Architekturobjekt 22 von 768

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

99084 Erfurt, Petersberg 15

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: herrschmidt architekten

Erschließung Pop-Up - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Südansicht der Defensionskaserne - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Susann Nürnberger

Erschließungszone mit Aufzug und Balkon - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Erschließungszone mit Aufzug und Balkon - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Alt trifft Neu - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Pop-Up - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Massivität trifft auf Filigranität - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Alt trifft Neu - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Erschließung Pop-Up - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Pop-Up - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Einblick in Nutzungseinheit - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Community Space - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Community Space mit Ausblick - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Community Space - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Neue Arbeitswelten - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Neue Arbeitswelten - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Neue Arbeitswelten - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Maßgeschneiderte Einbauten von Konzept-los Möbelwerkstätten - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Maßgeschneiderte Einbauten von Konzept-los Möbelwerkstätten - Vom abgeriegelten Militärbau zum offenen Zukunftsort – Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg

© Steven Neukirch

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: herrschmidt architekten

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Petersberg 15, 99084 Erfurt, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

12.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

herrschmidt architekten* BDA

Schlachthofstr. 82

99085 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 361 26206347

info@herrschmidt-architekten.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Ingenieurbüro für Baustatik Ludger Hottenrott

Erfurter Str. 15

99423 Weimar

Deutschland

Tel. +49 3643 815950

Architektur: Landschaftsarchitekt

Landschaftsarchitektin Aischa Vogel

Hugo-John-Straße 8

99086 Erfurt

Deutschland

Fachplanung: Gebäudetechnik

IBS Planungsbüro für Haustechnik GmbH, Christoph Steube

Lindenstraße 65 9

99631 Weißensee

Deutschland

Fachplanung: Bauphysik

Carsten Eichholz Architektur - Energieberatung

Schlachthofstr. 82/3.og

99085 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 361 21654153

mail@carsten-eichholz.de

Fachplanung: Brandschutz

FIREHEYER Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz, Maik Heyer

Rosengasse 1

99084 Erfurt

Deutschland

info@fireheyer.de

Bauleistung: Ausbau

Wilfried Lorenz GmbH & Co. KG

Hugo-John-Straße 8

99086 Erfurt

Deutschland

Fachplanung: Beleuchtung

LDA Licht OHG

Hugo-John-Straße 8

99086 Erfurt

Deutschland

Bauleistung: Ausbau

Konzept-los Möbelwerkstätten

Schlachthofstraße 82

99085 Erfurt

Deutschland

kontakt@konzept-los.de

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Ziegelmauerwerk

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Nutzfläche

11.094 m²

Kosten

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

