Kimm GmbH & Co. KG
Waberner Str. 39
34590 Wabern
Deutschland
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Technische Informationen
Eigenschaften
Druckfestigkeitsklasse ab 3 (≈ 3–5 N/mm², die konkrete Klasse ist produkt- und lieferabhängig, siehe Produktabschnitte); Anwendungsklasse II, Rohdichte ≈ 2,2 kg/dm³, λ ≈ 1,3 W/(m·K)
Baustoffklasse A1 nach DIN 4102-1, Diffusionswiderstand μ ≈ 5–10, keine messbare Radonabgabe
niedriger Primärenergiebedarf (Herstellung, gemäß EPD); vollständig recycelbar, sofern sortenrein und ohne stabilisierende Zusätze (ungebrannt, rückbefeuchtbar)
Raumklima: hohe thermische Masse, hygroskopische Feuchteregulierung, guter sommerlicher Wärmeschutz (Phasenverschiebung durch hohe Speichermasse) und Schallschutz durch hohe Rohdichte
Material und Verarbeitung
Zusammensetzung: Baulehm + natürliche Gesteinskörnung, industriell formgepresst, sehr maßhaltig und verformungsstabil
Formate: 2 DF, 3 DF, 4 DF, 6 DF bis 16 DF. Plansteine mit Nut-Feder-System, Dornen ab 6 DF, Verkleben mit Lehmdünnbettmörtel, Vermauerung von Hand oder mit Hebewerkzeugen/Versetzhilfe
Lagerung trocken, unbegrenzt möglich, Bruchquote < 7 %
Verarbeitung nach Conclay-Verarbeitungsrichtlinie, Bemessung nach DIN 18940, Forschung und Qualitätssicherung im DBU-Projekt inkl. großformatiger Fertigung mittels hydraulischer Presse
Lehmblocksteine – Verarbeitung von Hand
Klassische Lehmvollsteine für die manuelle Vermauerung:
Formgepresst und normgerecht nach DIN 18945, robust und maßhaltig
Druckfestigkeit > 4 N/mm² (Klasse 4), Rohdichteklasse 2,2 (weitere Festigkeitsklassen auf Anfrage möglich)
Baustoffeigenschaften: hohe Diffusionsfähigkeit, Regulierung von Feuchtigkeit, Unterstützung eines ausgeglichenen Raumklimas
Lehmplansteine – Verarbeitung mit Versetzhilfe
Großformatige Lehmsteine mit Nut-und-Feder-System für rationelle Bauweise:
Maßgenau industriell gefertigt, präzises Mauerbild durch Pressform
Formate bis 16 DF, Verarbeitung mit Kran oder Versetzhilfe
Vermauerung im Dünnbettverfahren mit Lehmdünnbettmörtel für schmale Fugen und zügige Verarbeitung
Druckfestigkeit > 4 N/mm² (Klasse 4), Rohdichteklasse 2,2 (weitere Festigkeitsklassen auf Anfrage möglich)
Technische Kennwerte: Anwendungsklasse II, Wärmeleitfähigkeit λ ≈ 1,3 W/(m·K), Baustoffklasse A1 nach DIN 4102-1
Bauphysikalische Eigenschaften: hohe Wärmespeichermasse, Schallschutz, Regulierung von Raumluftfeuchte, geringer Primärenergiebedarf
Zusammenfassung der Eigenschaften
Normgerecht und für tragendes Mauerwerk bis Gebäudeklasse 4 (~13 m Höhe) einsetzbar
Großformate ermöglichen rationelle Bauweise mit Kran und Dünnbettmörtel
Baustoff mit hygroskopischer Feuchtepufferung
Hohe Druckfestigkeit, nicht brennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102-1), belastbare bauphysikalische Werte
Praktische Erprobung im zweigeschossigen Demonstrationsgebäude mit Lehmsteinen und Lehmplanelementen
Übersicht der Umwelteigenschaften
Eigenschaft | Beschreibung |
Materialbasis | Natürliches Material (Baulehm, Gesteinskörnung) |
Radonbelastung | Keine messbare Radonabgabe |
Recyclingfähigkeit | Vollständig wiederverwertbar |
Energieverhalten | Hohe thermische Speichermasse, unterstützt gleichmäßiges Raumklima |
Feuchteregulierung | Hygroskopisch, reguliert Raumluftfeuchte |
Wärmeschutz | Wirksam gegen sommerliche Überhitzung |
Schallschutz | Guter Schallschutz durch Materialdichte |
VIDEO: Weiterbildung im Lehmbau - Ingenieurseminar MFPA Weimar
Impressionen, Anwendungen

Rationelles Versetzen von Großformaten mit der Versetzhilfe
Aus der Serie Formgepresste Lehmsteine für witterungsgeschütztes Außen- und Innenmauerwerk von Kimm
Rationelles Versetzen von Großformaten mit der Versetzhilfe
Planungswissen kompakt
Welche Druckfestigkeitsklassen sind für tragendes Lehmsteinmauerwerk zulässig?
Tragendes Lehmsteinmauerwerk nach DIN 18940 setzt mindestens Druckfestigkeitsklasse 2 voraus; für witterungsgeschützten Außenbereich (Anwendungsklasse II) gelten erhöhte Anforderungen. Conclay-Steine werden in Klasse 3 bzw. 4 geliefert.
Wie ist die Feuchteregulierung von Lehmsteinen im Außenmauerwerk zu bewerten?
Lehmsteine sind hygroskopisch und regulieren die Raumluftfeuchte durch Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit. Im witterungsgeschützten Außenmauerwerk unterstützt dies ein stabiles Raumklima, sofern die Wand vor direkter Bewitterung geschützt ist. Der niedrige Diffusionswiderstand (μ ≈ 5–10) begünstigt diffusionsoffene Wandaufbauten; der Tauwassernachweis ist bauteilbezogen zu führen.
