Würth Befestigungstechnik für Beton, Mauerwerk und Bestandsbau: Betonschrauben, Injektionsmörtel, nachträgliche Bewehrungsanschlüsse und RELAST Bauwerksverstärkung – inklusive digitaler Bemessung.

Befestigungslösungen für Beton, Mauerwerk und den Bestand

Befestigungssysteme von Würth im Überblick

Architekten und Planer benötigen Befestigungssysteme, die sicher bemessen, wirtschaftlich ausgeschrieben und zuverlässig umgesetzt werden können. Würth bietet dafür Lösungen für Verankerungen in Beton und Mauerwerk, nachträgliche Bewehrungsanschlüsse sowie die Verstärkung bestehender Tragwerke.

Das Sortiment umfasst universelle Dübel- und Injektionssysteme ebenso wie Speziallösungen für hohe Lasten, geringe Randabstände, anspruchsvolle Umgebungen und Sanierungen. Die Würth Technical Software unterstützt bei Auswahl, Bemessung und Dokumentation – inklusive Produktdaten, Zulassungen und relevanter europäischer Regelungen.

Viele Systeme sind vielseitig einsetzbar und reduzieren damit Auswahl- und Lageraufwand. So ist etwa der Kunststoff-Rahmendübel W-UR 8 für mehr als 90 Verankerungsgründe zugelassen. Das Injektionssystem WIT-VM 250 eignet sich für Beton, Mauerwerk und nachträgliche Bewehrungsanschlüsse.

Auch für spezielle Anwendungsfälle bietet die Würth Dübeltechnik geeignete Lösungen: Z.B. Produkte aus hochkorrosionsbeständigem Stahl für besonders aggressiven Umgebungsbedingungen in Straßentunneln, Schwimmbädern oder Meeresnähe und chemische Verbundmörtel, die extra für Verankerungen bei Minusgraden oder in Natursteinen entwickelt wurden.

Produktbeispiel Betonschraube und Verbundanker in einem System

Die WIT-Betonschraube

Die WIT-Betonschraube (WIT-BS) kombiniert die Vorteile von Betonschrauben mit denen von Verbundankern. Sie ist schnell montiert und kann sofort belastet werden, bietet aber auch sehr hohe Lastwerte und kleine Randabstände. Mit ihr können gerade in den Wintermonaten im Außenbereich abgedichtete Dübellöcher realisiert werden, ohne die Aushärtetemperaturen /–zeiten von Verbundankern beachten zu müssen.

Beim Eindrehen schneidet sich die Schraube das Gewinde in den Beton, während gleichzeitig der vorher eingebrachte Mörtel über den Ringspalt nach außen gepresst wird. Das Lastniveau, welches über das Schraubengewinde übertragen werden kann, ist von Anfang an voll nutzbar. Die Montagearbeiten können damit umgehend fortgesetzt werden.

Typische Einsatzbereiche

Befestigung von

Metall- und Holzkonstruktionen

Konsolen und Geländer

Abhängungen bei Rohrleitungen und Kabeltrassen

Bei hohen Lastanforderungen in gerissenem oder ungerissenem Beton

Für Außenanwendungen und Bauabläufe bei niedrigen Temperaturen

Das System ist für Beton der Festigkeitsklassen C20/25 bis C50/60 einsetzbar. Der Betonschraubenmörtel WIT-BS kann bei Temperaturen im Verankerungsgrund von –5 °C bis +35 °C verarbeitet werden. Die Aushärtezeit ist dabei abhängig von Temperatur und Feuchtezustand des Betons.

Besonderheiten

variable Verankerungstiefen

Durchsteck- und Vorsteckmontage möglich

Varianten: mit Sechskantkopf oder als Stockschraube

schnelle Montageabläufe und frühzeitige Teilbelastung

hohe Lastwerte nach vollständiger Aushärtung

Anwendung in gerissenem und ungerissenem Beton gemäß Systemnachweis

Feuerwiderstandsklasse gemäß Produktunterlagen von R30 bis R120

abdichtende Wirkung des ausgehärteten Mörtels im Bohrloch

Mehr Informationen zu WIT-Betonschraube

Broschüre BETONSCHRAUBE W-BS

Produktbeispiel Injektionsmörtel WIT-PE 1000

Für Schwerlastbefestigungen und nachträglich eingemörtelte Bewehrungsanschlüsse (REBAR)

Der Injektionsmörtel WIT-PE 1000 ist ein Pure-Epoxy-System für anspruchsvolle Verankerungen in Beton und für nachträglich eingemörtelte Bewehrungsanschlüsse, auch als REBAR bezeichnet. Er eignet sich insbesondere für große Verankerungstiefen, größere Bohrlöcher und Anwendungen bei höheren Temperaturen.