19.500.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Defensionskaserne auf dem Petersberg in Erfurt ist Teil der historischen Festungsanlage oberhalb der Altstadt und prägt als massiver, langgestreckter Baukörper das Plateau. Über Jahrhunderte militärisch genutzt und funktional abgeschottet, war das Gebäude auf Kontrolle, Abschirmung und hohe bauliche Dauerhaftigkeit ausgelegt. Diese strukturelle Starrheit bildet den Ausgangspunkt der heutigen Transformation. Mit der Umnutzung wird der vormals geschlossene Baukörper erstmals dauerhaft für eine gemischte Nutzung geöffnet und in einen öffentlich zugänglichen, urbanen Arbeits- und Kulturort überführt. Auf rund 10.000 Quadratmetern entsteht ein vielfältig bespielter Raum für Unternehmen, Start-ups, Kreativwirtschaft, Gastronomie, Kultur und öffentliche Nutzungen. Die Defensionskaserne wird damit Teil der schrittweisen Öffnung des Petersbergs, der erst seit der Wiedervereinigung wieder zugänglich ist und seit der Bundesgartenschau 2021 zunehmend in das städtische Leben integriert wird. Im Zentrum des Projekts steht die Herausforderung im Umgang mit einer extrem stabilen, wenig flexiblen Bestandsstruktur. Die funktionale Transformation der Defensionskaserne verfolgt das Ziel, das historische Festungsgebäude in eine dauerhaft nutzbare, alltagstaugliche und vielseitig bespielbare Struktur zu überführen. Grundlage war ein Nutzungskonzept, das unterschiedliche Anforderungen in einem gemeinsamen räumlichen Gefüge zusammenführt. Die besondere Herausforderung lag darin, aus dem Spannungsverhältnis von Unveränderbarkeit des historischen Bestandes aus dem 19. Jahrhundert und der Veränderbarkeit neuer Arbeits- und Lebensformen des 21. Jahrhunderts eine tragfähige räumliche Struktur zu entwickeln. Diese Spannung zwischen massiver Fixierung und notwendiger Offenheit bestimmte den gesamten Entwurfsprozess. Die starre Tiefenstruktur des Festungsbaus, seine geschlossenen Raumfolgen und die begrenzten Eingriffsmöglichkeiten verlangten nach einer präzisen, selektiven Strategie. Eine zentrale Entscheidung war die partielle Öffnung der Zwischendecke zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss im Festungsbauteil von 1833 – einem der wenigen Bereiche, in denen strukturelle Veränderung möglich war.  Dieser Eingriff wirkt als räumlicher Katalysator:​ Er schafft eine intuitive  Erschließung, stellt visuelle und funktionale Bezüge her und macht die Tiefe des Gebäudes erstmals lesbar. Ergänzt wird diese Maßnahme durch zusätzliche Aufzüge, offene Lufträume, Balkone und skulptural entwickelte Treppen. In ihrer Gesamtheit verändern diese Eingriffe nicht die äußere Struktur, sondern die innere Logik des Gebäudes. Sie ermöglichen eine neue vertikale und horizontale Vernetzung und übersetzen die vormals sequenzielle, kontrollierte Raumorganisation in ein offenes, durchlässiges System. Damit wird ein historisch starres Gebäude in einen räumlich adaptiven Rahmen überführt, ohne seine Struktur zu negieren. Die architektonische Strategie basiert insgesamt auf dem Prinzip des Weiterbauens im Bestand. Die massiven Mauern, großen Raumhöhen und tief gegliederten Grundrisse bleiben erhalten und bilden weiterhin die räumliche Grundlage. Gleichzeitig wird das Gebäude durch gezielte Eingriffe so transformiert, dass Orientierung, Offenheit und räumliche Vielfalt entstehen. Historische Oberflächen bleiben ablesbar, neue Elemente treten klar als zeitgenössische Schicht hervor. Die vollständige barrierefreie Erschließung sowie die Integration moderner Gebäudetechnik erfolgen sensibel innerhalb der bestehenden Struktur. Die energetische Ertüchtigung basiert auf dem Effizienzhaus-Denkmal-Standard und nutzt die hohe Speichermasse des Bestands, Tageslichtführung und natürliche Lüftungsstrategien als passive Ressourcen. Städtebaulich stärkt die Defensionskaserne das Ensemble des Petersbergs gemeinsam mit der benachbarten Peterskirche und den umgebenden Freiräumen. Die neue Nutzung ergänzt das Areal um einen Ort für Arbeit, Kultur und Austausch und trägt dazu bei, die Verbindung zwischen Altstadt und Festungsplateau weiter zu intensivieren. Die exponierte Lage mit weitem Blick über die Stadt wird dabei bewusst in die räumliche Erfahrung integriert. So entsteht kein neues Gebäude, sondern ein neu lesbarer Zustand eines historischen Bauwerks:​ Die Defensionskaserne wird vom abgeschlossenen Militärbau zu einem offenen, funktionalen und sozialen Raumgefüge, das aus der Spannung zwischen starrer Struktur und zeitgenössischer Nutzung seine architektonische Qualität entwickelt.

