Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Umbau eines Einfamilienhauses zu einem Mehrfamilienhaus
66123 Saarbrücken, Kobenhüttenweg 39
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Architekturbüro Prof. Rollmann + Partner
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Kobenhüttenweg 39, 66123 Saarbrücken, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Erweiterung
Fertigstellungstermin
11.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
2.498 m³
Bruttogrundfläche
851 m²
Nutzfläche
751 m²
Verkehrsfläche
95 m²
Wohnfläche
655 m²
Grundstücksgröße
974 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
525.000 Euro
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
1.500.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Auf dem Grundstück Kobenhüttenweg 38 in Saarbrücken-St. Johann befindet sich ein bestehendes Wohngebäude, das im Rahmen der geplanten Baumaßnahme teilweise zurückgebaut, umgebaut und erweitert wird.
Ziel des Vorhabens ist die Schaffung von insgesamt drei Wohneinheiten einschließlich eines Appartements bzw. Studios im Erdgeschoss. Das bestehende Gebäude wird dabei in wesentlichen Teilen erhalten und durch Um- und Ausbaumaßnahmen an die neuen Nutzungsanforderungen angepasst. Die Planung wurde im Vorfeld mit den zuständigen Behörden abgestimmt und als genehmigungsfähig beurteilt.
2. Städtebauliche Einordnung
Das Baugrundstück befindet sich im Stadtteil St. Johann am Kobenhüttenweg in einem überwiegend durch Wohnbebauung geprägten Umfeld. Die umgebende Bebauung besteht aus freistehenden Ein- und Mehrfamilienhäusern unterschiedlicher Größe und Gestaltung.
Durch die Anpassung der Gebäudehöhe und die Ausbildung eines zurückgesetzten Staffelgeschosses fügt sich der Baukörper in die vorhandene Bebauungsstruktur ein und berücksichtigt die topographischen Gegebenheiten des stark geneigten Grundstücks.
3. Gebäudeplanung
Das bestehende Wohnhaus wird teilweise zurückgebaut und zu einem modernen Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten umgestaltet.
Die Gebäudeorganisation umfasst:
* Erdgeschoss mit Appartement/Studio und Nebenräumen
* Obergeschoss mit Wohneinheit
* Staffelgeschoss mit zusätzlicher Wohneinheit
* In den Baukörper integrierte Stellplätze
Im Zuge der Planung wurde die ursprünglich vorgesehene Stellplatz- und Nebenanlagenlösung überarbeitet. Die Stellplätze werden nun innerhalb der Gebäudehülle angeordnet. Hierdurch entsteht ein städtebaulich verträglicher Baukörper mit zurückgesetztem Staffelgeschoss.
4. Erschließung
Die Erschließung erfolgt über den Kobenhüttenweg.
Die Stellplätze werden über eine neu angelegte Zufahrt auf Straßenniveau erschlossen. Aufgrund der Hanglage wird die Zufahrt mit den erforderlichen Gefälleverhältnissen an das bestehende Gelände angepasst. Der Gehweg wird im Bereich der Einfahrt abgesenkt. Die vertikale Erschließung der Wohneinheiten erfolgt innerhalb des Gebäudes.
5. Konstruktion
Das Gebäude wird als massiver Baukörper ausgeführt. Tragende Außen- und Innenwände sowie Decken werden entsprechend den statischen Erfordernissen hergestellt.
Die Dachausbildung erfolgt als Flachdachkonstruktion. Das oberste Geschoss wird als zurückgesetztes Staffelgeschoss ausgeführt.
6. Fassadengestaltung und Materialität
Die Fassadengestaltung orientiert sich an einer modernen, klar gegliederten Architektursprache.
Vorgesehene Materialien:
* Erdgeschossfassade als Vorhangfassade mit Aluminiumbekleidung in weißer Farbgebung
* Staffelgeschoss mit weißer Putzfassade
* Fenster- und Türelemente aus Aluminium, Farbe weiß
* Dachrandprofile aus Aluminium, Farbe weiß
* Garagen- bzw. Segmenttor aus Aluminium, Farbe weiß
Die Gestaltung der Fassaden wird durch großformatige Fensteröffnungen und eine klare horizontale Gliederung bestimmt.