Bei nachträglichen Bewehrungsanschlüssen wird im Bestand ein Bohrloch hergestellt, mit Injektionsmörtel verfüllt und anschließend ein Bewehrungsstab eingesetzt. Nach dem Erhärten kann das neue Bauteil angeschlossen beziehungsweise anbetoniert werden. Die konkrete Bemessung richtet sich nach der jeweiligen Europäischen Technischen Bewertung, dem Lastfall und den projektspezifischen Randbedingungen.

Geeignete Anwendungsfälle

nachträgliche Bewehrungsanschlüsse durch Verankerung oder Übergreifungsstoß

Schwerlastbefestigungen in Beton

Erweiterungen und Aufstockungen von Bestandsgebäuden

konstruktive Ergänzungen bei Umbau- und Sanierungsprojekten

Anschlüsse zwischen Bestands- und Neubau

Produktbeispiel RELAST-System

RELAST: Bauwerke wirtschaftlich verstärken statt ersetzen

Mit dem RELAST-System lassen sich bestehende Stahlbetonbauteile nachträglich verstärken. Das Verfahren nutzt Verbundankerschrauben in Kombination mit Injektionsmörtel, um eine kombinierte mechanische und stoffschlüssige Tragwirkung zu erzielen.

RELAST ist für Projekte relevant, bei denen sich die Nutzung eines Gebäudes ändert, zusätzliche Lasten auftreten oder die Tragreserven eines bestehenden Bauteils gezielt erhöht werden sollen. Typische Gründe sind Umnutzungen, geänderte normative Anforderungen, steigende Verkehrs- oder Nutzlasten, Alterung, Korrosion oder Planungsdefizite im Bestand.

Vorteile des RELAST-Systems

nachträgliche Verstärkung bestehender Betonbauteile

Effizientestes Verstärkungssystem mit bauaufsichtlicher Zulassung

Sofortige Belastbarkeit

Robustes Tragverhalten im Lastfall Brand

Eingriff in die Bestandskonstruktion kann auf das erforderliche Maß begrenzt werden

Montage kann – abhängig vom Projekt und Sicherheitskonzept – bei laufender Nutzung erfolgen

sofortige Tragfähigkeit nach Montage gemäß System- und Projektvorgaben

Deutliche Traglaststeigungen der Querkraft- (bis zu 100 %) und der Durchstanztragfähigkeit (bis zu 40 %) bei geringer Anzahl von Verstärkungselementen

Einsatz für dynamisch belastete Tragwerke möglich

Alternative zu aufwendigem Rückbau oder Ersatzneubau

Für die RELAST Verbundankerschraube bestehen allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen beziehungsweise allgemeine Bauartgenehmigungen. Die Zulassung Z-15.1-344 betrifft die Anwendung als nachträglich verankerte Querkraftbewehrung mit Durchmessern von 16 und 22 mm.

Für die Anwendung als nachträglich verankerte Durchstanzbewehrung ist die DIBt Zulassung Z-15.1-345 maßgeblich.

Digitale Bemessung mit der Würth Technical Software

Die Würth Technical Software unterstützt Planer bei der Auswahl und Bemessung von Befestigungssystemen in Beton und Mauerwerk. Sie bündelt laut Hersteller unter anderem Produktinformationen, technische Dokumente und Zulassungen und erleichtert damit die projektspezifische Auswahl geeigneter Verankerungsmittel.

Relevante Punkte zur Planung der Befestigungstechnik

Verankerungsgrund und Betonfestigkeitsklasse

gerissener oder ungerissener Beton

Zug-, Quer- und kombinierte Lasten

Rand- und Achsabstände

Bauteildicke und Verankerungstiefe

Brandschutz- und Korrosionsanforderungen

Montagebedingungen, Temperatur und Feuchte

Einzelbefestigung oder Mehrfachbefestigung

gültige ETA, Zulassung oder Bauartgenehmigung

Die Software ersetzt nicht die fachliche Prüfung durch die verantwortliche Tragwerksplanung. Besonders bei Bauwerksverstärkungen, dynamischen Einwirkungen, Brandschutzanforderungen oder komplexen Befestigungsgeometrien ist ein projektspezifischer Nachweis erforderlich.

