Webinar: Zirkuläres Bauen mit Lehm | Lehm erlebt eine Renaissance – als moderner, ressourcenschonender und vollständig kreislauffähiger Werkstoff. Im Webinar von Heinze und BauNetz zeigen Experten, wie der erste bauaufsichtlich zugelassene Lehmhochlochziegel tragendes Lehmsteinmauerwerk massentauglich macht – kostenneutral zu gebrannten Ziegeln und kompatibel mit gewohnten Bauabläufen. Praxisbeispiel: das Weißenhofforum Stuttgart.

Zirkuläres Bauen mit nicht gebrannten Lehmziegeln

Webinar: Bauen mit Lehm

Wie GIMA den Lehmbau massentauglich macht: Lehm erlebt eine Renaissance – nicht als nostalgischer Baustoff, sondern als moderner, ressourcenschonender und kreislauffähiger Werkstoff. Mit dem ersten bauaufsichtlich zugelassenen Lehmziegel-System bringt die Girnghuber GmbH (GIMA) tragendes Lehmsteinmauerwerk in die Breite. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt eindrucksvoll das Weißenhofforum in Stuttgart. Im Webinar wurde gezeigt, welche Möglichkeiten der neue Lehmziegel für Architektur und Planung eröffnet.

Lehm – ein uralter Baustoff neu gedacht

Mit Lehm wird seit Jahrtausenden gebaut – schon im alten Ägypten dokumentieren Grabmalereien detailliert die Herstellung von Lehmziegeln.

Was ist neu am GIMA-Lehmhochlochziegel?

Anfang 2025 wurde ein großer Meilenstein erreicht: Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilte GIMA die allgemeine Bauartgenehmigung für tragendes Lehmsteinmauerwerk im Dünnbettverfahren. Zugleich wurde dem GIMA-Lehmhochlochziegel die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung gemäß DIN 18945 mit der Nummer Z-17.6-1306 erteilt.

Der Lehmziegel ist dadurch für sämtliche Gebäude bis Gebäudeklasse 5 uneingeschränkt nutzbar und kann ebenso effizient verarbeitet werden wie herkömmliche Plansteine. Die bauaufsichtliche Zulassung schafft nun die Voraussetzung für die breite Anwendung – ohne Zustimmung im Einzelfall.

Der GIMA-Lehmhochlochziegel im Überblick

GIMA orientiert sich bewusst an etablierten Mauerziegelformaten, um die Umstellung auf der Baustelle zu minimieren.

Die Lehmsteine sind in drei Längen (247, 307, 372 mm) und fünf Breiten (115 bis 365 mm) bei einer einheitlichen Höhe von 249 mm verfügbar.

Nichttragende Innenwände: »LZ11« und »LZ17« (115 und 175 mm Breite)

Tragende Innen- und Außenwände: Formate mit 240, 300 und 365 mm Breite

Rohdichteklasse: 1,6

Druckfestigkeitsklassen: 3, 4 oder 5

Verarbeitet werden die Ziegel als Planziegelmauerwerk im Dünnbettverfahren mit dem ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel – analog zum Mauern mit konventionellen Baustoffen. Damit bleibt der Bauablauf für Verarbeitende vertraut und effizient.

Nachhaltigkeit als Kernargument

Der GIMA-Lehmhochlochziegel überzeugt in drei zentralen Nachhaltigkeitsdimensionen:

GIMA Nachhaltigkeitsdimensionen

GIMA Nachhaltigkeitsdimensionen © GIMA

CO₂-arme Produktion ohne Brennprozess

Nach der Formgebung trocknen die Lehmziegel bei ca. 80 °C in den Trockenkammern – der energieintensive Brennprozess entfällt komplett. Der Energiebedarf wird durch GIMA-eigene Photovoltaikanlagen sowie anlageninterne Wärmerückgewinnung gedeckt. Zudem wird auf bestehende Produktionsstraßen der Mauerziegelfertigung zurückgegriffen.

Vollständige Kreislauffähigkeit

In Kombination mit Lehmmörtel und Lehmputz lassen sich die Ziegel zu 100 % in den Rohstoffkreislauf zurückführen. Auch Bruch ist vollständig wiederverwertbar – aus alten Lehmwänden können neue Ziegel produziert werden. Nicht mehr ergiebige Lehmgruben werden unmittelbar renaturiert.

Gesundes Raumklima

Lehm reguliert die Raumfeuchtigkeit auf natürliche Weise und wirkt als Wärme- bzw. Kältespeicher. Da keine Schadstoffe freigesetzt werden, ist der Baustoff auch für Verarbeitende gesundheitlich vorteilhaft.

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