Architekturobjekte


„On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

50968 Köln, RaderberggĂŒrtel 40

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: SIC Architekten GmbH

Außenansicht - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Baustelle On-air-Leuchte - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© sic architekten

Brandschutz 1 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Brandschutz 2 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

BĂŒro - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Kammermusiksaal - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Kantine - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Luftansicht Innenhof und Baucontainer 2 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Studio 3 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Studio Detail 1 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Photo: Markus Bollen

Studio Detail 2 - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Markus Bollen

Federn DeckenaufhĂ€ngung - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Markus Bollen

Klimazentrale - „On Air“-Licht an – BaulĂ€rm aus

© Markus Bollen

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: SIC Architekten GmbH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

RaderberggĂŒrtel 40, 50968 Köln, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

01.2012

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

SIC Architekten GmbH

Dillenburger Str. 101

51105 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 952929-0

info@sic-gmbh.de

Beschreibung

Objektbeschreibung

ZunĂ€chst fĂŒr die Brandschutzsanierung des Deutschlandfunks beauftragt, waren die sic architekten aus Köln schließlich vierzehn Jahre mit der Planung, Ausschreibung und vor allem AusfĂŒhrung einer Generalsanierung der Sendeanstalt betraut. Neben einer Schadstoffsanierung standen unter anderem die Erneuerung des zentralen Schaltraums, die Integration einer neuen Kantine in den Bestand sowie die Umgestaltung von Foyer, Innenhof und Vorplatz an. Da der Sendebetrieb wĂ€hrend aller Bauphasen störungsfrei weiterlaufen musste, stellten die akustischen Rahmenbedingungen des Projekts stets besondere Herausforderungen an alle beteiligten Gewerke.

Beschreibung der Besonderheiten

Als Planungs-, Ausschreibungs- und AusfĂŒhrungsleistung ist „Bauen im Bestand“ bei vielen ArchitekturbĂŒros des Landes fester Portfoliobestandteil. Wenn bei der Ausschreibung jedoch der Zusatz „bei laufendem Betrieb“ gefordert wird, gibt es zu Recht nur noch wenige in der Branche, die sich auch hochkomplexen Herausforderungen stellen. Die sic architekten aus Köln haben gerade eine besonders vielschichtige Bestandsbausanierung abgeschlossen, die dem fĂŒnfzehnköpfigen Planungsteam im Laufe von vierzehn Jahren in höchstem Maße vorausschauendes Denken, kalkulatorische EinschĂ€tzungsgabe, objektspezielles Fachwissen und diplomatisches Kommunikationsgeschick abverlangte: Die Rede ist von der Generalsanierung des Deutschlandradio Köln bei laufendem Sende- und Verwaltungsbetrieb.

Von Beginn an war Daniel Bach, Projektleiter und GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei sic architekten, klar, welch unvergleichbar hohen Stellenwert das Thema Akustik innerhalb einer Hörfunkanstalt hat. Und auf dieses Thema mussten er und sein Team auch fortan ein Hauptaugenmerk richten, wenn es um die Koordination aller, oftmals parallel durchgefĂŒhrten, Maßnahmen im Funkhaus ging.

Mit den Aufgaben gewachsen
Nachdem die Bauaufsichtsbehörde 1997 im Sende- und VerwaltungsgebĂ€ude des Deutschlandradio Köln erhebliche BrandschutzmĂ€ngel festgestellt hatte, wurde dem Betreiber die Auflage fĂŒr unmittelbare ErtĂŒchtigungsmaßnahmen und die anschließende DurchfĂŒhrung einer umfassenden brandschutztechnischen Instandsetzung des GebĂ€udes auferlegt. Ein Jahr spĂ€ter wurden die sic architekten mit entsprechenden Planungen beauftragt. Bereits nach kurzer Zeit aber stellte sich heraus, dass es aufgrund des GebĂ€udealters sowie des Umfangs der fĂŒr eine Brandschutzsanierung notwendigen Eingriffe auf eine Generalsanierung des 24-geschossigen Hochhauses (inklusive vier Untergeschossen) hinauslaufen wĂŒrde. Hierzu zĂ€hlten dann zwischen 2000 und 2012 vor allem die Sanierung von sechs Studios im laufenden Sendebetrieb, die Umgestaltung des Foyers sowie die Neugestaltung des Innenhofes und des Vorplatzes inklusive Straßenplanung. Der Neubau einer Kantine und die Erneuerung der zentralen SchaltrĂ€ume der Sendetechnik komplettierten den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Schließlich machte die anfangs beauftragte Brandschutz-, Asbest- und KMF-Sanierung im Schwarzbereich nur noch einen vergleichbar kleinen Anteil der gesamten Auftragssumme aus.