Download der Würth Technical Software

In der Würth Dübelbemessungssoftware lässt sich schnell und einfach das passende System finden. Sobald im Verankerungsgrund eine Nutzungsdauer von 100 Jahren ausgewählt wird, zeigt die Software direkt die passenden Ankerstangen/Gewindestange in Verbindung mit dem Injektionsmörtel.

Die Dübelbemessungssoftware ist Teil der kostenfreien Würth Technical Software.

Ergänzende Fachbeiträge von Würth

Ergänzende Fachbeiträge zu den Themen

Energetische Bewertung von Vorwandmontagesystemen

Tragverhalten nachträglicher Bewehrungsanschlüsse im Brandfall

Zugversuche an Injektionsankern im Mauerwerk

Ergänzende Fachbeiträge zu den Themen

Holzlamellenfassade als abstrakter Wald

Erbebensichere Befestigungen

Einbruchhemmung an Fenstern in Ziegelmauerwerk

Planungsfragen kompakt

Welches Befestigungssystem eignet sich – Betonschraube, Verbundanker oder Injektionssystem?

Die Wahl richtet sich nach Lastniveau, Untergrund, Randbedingungen und Montageablauf, da die Systeme Lasten unterschiedlich einleiten. Betonschrauben ermöglichen eine schnelle Montage bei kompakten Geometrien, Verbund- und Injektionssysteme eignen sich für hohe Lasten, große Verankerungstiefen und nachträgliche Bewehrungsanschlüsse.

Wie wird bei Mauerwerk das passende Befestigungssystem gewählt?

Entscheidend sind Steinart, Lochbild, Festigkeit, Fugenlage und Randabstände, da Voll-, Lochsteine und Porenbeton stark streuen. In Lochsteinen sind Injektionssysteme mit Hülse meist geeigneter als Standarddübel; bei unklarem Bestandsmauerwerk sichern Auszugsversuche die Annahmen ab, ersetzen aber keinen Nachweis.

Was ist bei Rand- und Achsabständen von Verankerungen im Beton zu beachten?

Rand- und Achsabstände sind oft der begrenzende Faktor, da nicht der Stahl, sondern Betonausbruch oder Spalten versagt. Katalog- und Maximaltraglasten gelten nur innerhalb der zugelassenen Randbedingungen; bei knappen Abständen oder dünnen Bauteilen ist ein systembezogener Nachweis nach ETA erforderlich.

Was ist bei gerissenem Beton und unbekanntem Bestandsbeton zu beachten?

Bei Zugzonen oder nicht auszuschließender Rissbildung dürfen nur Systeme mit Nachweis für gerissenen Beton verwendet werden. Im Bestand sind vor der Bemessung Bewehrung, Bauteildicke und Betonzustand zu erkunden; bei Unsicherheiten ist ein konservativer Ansatz mit ergänzenden Prüfungen erforderlich.

Wann ist ein nachträglicher Bewehrungsanschluss zulässig und wie unterscheidet er sich vom Dübel?

Ein nachträglich eingemörtelter Bewehrungsstab wirkt als Teil des Stahlbetontragwerks und darf nicht wie ein Schwerlastanker bemessen werden. Die Bemessung als Verankerung oder Übergreifungsstoß erfolgt nach der jeweiligen Zulassung, abhängig von Verankerungslänge, Stabdurchmesser, Betondeckung, Risszustand und Brandanforderungen.

Wie werden Brandanforderungen für Befestigungen nachgewiesen?

Brandschutzrelevante Befestigungen benötigen einen eigenen Nachweis für den Brandfall, da Stahl und Verbundmörtel mit steigender Temperatur an Tragfähigkeit verlieren. Feuerwiderstandsklassen wie R30 bis R120 gelten nur innerhalb der dokumentierten Systemgrenzen und der geprüften Einbaukonfiguration.

Was ist bei chemischen Verankerungen zur Vermeidung von Montagefehlern zu beachten?

Die Tragfähigkeit der Verankerung hängt stark von der korrekten Montage ab; häufige Fehler sind unzureichende Bohrlochreinigung, falsche Bohrgeometrie, Feuchte, ungeeignete Temperatur und zu frühe Belastung. Temperaturbereich, Feuchtezustand, Reinigungsverfahren und Aushärtezeiten müssen bereits in der Planung berücksichtigt werden.

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