Architekturobjekte


Begegnungsraum Moor / Paludikultur am Federsee

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Selina Clemens

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Selina Clemens

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

06.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzrahmenbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttogrundfläche

955 m²

 

Nutzfläche

660 m²

 

Verkehrsfläche

200 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Stellen Sie sich vor, wir könnten Gebäude bauen, die den Schaden am Klima nicht nur minimieren, sondern die Umgebung durch das Gebäude aktiv verbessern. Genau das steckt hinter der Idee für das neue Besucherzentrum am Federsee, und das Fundament dafür liefert das Konzept der Paludikultur.

Am Federsee soll ein neues Besucherzentrum entstehen, das die Touristeninformation, den NABU und das Federseemuseum an einem Ort bündelt und für die Gäste künftig der Anlaufpunkt ist.
Die unmittelbare Nähe des Besucherzentrums zum Moor macht das Einsetzen dieser Prinzipien unumgänglich, um diesen sensiblen Raum zu schützen. Schließlich ist das Moor das verbindende Element und der eigentliche Grund für die Existenz aller Beteiligten vor Ort. Ob das Naturschutzzentrum des NABU, das archäologische Federseemuseum, die Touristeninformation oder das Kurangebot .

Obwohl Moore weltweit nur etwa drei Prozent der Landfläche bedecken, binden sie im nassen Zustand doppelt so viel Kohlenstoff wie die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde zusammen. Sobald diese Böden jedoch für die herkömmliche Landwirtschaft entwässert werden, trocknet der Torf aus, und das gespeicherte CO₂ entweicht in die Atmosphäre. Um diesen Prozess zu stoppen, ist eine großflächige Wiedervernässung der Moorböden zwingend erforderlich. Damit Land- und Forstwirte ihre Flächen dennoch wirtschaftlich nutzen können, bietet die Paludikultur eine Alternative zur klassischen Ackernutzung.
Landwirte  pflanzen dabei Pflanzenarten  wie  Rohrkolben, Schilf oder Schwarzerle auf den nassen Böden. Die Paludi-Architektur schafft für diese Rohstoffe den  Marktanreiz:​ Durch die Nachfrage nach biobasierten Baustoffen wird die nasse Bewirtschaftung für die Betriebe finanziell lukrativ.

Von einem nassen Moor profitieren wir am Ende alle. Das Moor mildert Überschwemmungen, hält die umliegenden Gewässer sauber, indem er Schadstoffe herausfiltert. Gleichzeitig finden Tiere und Pflanzen dort ein Zuhause, und selbst für Medizin und Wellness liefert das Moor wertvolle Rohstoffe, etwa für die Wärmetherapien. Die Paludi-Architektur will deshalb die Häuser stattdessen auf Schraubfundamenten setzen, die in den Untergrund gedreht werden. Die Vegetation kann darunter ungestört weiterwachsen, das Moor bleibt absolut intakt  und setzt kein CO2  durch Fundamentarbeiten frei.
Weitere Baumaterialien  aus der Paludi-Reihe  tragen ebenso dazu bei, keine Wunde im Moor zu hinterlassen. 

Die Besucher können diese Materialien im Gebäude hautnah spüren, erleben und verstehen können. Der Moorschutz wird hier nicht nur theoretisch auf Infotafeln erklärt, sondern den Gästen direkt begreifbar gemacht. Wenn sie über die verschiedenen Oberflächen streichen, die Sichtfenster in die verschiedenen Wandschichten betrachten oder den natürlichen Duft der Rohstoffe wahrnehmen, wird die Verbindung zwischen nasser Landwirtschaft und der Architektur mit allen Sinnen erfassbar.

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