Nachdem rund zweieinhalb Jahre spĂ€ter die Grundplanungen abgeschlossen und verabschiedet waren, wurden 2000 und 2001 die dringendsten MĂ€ngel in den Bereichen RettungstĂŒren, RettungswegefĂŒhrung, Treppenhaus- und Sendesaal-Entrauchung als Vorabmaßnahmen in Angriff genommen. Der Sendesaal ist zusammen mit den Studios im vierstöckigen Flachbau untergebracht. Mit hochsensibler Aufnahmetechnik ausgestattet, bieten diese RĂ€ume alles, was das Herz eines Aufnahmeleiters höher schlagen lĂ€sst. So ist jeder Raum, in dem konzertante oder dramaturgische StĂŒcke aufgenommen werden, akustisch vom restlichen GebĂ€ude entkoppelt. Die Decken sind mit Drahtseilen an Federn aufgehĂ€ngt – Boden und WĂ€nde stehen auf ebenfalls Stahlfedern.

WĂ€hrend zum Beispiel der Einbau einer BrandschutztĂŒr unter normalen Bedingungen sowohl konstruktionstechnisch als auch preislich in ĂŒberschaubarem Rahmen bleibt, musste das gleiche Ergebnis im Funkhaus mit wesentlich mehr Technik- und Materialaufwand hergestellt werden, da hier die komplexe mehrschichtige Wandkonstruktion in all ihren Materialebenen durchdrĂ€ngt werden musste. Auch nach dem Einbau der TĂŒranlagen mĂŒssen diese Schichten schalltechnisch voneinander entkoppelt sein. So waren umfangreiche Detailplanungen bis hin zur einzelnen Schraube unumgĂ€nglich.

Weitere Maßnahmen in diesem Segment betrafen unter anderem den Austausch aller Brandschutzklappen, die Installation neuer Lösch- und Entrauchungsanlagen in TreppenhĂ€usern sowie Fahrstuhl- und VersorgungsschĂ€chten.

BewĂ€hrt: Konzept „MusterbĂŒro“
Bevor das Projektteam die systematische Sanierung des Verwaltungsbereichs im Hochhaus einleitete, bedienten sich die Kölner Architekten eines bewĂ€hrten Projektsteuerungsinstrumentes: sic architekten definierte im 10. Obergeschoss einen Musterbereich, in dem alle wesentlichen Änderungen und Ausstattungen tatsĂ€chlich realisiert und anschließend einem Praxistest unterzogen wurden. Die Ergebnisse dieser PrĂŒfungen wurden dann in die Planungen der ĂŒbrigen GebĂ€udesanierung integriert. Hierdurch können zum einen viele UnwĂ€gbarkeiten beim Bauen im Bestand erkannt und behandelt werden, da viele MĂ€ngel erst nach zerstörenden Eingriffen sichtbar werden. Zum anderen lĂ€sst sich mit dieser Maßnahme einen hohen Zufriedenheitsgrad bei den Nutzern erwirken. „Diesen Zwischenschritt versuchen wir bei grĂ¶ĂŸeren Projekten stets einzuplanen und haben damit sowohl aus praktischer als auch auf kommunikativer Ebene beste Erfahrungen gemacht. GrĂ¶ĂŸere VerĂ€nderungsprozesse – und dazu zĂ€hlt auch der massive Eingriff in den gewohnten Arbeitsalltag – lassen sich viel effektiver gestalten, wenn möglichst alle Beteiligten angemessen mit einbezogen werden“, so Bach. Dieses Musterkonzept ließ sich jedoch nicht auf die Sanierung von SenderĂ€umen und Studios ĂŒbertragen, denn hier zeichneten sich die jeweiligen Anforderungen als viel zu individuell ab.

Erschwerte Rahmenbedingungen
Rotes On Air-Licht bedeutet Livesendung! In dieser Zeit mĂŒssen nahezu alle Arbeiten in der NĂ€he eines Studios unterbrochen, verlegt oder sogar vertagt werden. Schlimmstenfalls halbstĂŒndlich, denn zur Hauptsendezeit stehen beim Deutschlandfunk und DRadio Wissen aus Köln fĂŒnfminĂŒtige Nachrichten auf dem Programm. Quasi wie ein in Stein gemeißeltes Baustellengesetz sollte diese Regel fortan den Tagesablauf auf der Sanierungsbaustelle mitbestimmen. Dazu wurden hier zahlreiche „On Air“-Leuchten zusĂ€tzlich montiert. Deren Bedeutung musste jedem Mitarbeiter, Handwerker und Lieferanten unmissverstĂ€ndlich vermittelt werden, bevor diese das Funkhaus betreten durften. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Trotz aller Vorsicht ist es im Laufe der vielen Projektjahre doch drei Mal vorgekommen, dass BaugerĂ€usche ins Studio ĂŒbertragen wurden und zwangslĂ€ufig mit ‘auf Sendung‘ gingen“, erklĂ€rt Bach schmunzelnd.