7. Dachflächen
Die Dachflächen werden als Flachdächer ausgebildet.
Die Dachfläche des Umgangsbereiches am Staffelgeschoss wird extensiv begrünt. Die Begrünung dient der gestalterischen Einbindung des Gebäudes sowie der Verbesserung des Mikroklimas und des Regenwasserrückhalts.
8. Außenanlagen
Die Freiflächen werden gärtnerisch gestaltet und an die bestehende Topographie angepasst.
Vorgesehen sind:
* Rasenflächen
* Rasengittersteine im Bereich der Zufahrt und Stellplätze
* Strauchpflanzungen
* Anpassung der Geländemodellierung an die Gebäudeplanung
Der vorhandene Geländeverlauf wird soweit erforderlich an die neue Gebäude- und Erschließungssituation angepasst. Dabei wird die natürliche Hanglage des Grundstücks berücksichtigt.
9. Stellplätze
Die bauordnungsrechtlich erforderlichen Stellplätze werden innerhalb des Gebäudes nachgewiesen. Die Stellplätze sind in den Baukörper integriert und von der öffentlichen Verkehrsfläche direkt anfahrbar.
10. Technische Gebäudeausrüstung
Die technische Gebäudeausrüstung wird entsprechend den Anforderungen eines modernen Wohngebäudes ausgeführt. Sämtliche haustechnischen Anlagen werden nach den geltenden technischen Regeln und gesetzlichen Vorgaben hergestellt.
Beschreibung der Besonderheiten
Die drei Wohneinheiten sind klar gegliedert und unabhängig voneinander nutzbar. Großzügige Fensterflächen orientieren die Aufenthaltsräume zum Garten und zur Talseite und schaffen hochwertige Wohnqualitäten. Das zurückgesetzte Staffelgeschoss reduziert die wahrgenommene Gebäudehöhe und ermöglicht gleichzeitig attraktive Außenbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Freiflächen werden durch die kompakte Bauweise weitgehend erhalten und stehen den Bewohnern als zusammenhängender Gartenbereich zur Verfügung.
Nachhaltigkeit
Projekt: Umbau eines Einfamilienhauses zu einem Mehrfamilienhaus Kobenhüttenweg 38 66123 Saarbrücken
Leitbild des Projektes
Das Bauvorhaben verfolgt das Ziel, vorhandene Bausubstanz langfristig zu erhalten, den Energiebedarf des Gebäudes deutlich zu reduzieren und den Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus zu minimieren.
Die Planung orientiert sich an den Nachhaltigkeitsstrategien
Effizienz
Konsistenz
Suffizienz
Kreislaufwirtschaft
und berücksichtigt sowohl die Betriebsenergie als auch die im Gebäude gebundene graue Energie.
Suffizienz – Bestand vor Neubau
Die wichtigste Nachhaltigkeitsmaßnahme des Projektes besteht im Erhalt und der Weiterentwicklung des vorhandenen Gebäudes.
Statt eines vollständigen Rückbaus wird die bestehende Gebäudestruktur weitgehend weitergenutzt und zu einem Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten umgebaut.
Dadurch werden:
große Mengen an Bauschutt vermieden
vorhandene Baustoffressourcen erhalten
bestehende Infrastruktur weitergenutzt
zusätzliche Flächenversiegelungen vermieden
CO₂-Emissionen aus einem Neubau reduziert
Die Nachverdichtung innerhalb bestehender Siedlungsstrukturen stellt einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung dar.
Effizienz – Reduktion des Energieverbrauchs
Das Gebäude wird auf den Standard
Effizienzhaus 55 EE
saniert.
Hierfür werden folgende Maßnahmen umgesetzt:
Gebäudehülle
Wärmedämmung der Außenwände
Wärmedämmung des Daches
Wärmedämmung erdberührter Bauteile
Erneuerung sämtlicher Fenster und Außentüren
Minimierung von Wärmebrücken
Verbesserung der Luftdichtheit
Technische Gebäudeausrüstung
Wärmepumpensystem
kontrollierte Lüftung
Photovoltaikanlage
hocheffiziente Gebäudetechnik
bedarfsgerechte Regelungssysteme
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf Referenzgebäude: 96,6 kWh/(m²a)
Primärenergiebedarf Gebäude: 43,6 kWh/(m²a)
Transmissionswärmeverlust Referenz: 0,475 W/(m²K)
Transmissionswärmeverlust Gebäude: 0,324 W/(m²K)
Die Anforderungen des Effizienzhauses 55 EE werden eingehalten.
