Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Umbau und energetische Sanierung Verwaltungsgebäude 3
66386 St. Ingbert, Dudweilerstraße 80
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: SCHAUS DECKER ARCHITEKTEN GMBH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Dudweilerstraße 80, 66386 St. Ingbert, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
04.2023
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
3.161 m³
Bruttogrundfläche
986 m²
Nutzfläche
745 m²
Verkehrsfläche
77 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
650.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das Projekt umfasst die umfassende Sanierung und energetische Erneuerung eines Stahlbetongebäudes aus den 1960er Jahren. Ziel der Maßnahme war es, die vorhandene Gebäudesubstanz langfristig zu erhalten und gleichzeitig auf den aktuellen Stand der Technik hinsichtlich Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Nutzungsqualität zu bringen.
Die ursprüngliche Konstruktion bestand aus einem Stahlbetontragwerk mit vorgehängten Betonfertigteilfassaden. Im Zuge der Sanierung wurde das Gebäude bis auf seine konstruktiv wesentlichen Bestandteile zurückgebaut. Sämtliche Fassadenelemente wurden demontiert. Erhalten blieben neben den Stahlbetondecken und dem primären Tragwerk insbesondere die aussteifenden Bauteile des Gebäudes – die Treppenhauswände sowie eine zentrale Querwand –, die weiterhin die horizontale Aussteifung gewährleisten. Durch den konsequenten Erhalt der tragenden Struktur konnte ein erheblicher Teil der im Bestand gebundenen grauen Energie bewahrt und der Ressourcenverbrauch gegenüber einem Neubau deutlich reduziert werden.
Grundlage für die Planung bildete eine digitale Bestandserfassung mittels hochpräzisem 3D-Laserscanning. Auf dieser Basis konnte das vorhandene Tragwerk exakt vermessen und in ein digitales Gebäudemodell überführt werden. Die gewonnenen Daten ermöglichten die passgenaue Planung und Vorfertigung der neuen Fassadenelemente und schufen die Voraussetzung für eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Umsetzung.
Die Gebäudehülle wurde vollständig erneuert. Zum Einsatz kamen hochwärmegedämmte Beton-Sandwichelemente, die die konstruktiven und gestalterischen Qualitäten der ursprünglichen Architektur zeitgemäß interpretieren. Die Fassadenelemente bestehen aus einer 18 cm starken tragenden Stahlbetonschale, einer 16 cm starken EPS-Kerndämmung sowie einer 8 cm starken Wetterschale aus Beton. Durch die werkseitige Vorfertigung konnten eine hohe Ausführungsqualität, kurze Montagezeiten und eine präzise Umsetzung sichergestellt werden.
Auch die Fassadengestaltung wurde neu interpretiert. An den Längsseiten des Gebäudes sorgen durchgehende Fensterbänder für eine großzügige Belichtung der Innenräume und verleihen dem Baukörper eine markante horizontale Gliederung. Die Stirnseiten wurden dagegen als klassische Lochfassaden ausgebildet, wodurch die ursprüngliche Gebäudestruktur ablesbar bleibt und ein ausgewogenes Fassadenbild entsteht.
Neben der baulichen Erneuerung wurde die gesamte technische Gebäudeausrüstung vollständig modernisiert. Sämtliche Anlagen der Heizungs-, Sanitär-, Elektro- und Informationstechnik wurden zurückgebaut und durch zukunftsfähige Systeme ersetzt. Das Gebäude wurde an die werkseigene Nahwärmeversorgung angeschlossen und profitiert dadurch von einer effizienten und nachhaltigen Wärmebereitstellung. Gleichzeitig wurden die elektrotechnischen Anlagen sowie die Infrastruktur für Datenverarbeitung und Kommunikation auf den neuesten Stand gebracht und für zukünftige Anforderungen ausgelegt.
Auch die Dachflächen wurden umfassend energetisch ertüchtigt. Das Flachdach erhielt einen vollständig erneuerten Dachaufbau nach aktuellem energetischem Standard. Ergänzend wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die einen wesentlichen Beitrag zur Eigenstromversorgung leistet. Der erzeugte Solarstrom dient nicht nur der Deckung des Energiebedarfs des Gebäudes selbst, sondern unterstützt darüber hinaus die Energieversorgung des angrenzenden Firmengeländes. Damit wird das Gebäude zu einem aktiven Baustein der unternehmensinternen Energieinfrastruktur.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Bestandsgebäude der Nachkriegsmoderne durch den Erhalt ihrer tragenden Struktur, ihrer Stahlbetondecken und wesentlicher Aussteifungselemente nachhaltig transformiert werden können. Statt Abriss und Neubau wurde ein ressourcenschonender Weg gewählt, der die vorhandene Bausubstanz konsequent weiterdenkt und mit moderner Fertigteiltechnologie, digitaler Planung und zeitgemäßer Gebäudetechnik verbindet.
Die Sanierung versteht sich damit als Beitrag zur Bauwende: Der Bestand wird nicht ersetzt, sondern weitergebaut. Durch die Verbindung von Bestandserhalt, digitaler Bestandserfassung, industrieller Vorfertigung, erneuerbarer Energieerzeugung und moderner Gebäudetechnik entstand ein zukunftsfähiges Gebäude, das die Potenziale vorhandener Bausubstanz konsequent nutzt und zugleich hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität erfüllt.
Beschreibung der Besonderheiten
Nachhaltigkeit
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sonstige Heizenergie
Sekundärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
108,80 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
67,60 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
22,70 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
94 %
Warmwasser
1 %
Beleuchtung
5 %
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
41
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