Architekturobjekt 9 von 14.145

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

13353 Berlin, Fennstraße 33

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Fakultät VI - Planen Bauen Umwelt / Institut für Architektur / AoT - Architektur der Transformation, Nicolas Groß

Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Julius Scheel

Gemeinschaftsbereich - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Wohngemeinschaft Füreinander - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Wohngemeinschaft Miteinander - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Privatzimmer Grundrisstyp 1 - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Innenliegende Loggia - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Transformationsmodell - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Fassadenmodell - Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel

© Mathies Lüpcke, Julius Scheel, Nicolas Groß

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Fakultät VI - Planen Bauen Umwelt / Institut für Architektur / AoT - Architektur der Transformation, Nicolas Groß

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Fennstraße 33, 13353 Berlin, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

05.2028

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

4.149 m³

 

Bruttogrundfläche

1.596 m²

 

Nutzfläche

1.247 m²

 

Verkehrsfläche

13 m²

 

Wohnfläche

866 m²

 

Grundstücksgröße

510 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

1.083.979 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

2.252.424 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

In Berlin verschwindet bezahlbarer Wohnraum. Angebotsmieten sind in zehn Jahren um 74 % gestiegen, im Neuvermietungssegment können sich Durchschnittsverdienende nur noch 27,8 % der angebotenen Wohnungen leisten. Im Mettmannkiez verschärft sich diese Situation:​ Abrisspläne der Bayer AG bedrohen einen der letzten bezahlbaren Wohnbestände im Wedding. Gleichzeitig wächst die soziale Isolation, rund jede zehnte Person in Berlin ist von Einsamkeit betroffen.
"Von Innen Heraus — Gemeinschaft Als Gegenmittel" antwortet auf diese Ausgangslage mit einer genossenschaftlichen Transformation des Gründerzeitgebäudes Fennstraße 33. Durch das gezielte Herausnehmen und Neueinziehen von Decken entsteht eine dreistufige Raumorganisation, die verdichtete Privatbereiche mit großzügigen Gemeinschaftszonen verbindet. Eine Aufstockung im Seitenflügel schafft zusätzliche Wohnfläche sowie einen gemeinschaftlich genutzten Dachgarten. Die Belegung steigt von 29 auf 48 Personen.
Das Konzept entwickelt zwei komplementäre Wohntypologien. Kompakte, vertikal organisierte Einheiten sprechen junge Erwachsene und Neuzugezogene an. Großzügigere Raumabfolgen bieten älteren Menschen und Alleinerziehenden Rückzug und Orientierung. Beide Typologien ergänzen sich im Alltag:​ Gegenseitige Alltagshilfe, Kinderbetreuung und soziale Nähe entstehen nicht durch Programm, sondern durch räumliche Konfiguration.
Das Erdgeschoss öffnet das Haus in den Kiez:​ Ein Lokallabor mit Gemeinschaftsküche und Werkstatt steht der ganzen Nachbarschaft zur Verfügung. Die Hauptadresse wird in den Innenhof verlegt und macht den Hof zum gemeinschaftlichen Zentrum.
Die Genossenschaft „Zusammen e.G." pachtet das Grundstück über 99 Jahre von der Bayer AG. 30 % der Flächen werden zu gebundenen 7 €/m² vergeben, die durchschnittliche Kaltmiete liegt bei 215 € pro Person im Monat. Bestandsmieter können Mitglied werden oder im bestehenden Mietverhältnis bleiben.

Beschreibung der Besonderheiten

Das Projekt arbeitet auf drei räumlichen Ebenen gleichzeitig. Auf Gebäudeebene reorganisiert das Haus im Haus Prinzip die vertikale Struktur:​ Aus zwei Bestandsgeschossen entstehen drei neue Ebenen mit unterschiedlichen Raumhöhen für private und gemeinschaftliche Nutzung. Die straßenseitige Fassade bleibt dabei unangetastet. Auf Hofebene wird die Hauptadresse des Gebäudes in den Innenhof verlegt und stärkt den Hof als nachbarschaftliches Zentrum. Auf Kiezebene öffnet das Lokallabor im Erdgeschoss das Haus in den Mettmannkiez und verbindet es mit dem Sprengelkiez und Stephankiez.
Das dynamische Mietsystem reagiert auf individuelle Lebensrealitäten:​ Einzelne Privaträume können unvermietet bleiben und als kollektive Fläche gelesen werden, die Hausgemeinschaft entscheidet gemeinsam über Querfinanzierung zwischen den Wohngemeinschaften.

Nachhaltigkeit

Das Projekt folgt einem suffizienzbasierten Ansatz:​ Nachhaltigkeit entsteht nicht primär durch technische Optimierung, sondern durch bewusste Reduzierung des individuellen Flächenverbrauchs. Die Privatfläche pro Person sinkt von 24 m² auf 5 bis 7 m², während großzügige Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoss und Dachgeschoss den Verzicht auf privaten Raum kompensieren. Weniger Fläche pro Kopf bedeutet direkt weniger Energie für Heizung und Betrieb.
Die thermische Zonierung des Gebäudes unterstützt dieses Prinzip:​ Gemeinschaftsbereiche mit hohen Raumhöhen und flexibler Nutzung werden anders konditioniert als die kompakten Privatbereiche, wodurch Heizenergie gezielt eingesetzt wird.
Die Aufstockung im Seitenflügel wird als extensives Gründach ausgeführt und verbessert die Wärmedämmung der darunter liegenden Geschosse, reduziert den urbanen Wärmeinseleffekt und unterstützt die Regenwasserrückhaltung.
Der Bestandserhalt ist die nachhaltigste Entscheidung des Projekts:​ Durch die Transformation statt Abriss wird die gebundene graue Energie des Gründerzeitbaus vollständig erhalten. Die Außenwände werden aufgrund der begrenzten Grundstücksfläche und der geschlossenen Blockrandbebauung mit einer Außendämmung versehen.

Schlagworte

Genossenschaft, Bestandsumbau, Gemeinschaftswohnen, Einsamkeit, Bezahlbares Wohnen, Mietpreisbindung, Bauwende, Aufstockung, Berlin, Wohngemeinschaft, soziale Nachhaltigkeit, Verdichtung, Gründerzeit

Weitere Dokumente zum Objekt

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Betten

48

 

Anzahl Wohneinheiten

4

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