Stahl-Glas-Fassaden – transparent, tragfähig und nachhaltig

Technische Informationen und Anwendungsbeispiele/Referenzen Stahl-Glas-Fassaden

Stahl-Glas-Fassaden ermöglichen transparente Gebäudehüllen mit hoher technischer Leistungsfähigkeit und architektonischer Präzision. Im Vergleich zu Aluminium-Glas-Fassaden weisen Stahltragwerke bei gleicher statischer Beanspruchung in der Regel höhere Tragreserven auf. Dadurch können kleinere Profilquerschnitte realisiert werden. Das führt zu schlankeren Ansichtsbreiten, größeren Spannweiten und einem erhöhten Glasanteil in der Fassade. Insbesondere bei mehrgeschossigen Konstruktionen oder hohen Windlasten ergeben sich konstruktive Vorteile.

Das Tragverhalten von Stahl ist gut berechenbar und weist im Brandfall definierte Materialkennwerte auf. In Abhängigkeit von der geforderten Feuerwiderstandsdauer lassen sich geeignete Maßnahmen wie brandschutztechnische Bekleidungen oder konstruktive Dimensionierungen vorsehen. Dies unterstützt eine integrale Planung zwischen Tragwerkskonzept, Fassadentechnik und Brandschutz.

Neubau Alea Park, Fertigstellung 2023, Bad Orb

Neubau Alea Park, Fertigstellung 2023, Bad Orb

Aus der Serie Stahl-Glas-Fassaden von Lamparter

Neubau Alea Park, Fertigstellung 2023, Bad Orb © Ken Achluchtmann

Stahl ist ohne Qualitätsverlust recyclingfähig. Für Baustahl bestehen etablierte Rücknahme- und Wiederverwertungssysteme. Der hohe Recyclinganteil und die sortenreine Trennbarkeit der Bauteile wirken sich positiv auf die ökologische Bewertung aus. Im Rahmen von Lebenszyklusanalysen können Stahl-Glas-Fassaden bei entsprechender Planung robuste und langlebige Lösungen darstellen.

Je nach Projektanforderung kommen unterschiedliche Konstruktionsprinzipien zum Einsatz. Dazu zählen klassische Pfosten-Riegel-Systeme, elementierte Fassaden, Sonderkonstruktionen mit dreidimensionalen Geometrien oder konstruktive Glaslösungen auf Stahlunterkonstruktionen. Auch Kombinationen mit Massiv- oder Holzbau sind technisch umsetzbar. Die Systemwahl orientiert sich an statischen Erfordernissen, bauphysikalischen Anforderungen sowie an Montage- und Wartungskonzepten.

: Neubau Balnova, Fertigstellung 2024, Bad Orb

: Neubau Balnova, Fertigstellung 2024, Bad Orb

Aus der Serie Stahl-Glas-Fassaden von Lamparter

: Neubau Balnova, Fertigstellung 2024, Bad Orb © Ken Achluchtmann

Unterschiedliche Verglasungsarten – beispielsweise Wärmeschutz-, Sonnenschutz- oder Schallschutzverglasungen – können integriert werden. Ebenso lassen sich funktionale Elemente wie Türen, öffenbare Flügel, Lüftungskomponenten oder Verschattungssysteme systemkompatibel einbinden. Schnittstellen zu Gebäudeautomation und technischen Gewerken sind frühzeitig zu koordinieren, um eine dauerhafte Funktionssicherheit zu gewährleisten.

Durch einen hohen Vorfertigungsgrad können Fertigungsqualität und Maßgenauigkeit verbessert werden. Modul- oder Elementbauweisen ermöglichen verkürzte Montagezeiten und eine reduzierte Witterungsabhängigkeit auf der Baustelle. Dies ist insbesondere bei innerstädtischen Projekten oder bei laufendem Betrieb im Bestand von Bedeutung.

Stahl-Glas-Fassaden eignen sich sowohl für Neubauten als auch für Umbauten, Aufstockungen oder Erweiterungen im Bestand. Aufgrund der hohen Tragfähigkeit können bestehende Strukturen häufig weitergenutzt oder gezielt ergänzt werden. Die Planung erfordert eine enge Abstimmung zwischen Architektur, Tragwerksplanung, Bauphysik und ausführenden Unternehmen, um technische, gestalterische und wirtschaftliche Anforderungen in Einklang zu bringen.

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