Beschreibung der Besonderheiten

Die funktionale Transformation der Defensionskaserne verfolgt das Ziel, das historische Festungsgebäude in eine dauerhaft nutzbare, alltagstaugliche und vielseitig bespielbare Struktur zu überführen. Grundlage war die
Entwicklung eines Nutzungskonzepts, das unterschiedliche Anforderungen von Unternehmen, Startups, Kreativwirtschaft, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen in einem gemeinsamen räumlichen Gefüge
vereint. Die besondere Herausforderung lag darin, aus dem Spannungsverhältnis von Unveränderbarkeit des historischen Bestandes aus dem 19. Jahrhundert und der Veränderbarkeit neuer Arbeitsformen des 21.
Jahrhunderts eine tragfähige räumliche Struktur zu entwickeln. Eine zentrale Entscheidung war dabei die partielle Öffnung der Zwischendecke zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss im Festungsbauteil von 1833 – einer der wenigen Bereiche, in denen strukturelle Veränderung möglich war. Dieser Eingriff ermöglicht eine intuitive Erschließung und schafft Orientierung, räumliche Verknüpfung sowie neue Sichtbeziehungen innerhalb der tiefen Gebäudestruktur. In Verbindung mit zusätzlichen Aufzügen, offenen Lufträumen, Balkonen und skulpturalen Treppen stärkt diese Neuordnung dievertikale und horizontale Vernetzung des Gebäudes und ermöglicht eine veränderbare Nutzung durch unterschiedliche Zielgruppen. Die vollständig barrierefreie Gestaltung gewährleistet eine selbstverständliche Zugänglichkeit aller Bereiche und unterstützt eine inklusive Nutzung über alle Alters- und Nutzergruppen hinweg. Thermischer und räumlicher Komfort werden durch das Zusammenspiel historischer Bausubstanz und sensibel integrierter moderner Gebäudetechnik erreicht. Die hohe Speichermasse des Bestands, großzügige Raumhöhen und eine optimierte Tageslichtführung tragen zu einem ausgeglichenen Innenraumklima bei. Ergänzend sorgen effiziente technische Systeme für eine bedarfsgerechte Versorgung, während transparente Raumabfolgen, Blickbeziehungen und natürliche Belichtung die Aufenthaltsqualität nachhaltig erhöhen. Passive Strategien wie die Nutzung vorhandener Gebäudetiefe, Verschattung durch bauliche Elemente sowie natürliche Lüftungsmöglichkeiten reduzieren den Energiebedarf und unterstützen klimatische Robustheit über das gesamte Jahr. Zugleich prägen jene leisen räumlichen Qualitäten die Funktionalität des Hauses:​ gefiltertes Tageslicht entlang massiver Wände, der Wechsel zwischen Enge und Weite, die taktile Präsenz von Materialien und die Selbstverständlichkeit der räumlichen Abfolge. Die langfristige Anpassungsfähigkeit des früher starren Militärgebäudes bildet einen zentralen Bestandteil des heutigen funktionalen Konzepts. Flexible Grundrissstrukturen innerhalb der Gegebenheiten des Bestandes, robuste Materialien und additive Einbauten ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien ohne grundlegende bauliche Eingriffe. Installationsführungen und technische Infrastrukturen wurden so angelegt,
dass zukünftige Anpassungen oder Umnutzungen möglich bleiben. Die Defensionskaserne wird damit zu einem wandelbaren räumlichen Rahmen, der auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und klimatische Veränderungen reagieren kann und Funktionalität als dauerhafte Qualität architektonischer Baukultur versteht.

Energiekonzept & Bauökologie

KfW-Effizienzhaus Denkmal

Schlagworte

Bauen im Bestand, Sanierung, Umbau, New Work, Transformation, Transformative Umnutzung, Denkmalschutz, Neues Denken im Bestand, Nutzungsvielfalt, Denkmal und Zukunft, Urbane Aktivierung, Arbeits- und Kulturort, Festungsarchitektur, Barrierefreiheit, Effizienzhaus-Denkmal

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

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