Welche Anwendungsklassen gelten für Lehmsteine in witterungsgeschütztem Außenmauerwerk?
Für witterungsgeschütztes Außenmauerwerk ist nach DIN 18940 die Anwendungsklasse II vorzusehen. Diese erfordert eine Mindestdruckfestigkeit von 3 N/mm² und einen Schutz vor direkter Bewitterung, z. B. durch Dachüberstände oder Verputz. Die Klasse regelt die Eignung für tragende und nichttragende Wände.
Bis zu welcher Gebäudeklasse sind Lehmsteine nach DIN 18940 einsetzbar?
Bemessung von tragendem Lehmsteinmauerwerk nach DIN 18940; Einsatz in Gebäudeklassen 1–4 ist bei Einhaltung der statischen Nachweise möglich.
Wie wird Lehmdünnbettmörtel für Plansteine verarbeitet?
Lehmdünnbettmörtel wird im Dünnbettverfahren mit 1–2 mm ggf. 3 mm Fugendicke aufgetragen. Plansteine mit Nut-Feder-System ermöglichen eine präzise Verarbeitung. Die Steine sind vor der Verarbeitung trocken zu lagern. Der Mörtel muss auf die Steinoberfläche abgestimmt sein, um Haftung und Festigkeit zu sichern.
Welche Wärmeleitfähigkeit weisen formgepresste Lehmsteine auf?
Formgepresste Lehmsteine haben eine Wärmeleitfähigkeit von λ ≈ 1,3 W/(m·K) bei einer Rohdichte von ca. 2,2 kg/dm³. Trotz der relativ hohen Leitfähigkeit bietet die thermische Masse einen guten sommerlichen Hitzeschutz und unterstützt die Temperaturgleichmäßigkeit in Innenräumen.
Sie weisen jedoch eine geringe eigenständige Dämmwirkung auf und sind keine Wärmedämmstoffe. Für den Einsatz im Außenmauerwerk ist daher zwingend ein zusätzliches Wärmedämmsystem einzuplanen, um die energetischen U-Wert-Anforderungen nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu erfüllen.
Dürfen Lehmsteine in Feuchträumen eingesetzt werden?
Lehmsteine sind für Feuchträume nur bedingt geeignet. In Bädern oder Küchen mit hoher Luftfeuchtigkeit ist ein zusätzlicher Schutz durch wasserabweisende Oberflächen erforderlich. Direkter Wasserkontakt ist zu vermeiden, da Lehm langfristig Feuchtigkeit aufnimmt und strukturell geschwächt werden kann.
Wann ist ein Nut-Feder-System bei Lehmplansteinen sinnvoll?
Ein Nut-Feder-System ist bei großformatigen Lehmplansteinen (ab 6 DF) sinnvoll, um die Verarbeitung zu beschleunigen und die Maßgenauigkeit zu erhöhen. Es ermöglicht eine präzise Ausrichtung und reduziert den Mörtelbedarf. Besonders bei maschineller Verarbeitung mit Versetzhilfen erweist sich das System als rationell.
Ergänzende Planungshinweise des Herstellers
Lagerfähigkeit
Conclay-Lehmsteine sind unbegrenzt lagerfähig – vorausgesetzt, sie bleiben trocken. Die gelieferten Europaletten dürfen auf der Baustelle niemals übereinandergestapelt werden. Da es sich um ungebrannte Vollsteine handelt, schützt der Verzicht aufs Stapeln die Kanten und sorgt für eine niedrige Bruchquote.
Effizienz im Mauerwerksbau
Moderner Lehmbau erfordert keine zeitaufwendige Handarbeit mehr. Durch die präzise industrielle Pressform und Maßgenauigkeit der Großformate kann im Dünnbettverfahren gearbeitet werden. Ab dem Format 6 DF verfügen die Plansteine über ein integriertes Nut-Feder-System. Dieses greift so exakt ineinander, dass eine Verklebung der vertikalen Stoßfugen komplett entfällt. Das spart Material, reduziert Feuchtigkeit im Bauwerk und beschleunigt den Baufortschritt maßgeblich.
Verarbeitung
Die Wahl des richtigen Werkzeugs richtet sich maßgeblich nach dem gewählten Steinformat. Während die klassischen, kleineren Lehmblocksteine (wie das Format 2 DF) wie gewohnt von Hand mit normalem Dickbett-Lehmmauermörtel verarbeitet werden, erfordern die großformatigen Plansteine (ab 6 DF) die Vermauerung im Dünnbettmörtelverfahren. Für ein rationelles Arbeiten mit diesen Großformaten ist auf der Baustelle der Einsatz von Hebewerkzeugen, einem Kran sowie einer Versetzhilfe bzw. Versetzzange einzuplanen, um die hohe Materialdichte und das Gewicht der Steine kräfteschonend und präzise zu handhaben.
Welcher Feuchtigkeits- und Sockelschutz ist bei tragendem Lehmsteinmauerwerk zu beachten?
Für ungebrannte Lehmsteine ist ein konsequenter Schutz vor aufsteigender und spritzender Feuchtigkeit statisch entscheidend. Am Wandfuß ist eine normgerechte Horizontalsperre gegen Kapillarfeuchte sowie ein feuchteunempfindlicher Sockel oberhalb der Geländeoberkante (GOK) anzuordnen. Der dauerhafte Schutz der Fassade vor Schlagregen erfolgt über konstruktive Maßnahmen wie ausreichende Dachüberstände oder einen abgestimmten Außenputz. Eine dauerhafte Durchfeuchtung des Tragwerks ist zwingend zu vermeiden (Details siehe Conclay-Verarbeitungsrichtlinie).
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