg 5, Österreich
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: bernado bader architekten Bernardo Bader Architekt ZT GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Babenwohlweg 5, 6900 Bregenz, Österreich
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
11.2024
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
11.845 m³
Bruttogrundfläche
3.254 m²
Nutzfläche
1.716 m²
Grundstücksgröße
16.488 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
11.000.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Mit dem Bildungscampus Marianum wird das bestehende Ensemble des historischen Knabenkonvikts in Bregenz behutsam weitergebaut und zu einem zeitgemäßen Bildungsstandort ergänzt. Die Bauaufgabe bestand darin, einen sechsgruppigen Kindergarten in das denkmalprägende Umfeld zu integrieren und zugleich eine identitätsstiftende Mitte für den gesamten Campus zu schaffen.
Ausgangspunkt des Entwurfs war die sorgfältige Analyse des Bestandes. Das fein austarierte Ensemble aus den Längsriegeln und der polygonalen Kapelle von Werner Pfeifer aus den 1960er-Jahren bleibt in seiner Struktur vollständig ablesbar. Der Neubau versteht sich nicht als Konkurrenz zum Bestand, sondern als präzise gesetzter Baustein, der die bestehende Großform nach Süden ergänzt und den bislang unvollständig gefassten Freiraum zu einem klar definierten Campushof stärkt. Dieser bildet heute die neue Mitte des Bildungscampus und verbindet die unterschiedlichen Nutzungen des Marianums zu einem lebendigen Ganzen.
Der Kindergarten reagiert sensibel auf seinen Kontext. Vielfältige Blickbeziehungen, durchlässige Wegführungen und ein fließender Übergang zum angrenzenden Wald schaffen eine enge Verbindung zwischen Architektur, Freiraum und Natur. Der Garten wird als erweiterter Lern- und Erlebnisraum verstanden und stärkt die Beziehung der Kinder zu ihrer Umgebung.
Die innere Organisation folgt einer klaren Struktur. Eine hofseitige „interne Straße“ dient als gemeinschaftlicher Aufenthalts- und Begegnungsort, während vorgelagerte Loggien als geschützte Übergangszonen zwischen Innenraum und Spielgarten wirken. Flexible Raumkonzepte unterstützen zeitgemäße pädagogische Ansätze und fördern eigenständiges Lernen, Begegnung und Inklusion.
Materialität und Konstruktion knüpfen an die Qualitäten des Bestandes an. Eine fein strukturierte Backsteinfassade vermittelt zwischen Alt und Neu und verleiht dem Gebäude Wärme und Maßstäblichkeit. Im Inneren prägen Klinker, Eichenholz, Sichtbeton und textile Oberflächen eine ruhige und hochwertige Atmosphäre. Die Räume bieten Kindern keine vorgefertigten Erlebniswelten, sondern einen robusten und inspirierenden Rahmen, der Kreativität, Aneignung und Selbstständigkeit ermöglicht.
So entstand ein atmosphärisch dichtes und zugleich animierendes Gebäude, das die Potenziale des Ortes mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Pädagogik verbindet und den Bildungscampus Marianum nachhaltig stärkt.
Beschreibung der Besonderheiten
Im Inneren sind die Kindergartenbereiche als überschaubare Gruppenverbände organisiert. Eine entlang der Hoffassade verlaufende „interne Straße“ verbindet sämtliche Nutzungseinheiten miteinander und dient nicht nur der Erschließung, sondern auch als gemeinschaftlicher Aufenthalts-, Spiel- und Lernbereich. Die großzügigen Fensteröffnungen schaffen dabei einen ständigen Bezug zum Campushof und erleichtern die Orientierung innerhalb des Gebäudes.
Den Gruppenräumen sind auf beiden Ebenen vorgelagerte Loggien zugeordnet, die als wettergeschützte Übergangszonen zwischen Innen- und Außenraum fungieren. Diese ermöglichen einen direkten Zugang zum Spielgarten und erweitern die pädagogischen Flächen um flexibel nutzbare Aufenthaltsbereiche im Freien. Innen- und Außenraum werden dadurch funktional eng miteinander verknüpft.
Besondere Bedeutung kommt der Vernetzung mit dem Bestand und den Freiräumen zu. Der Campushof verbindet die unterschiedlichen Nutzungen des Marianums und schafft einen gemeinsamen Ort der Begegnung. Gleichzeitig ermöglichen die vielfältigen Wegebeziehungen und Blickachsen eine intuitive Orientierung auf dem gesamten Campus. Der fließende Übergang vom Spielgarten in den angrenzenden Wald erweitert den pädagogischen Raum über die Grundstücksgrenzen hinaus und stärkt die unmittelbare Beziehung zur Natur.
Die räumliche Struktur unterstützt zeitgemäße pädagogische Konzepte durch flexible Nutzungsmöglichkeiten, gemeinschaftliche Bereiche und eine hohe Aufenthaltsqualität. So entsteht ein funktional durchdachtes Gebäude, das Lernen, Begegnung und individuelle Entwicklung gleichermaßen fördert.
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