Jeweils drei der insgesamt 18 BĂŒroobergeschosse des Verwaltungshochhauses wurden von oben nach unten zu einer Sanierungseinheit zusammengefasst. Dabei diente die jeweils untere Etage als GerĂ€uschpuffer, Zwischenlager und flexibler Raum fĂŒr alle möglichen EventualitĂ€ten. Die dort untergebrachten Mitarbeiter siedelten zwischenzeitlich fĂŒr zwei bis drei Monate in eine rund 1.050 m2 fassende Baucontainer-Lösung um, die mit 72 Einheiten fĂŒr den gesamten Projektzeitraum auf dem weitlĂ€ufigen Dach des vierstöckigen Flachbaus errichtet worden war. Aber schon vor der Umsiedlung der einzelnen Abteilungen in den Container-Park wurde festgelegt, inwieweit es beim Einzug zurĂŒck in die sanierten Etagen zu ablaufoptimierten Umgruppierungen kommen sollte.

Nichts blieb dem Zufall ĂŒberlassen. SpĂ€testens bei dem Start des zweiten Dreier-Bauabschnitts musste die Versorgung der darĂŒber liegenden, frisch sanierten und wieder bezogenen Stockwerke gewĂ€hrleistet sein. Entsprechend war die hauseigene TGA-Abteilung von sic architekten unter anderem damit betraut, die gesamte Haustechnik inklusive Strom, Datennetz, Abwasser, Heizung, LĂŒftung, Regenwasser, etc. zu ĂŒberbrĂŒcken.

Die ServerrĂ€ume stellten dabei stets eine besondere Herausforderung dar, weil sich hier nahezu keine rĂ€umlichen Alternativen anboten. Auch ihr Betrieb musste gewĂ€hrleistet sein, selbst wenn direkt benachbarte RĂ€ume kernsaniert wurden. Entsprechend hoch war auch der Planungsaufwand fĂŒr adĂ€quate Provisorien beispielsweise in Bezug auf Datentransfer, Stromversorgung oder KĂŒhlung.

Da die Materialanlieferung und -ablieferung ausschließlich ĂŒber die hauseigenen LastenaufzĂŒge erfolgen konnte, die jedoch auch weiterhin fĂŒr das regulĂ€re TagesgeschĂ€ft zur VerfĂŒgung stehen mussten, bedurfte es auch hierbei einer minutiösen Planung. So wurden große Materialmengen beispielsweise im Schichtbetrieb, am Wochenende oder zumindest nach 18.00 Uhr befördert.

WÀhrend die sic architekten im Hochhausturm Pufferetagen einrichten konnten, galt es im Flachbau mit Studios, Kantine und HauptserverrÀumen, den Baustellenablauf trotz der direkten rÀumlichen NÀhe zum laufenden TagesgeschÀft reibungslos zu gestalten.
Nicht zuletzt durch die Einhaltung von Zeit- und Kostenrahmen sowie dem großen Erfahrungsschatz mit dem Projekt Deutschlandradio in Köln haben die sic architekten auch den Zuschlag fĂŒr die Brandschutzsanierung der ZDF-Verwaltungs- und SendebetriebsgebĂ€ude auf dem Lerchenberg in Mainz erhalten – natĂŒrlich ebenfalls bei laufendem Sendebetrieb 



Deutschlandradio
1994 kam es zum Zusammenschluss der bis dahin eigenstĂ€ndigen Rundfunkanstalt Deutschlandfunk mit dem ehemaligen West-Berliner RIAS und dem DDR-Deutschlandsender. Damit fusionierten erstmalig in der deutschen Hörfunkgeschichte Rundfunkeinrichtungen mit unterschiedlicher Herkunft und rechtlicher Organisationsform. Seitdem setzt sich das Deutschlandradio – oder auch der nationale Hörfunk, wie es sich selbst bezeichnet – aus den drei bundesweit ausgestrahlten Hörfunkprogrammen Deutschlandfunk, DRadio Wissen und Deutschlandradio Kultur zusammen. Gemeinsam mit Verwaltung und Intendanz haben die ersten beiden Sparten ihren Sitz im Funkhaus Köln, wĂ€hrend das Kulturprogramm von Berlin aus produziert und gesendet wird.

Im 1980 in Betrieb genommenen Kölner Funkhaus sind unter anderem ein Sendesaal und 15 Aufnahmestudios untergebracht. Neben 38 tĂ€glichen Nachrichtensendungen im Rahmen eines 24-stĂŒndigen Hörfunkprogramms werden hier auch zahlreiche TontrĂ€geraufnahmen produziert. Zu diesem Zweck vermietet Deutschlandradio seine mit aufnahmetechnischem Hightech ausgestatteten RĂ€umlichkeiten an senderfremde Produktionsfirmen.

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