Konsistenz – Einsatz erneuerbarer Energien
Die Energieversorgung basiert überwiegend auf regenerativen Quellen.
Maßnahmen:
Wärmeerzeugung über Wärmepumpentechnik
Nutzung von Umweltenergie
Eigenstromerzeugung mittels Photovoltaik
Eigenstromnutzung für Gebäudebetrieb und Wärmeerzeugung
hoher Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung
Die Planung sieht einen Deckungsanteil erneuerbarer Energien von mindestens 75 % vor.
Materialkonzept
Bei der Materialwahl werden folgende Kriterien berücksichtigt:
Langlebigkeit
Reparaturfähigkeit
geringe Wartungsintensität
hohe technische Lebensdauer
Recyclingfähigkeit
Verfügbarkeit regionaler Baustoffe
Zum Einsatz kommen insbesondere:
Stahlbetontragwerk mit langer Nutzungsdauer
mineralische Baustoffe
Aluminiumbauteile mit hoher Recyclingquote
Holzprodukte aus nachhaltiger Forstwirtschaft (soweit technisch möglich)
langlebige Bodenbeläge
wartungsarme Dach- und Fassadensysteme
Graue Energie
Durch den Erhalt wesentlicher Teile der vorhandenen Tragstruktur wird ein erheblicher Anteil bereits investierter Herstellungsenergie erhalten.
Die sogenannte graue Energie bleibt im Bauwerk gebunden.
Im Vergleich zu einem vollständigen Neubau werden dadurch:
Materialverbrauch reduziert
Transportaufwand minimiert
CO₂-Emissionen der Baustoffherstellung vermieden
Der Erhalt der Bestandsstruktur stellt einen wesentlichen ökologischen Vorteil des Vorhabens dar.
Kreislaufwirtschaft und Rückbaubarkeit
Obwohl keine formale Cradle-to-Cradle-Zertifizierung vorgesehen ist, werden zentrale Prinzipien der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt.
Hierzu zählen:
Erhalt vorhandener Bausubstanz
Vermeidung unnötiger Materialschichten
Trennbarkeit technischer Komponenten
Austauschbarkeit von Anlagenkomponenten
Recyclingfähigkeit von Metallen
Rückbaubarkeit von Innenausbauelementen
sortenreine Trennung von Baustoffen bei zukünftigen Umbauten
Die verwendeten Systeme ermöglichen eine spätere stoffliche oder energetische Verwertung.
Biodiversität und Freiraum
Ergänzend zur energetischen Optimierung werden Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Grundstücks verfolgt.
Hierzu gehören:
Dachbegrünung
Regenwasserrückhaltung
Verbesserung des Mikroklimas
Förderung der Artenvielfalt
Reduzierung sommerlicher Überhitzung
Lebenszyklusbetrachtung
Die Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes:
Herstellung
Bauausführung
Nutzung
Instandhaltung
Modernisierung
Rückbau
Durch die Kombination aus Bestandserhalt, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien werden sowohl Betriebsenergie als auch Lebenszykluskosten langfristig reduziert.
Zusammenfassung
Das Projekt Kobenhüttenweg 38 verbindet energetische Sanierung, Bestandserhalt und den Einsatz erneuerbarer Energien zu einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz.
Die Umsetzung erfolgt auf Grundlage der Prinzipien:
Suffizienz durch Bestandserhalt
Effizienz durch energetische Optimierung
Konsistenz durch erneuerbare Energien
Kreislaufwirtschaft durch langlebige und recyclingfähige Materialien
Dadurch entsteht ein zukunftsfähiges Wohngebäude mit reduziertem Ressourcenverbrauch, verringerten CO₂-Emissionen und langfristiger Werthaltigkeit.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Sekundärenergie
Strom
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
43,60 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
26,00 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
18,60 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
65 %
Warmwasser
20 %
Beleuchtung
5 %
Lüftung
5 %
Kühlung inkl. Befeuchtung
5 %
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
4
Anzahl Stellplätze
4
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