Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
SOZIALER WOHNUNGSBAU
68782 BRÜHL, Albert-Einstein-Straße 1
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: BARUCCOPFEIFER ARCHITEKTUR.
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: BARUCCOPFEIFER ARCHITEKTUR.
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Albert-Einstein-Straße 1, 68782 BRÜHL, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
05.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
324 m²
Wohnfläche
775 m²
Grundstücksgröße
1.114 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
In der Agglomeration der Gemeinde Brühl mag es wenige Grundstücke geben, die so prägnant geeignet sind wie dieses, um einen Ort für den geförderten sozialen Wohnungsbau zu schaffen. Das Grundstück am Rand zur Gemarkung Schwetzingen bietet an der Schnittstelle Albert-Einstein-Straße / Fichtestraße ein nahezu perfektes Kontinuum innerer und äußerer Qualitäten wie Erreichbarkeit, Identitätsbildung und einen Rundumblick über Brühl bis Mannheim, in die Landschaft der oberrheinischen Tiefebene bis zum Königstuhl und vom Odenwald bis zum Kraichgau.
Die typologisch allseitig orientierte Gebäudestruktur, geht auf den Kontext des Ortes ein.
Durch Lage und Erscheinung den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördernd verdeutlicht der Neubau den Anspruch an Teilhabe und Integration nicht zuletzt auch durch die durchgehend barrierefreie Ausführung des Gebäudes mit 12 Wohneinheiten nach DIN 18040-2.
Beschreibung der Besonderheiten
Die großzügigen Loggien vor den Wohnungen mit außenliegendem Sonnenschutz sind visuelle und nutzbare Raumvergrößerungen, die mit ihren haptischen Qualitäten Ausblick und Aufenthalt bei jedem Wetter befördern ohne Einsehbarkeit des Nachbarn auf derselben Etage. Sie bilden nicht nur den Zwischenraum von Innen und Außen, sie sind ebenso ein verändertes Zeichen der bisherigen Konnotation des sozialen Wohnungsbaus. Die farbigen Faltschiebeläden vor den raumhohen doppelflügeligen Holzfenstern und die hölzernen Fahrradhäuser, die sich von ihrer Umgebung absetzen prägen ebenso das besondere Erscheinungsbild.
Der ökologische Anspruch des KfW 55 Hauses (Energiestandard A+) schlägt sich neben der Technik (Photovoltaik, Wärmepumpen, Fußbodenheizung) in der Materialwahl nieder.
Die Massiven Außenwände aus Ziegelmauerwerk mit mineralischem Putz konnten die hohen Anforderungen an die Wärmedämmung, die Statik und den Schallschutz erfüllen. Der mit dem natürlichen Vulkangestein Perlit gefüllte 42,5cm starke Poroton-Ziegel trägt durch Schadstoff- und Emissionsfreiheit ebenso zum wohngesunden Raumklima bei wie die in Deutschland gefertigten zertifizierten biologischen Bodenbeläge.
Holzfenster mit Crystal-Clear-Beschichtung, raumhohe Türen in Holzzargen und die sichtbar belassene Betondecke mit der leichten Holzstruktur der Schalung sorgen für eine besondere Wohnatmosphäre zu mentalen Erholung.
Eine offene Regenwasserversickerung auf dem Grundstück und das Gründach ergänzen das ökologische Gesamtkonzept.
Die Parkplätze außerhalb des Parkdecks sind als offene, nicht versiegelte versickerungsfähige Flächen angelegt.
Die Stadt Brühl als Bauherr übernimmt mit diesem sozialen Wohnungsbau eine gesellschaftliche Vorbildfunktion mit der Verwendung von dauerhaften und ökologischen Materialien, der Wahl des Grundstücks in privilegierter Lage und der Schaffung von atmosphärischer Architektur für Menschen mit geringem Einkommen.
Zum soziologischen Konzept gehört die Mischung von differenzierten Wohnungsgrößen von der Ein-Zimmer-Wohnung bis zur Drei-Zimmer-Wohnung, die durchgehend barrierefrei sind. Vier rollstuhlgerechte Wohnungen ergänzen das Angebot. 6 Stellplätze befinden sich in einem offenen und lichtdurchfluteten Parkdeck, das – gelegentlich mal freigeräumt – phantastische Möglichkeiten für Festivitäten bietet. Dieses nur 90 cm tiefergelegte Parkdeck bewirkt, dass die Wohngeschosse ab der Belétage beginnen. Somit wird für die barrierefreie Erschließung eine Eingangsszenerie als Proszenium geschaffen. Auf dieser Vorbühne finden jene Sketche statt, die das Soziale fördern.
Gemeinschaft, Interaktion und Inklusion werden durch bauliche Gestaltung direkt beeinflusst. Die Rampe spielt dabei eine andere Rolle als nur die benötigte Rollstuhlhilfe, wenn die Begehung die Szene belebt. Unterstützt wird dies durch die Bepflanzung mit Bambus (wenn er dann „ausgewachsen ist“), der als subtiler Schleier wirkt. Dieser agiert als ästhetisches, kulturelles und psychologisches Element, welches den Übergang zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit markiert.
Durch das Miteinander aller Beteiligten konnte ein nachhaltiges Gebäude mit hoher räumlicher, sozialer und atmosphärischer Qualität entstehen.
Nachhaltigkeit
Extensive Dachbegrünung und offene Retentionsflächen leisten einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas und zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
23,50 kWh/(m²a)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
12
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