Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


„Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Ahmet Cavuslar

Blick auf den Getreidespeicher & Promonade - „Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

© Ahmet Cavuslar

Ankommen ins Quartier & Veranstaltungsfläche - „Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

© Ahmet Cavuslar

Speichercafé/Restaurant im Getreidespeicher - „Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

© Ahmet Cavuslar

Rundgang im Silo - „Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

© Ahmet Cavuslar

Atelierwohnen - „Raum für Morgen“ – Revitalisierung der Speicherbauten im Rheinhafen Karlsruhe

© Ahmet Cavuslar

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Ahmet Cavuslar

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

02.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Der Rheinhafen Karlsruhe ist geprägt von historischen Speicherbauten und großzügige Flächen mit erheblichem Entwicklungspotenzial. Der Entwurf bewahrt diesen industriellen Charakter und transformiert ihn zu einem lebendigen, gemischt genutzten Quartier. Zentrales Element ist die Revitalisierung des denkmalgeschützten Getreidespeichers als kultureller Anker und identitätsstiftendes Herzstück. Als Kulturspeicher aktiviert er das industrielle Erbe und wirkt als Impulsgeber für die Entwicklung des gesamten Areals.

Das städtebauliche Konzept basiert auf drei Strategien:​ Kulturachse, Mixed-Use-Nachverdichtung und klimaresiliente Freiräume. Im Süden bleiben die Bestandsbauten erhalten und werden behutsam transformiert. Entlang einer neuen Promenade entsteht eine Kulturachse durch die bestehenden Speicher- und Hafengebäude zieht. Die Hafenkante wird durch Nutzungen aus Forschung und Lehre ergänzt und als öffentlicher Wissens- und Innovationsort am Wasser erlebbar.

Nördlich entwickelt sich eine Blockrandstruktur mit gemischt genutzten Gebäuden. Aktivierte Erdgeschosse mit gemeinschaftlichen und gewerblichen Nutzungen beleben den öffentlichen Raum, während in den Obergeschossen vielfältige Wohnformen organisiert sind. Die Baukörper formen eine Abfolge von Wohnhöfen, die sich zum Wasser öffnen. Öffentliche Querverbindungen vernetzen das Quartier und führen als Gassen zur Promenade, wodurch eine Abfolge differenzierter Platzräume entsteht.
Die Freiraumstrategie stärkt die Aufenthaltsqualität durch eine durchgängige Rheinpromenade, öffentliche Plätze und großzügige Grünflächen. Diese fungieren zugleich als klimaresiliente Retentionsräume bei Starkregen und Verbessern durch Vegetationsstrukturen und Verschattung das Mikroklima. Ergänzend entstehen grüne Höfe und Pocket Parks als gemeinschaftliche Freiräume, die ein zusammenhängendes grün-blaues Netzwerk bilden.
Das Quartier folgt dem Prinzip der kurzen Wege und ist weitgehend autofrei. Mobilityhubs mit Parken, Sharing-Angeboten und E-Bike-Stationen bündeln den motorisierten Verkehr an den Rändern. Fuß- und Radwege entlang der Hauptachse und der Promenade bilden das Rückgrat der Erschließung. Neue Haltestellen binden das Gebiet an den öffentlichen Nahverkehr an und vernetzen es mit der Stadt.
Der Getreidespeicher wird behutsam umgenutzt und bleibt in seiner industriellen Erscheinung erhalten. Er vereint Ausstellungen, Veranstaltungen, Werkstätten und Ateliers. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Café, Gastronomie und Markthalle zum öffentlichen Raum. Silos werden zu einem Rundgang-Erlebnis, der Maschinenturm beherbergt ein Museum. Atelier- und Arbeitsbereiche sowie Atelierwohnungen verbinden Produktion, Kultur und Wohnen vertikal.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Ausgehend vom denkmalgeschützten Getreidespeicher entwickelt sich das Quartier aus dem Bestand heraus. Nicht die Neubebauung, sondern die Weiterentwicklung der industriellen Struktur bildet den Ausgangspunkt der städtebaulichen Ordnung. Der Speicher wirkt dabei als räumlicher und programmatischer Motor, der eine neue Kulturachse initiiert und die angrenzenden Nutzungen zu einem zusammenhängenden, gemischten Stadtgefüge verknüpft. So entsteht ein Quartier, das nicht überformt, sondern aus seiner industriellen Identität herauswächst.
 

Nachhaltigkeit

Der Entwurf folgt dem Prinzip minimaler Eingriffe und begreift den Bestand als Ressource. Durch den Erhalt der Tragstruktur bleibt gebundene graue Energie erhalten und Emissionen werden deutlich reduziert. Passive Strategien wie innenseitige Dämmung, die Aktivierung der thermischen Speichermasse und Nachtauskühlung ermöglichen ein ausgeglichenes Raumklima bei geringem technischem Aufwand.
Flexible Grundrisse und Lehmtrennwände in den Wohnbereichen stärken die räumliche Qualität und tragen zur natürlichen Feuchteregulierung bei. Ergänzend sichern Wärmepumpe, Flächenheizung und Photovoltaik auf den Dachflächen eine weitgehend regenerative Energieversorgung.

Schlagworte

Bauen im Bestand, Umnutzung, Industriekultur, Quartiersentwicklung, Mixed-Use, Kulturachse, Öffentlicher Raum, Graue Energie, Passive Klimastrategien, Grün-blaue Infrastruktur, Wohnen und Arbeiten

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