Architekturobjekt 5 von 14.405

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Neubau eines Gartenbetriebshofs

34131 Kassel, Ochsenallee 91

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Anderhalten Architekten GmbH

Prägnanter Kopfbau - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Lärchenholzfassade - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Städtebauliche Einbindung - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Langgestreckter Baukörper - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Topographie - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Innenhof - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Funktional - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Sichtbare Konstruktion - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Atmosphärische Loggia - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Skulpturales Treppenhaus - Neubau eines Gartenbetriebshofs

© Werner Huthmacher

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Anderhalten Architekten GmbH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Ochsenallee 91, 34131 Kassel, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

10.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architektur: Landschaftsarchitekt

GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR

Treppenstrasse 2

34117 Kassel

Deutschland

Fachplanung: Gebäudetechnik

Ingenieurbüro Rottkamp GbR

Crumbacher Str. 35

34253 Lohfelden

Deutschland

Fachplanung

IWE Ingenierberatung

Altenbaunaer Straße 80

34132 Kassel

Deutschland

Fachplanung: Elektrotechnik

Planungsbüro Bein u. Daume GbR

Wilhelmshöher Allee 118

34119 Kassel

Deutschland

Tel. +49 561 928810

info@buero-daume.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

EFG Beratende Ingenieure GmbH

Ederweg 4-6

34277 Fuldabrück

Deutschland

Tel. +49 561 5746529

kontakt@efg-ing.de

Fachplanung: Verkehrswesen

Ingenieurbüro Lüpke+Zischkau

Henschelweg 11

34292 Ahnatal

Deutschland

Tel. +49 5609 8048-50

info@lzu.de

Fachplanung: Brandschutz

Neumann, Krex & Partner GmbH

Enster Str. 5

59872 Meschede

Deutschland

Tel. +49 291 200420

brandschutz@nk-ing.de

Fachplanung: Schallschutz, Raumakustik

Ingenieurbüro für Bauphysik Frank Otto

Holunderäcker 8

34225 Baunatal

Deutschland

Bauherr

LBIH Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen

Leuschnerstraße 75

34134 Kassel

Deutschland

Verwendete Produkte

Bankraum

Bodenbeläge

Industrieparkett

Hermanns HTI-Bau GmbH & Co. KG

Fassaden

Betonfassadenplatten

Holzbau Spohr GmbH

Fassaden

Lärchenholz

Gebäudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

15.875 m³

 

Bruttogrundfläche

3.130 m²

 

Nutzfläche

2.358 m²

 

Verkehrsfläche

195 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Mit dem neuen Gartenbetriebshof im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe ist ein Gebäude entstanden, das weit mehr ist als ein reiner Zweckbau. Als präzise gesetzter Baukörper fügt er sich selbstverständlich in die historische Parklandschaft ein und schafft den anspruchsvollen Spagat zwischen funktionaler Infrastruktur, nachhaltiger Bauweise und architektonischer Qualität.

Der Neubau bildet den räumlichen Abschluss des Grünzuges zwischen Ochsenallee und Besucherparkplatz. Statt als dominante Großstruktur aufzutreten, wurde das Gebäude konsequent aus der Topografie heraus entwickelt. Die langgestreckte, flache Silhouette folgt dem natürlichen Geländeverlauf und integriert selbst das erhebliche Volumen der Großgerätehalle nahezu unsichtbar in den Hang. Während der südliche Gebäudeteil in die Landschaft eintaucht, markiert der nördliche Gebäudekopf selbstbewusst den Auftakt an der Ochsenallee. So entsteht ein skulpturaler Baukörper, der Orientierung schafft, ohne mit den historischen Bauwerken des Bergparks zu konkurrieren.

Die dreigeschossige Organisation nutzt die vorhandenen Höhenunterschiede optimal aus und ermöglicht kurze Wege sowie effiziente Betriebsabläufe. Die funktionalen Anforderungen eines modernen Gartenbetriebshofes werden dabei konsequent mit einem hohen gestalterischen Anspruch verbunden. Der Bau bleibt als Arbeitsgebäude klar ablesbar, gewinnt jedoch durch seine präzise Einbindung in den Landschaftsraum eine außergewöhnliche architektonische Präsenz.

Ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfsgedankens ist die nachhaltige Konstruktion. Der Gartenbetriebshof wurde als vorgefertigter Holzrahmenbau auf einem massiven Stahlbetonsockel realisiert. Die Verwendung des nachwachsenden Baustoffs Holz reduziert den CO₂-Fußabdruck erheblich und steht zugleich für eine ressourcenschonende Bauweise. Die hinterlüftete Fassade aus heimischer Lärche verleiht dem Gebäude eine natürliche Materialität, die sich harmonisch in die umgebende Parklandschaft einfügt und über die Jahre eine würdevolle Patina entwickelt.

Auch im Inneren setzt sich der Nachhaltigkeitsgedanke konsequent fort:​ Holzständerwände mit Zellulosedämmung und Lehmbauplatten sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima und verbessern die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes. Die extensive Dachbegrünung versteht sich als Fortsetzung der angrenzenden Parkflächen und unterstützt die Regenwasserrückhaltung sowie die Förderung der Biodiversität.

Der Gartenbetriebshof Kassel zeigt exemplarisch, wie technische Infrastruktur und anspruchsvolle Architektur miteinander verschmelzen können. Durch die sensible Einbindung in die Topografie, den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die hohe gestalterische Qualität entsteht ein Funktionsgebäude, das sich nicht in den Vordergrund drängt und dennoch eine starke architektonische Identität entwickelt. Es ist ein Bauwerk, das die Kulturlandschaft nicht nur bewirtschaftet, sondern selbst zu einem selbstverständlichen Teil von ihr wird.

Beschreibung der Besonderheiten

Der Gartenbetriebshof wurde aus den betrieblichen Anforderungen der Parkbewirtschaftung heraus entwickelt. Die dreigeschossige Organisation nutzt die natürliche Topografie des Geländes, um die unterschiedlichen Funktionsbereiche effizient miteinander zu verknüpfen und gleichzeitig die Flächeninanspruchnahme zu minimieren.

Durch die Einbettung in den Hang können mehrere Ebenen direkt erschlossen werden. Dies ermöglicht kurze Wege zwischen Fahrzeughalle, Werkstätten, Lagerflächen, Sozial- und Verwaltungsbereichen sowie eine klare Trennung der Betriebsabläufe. Die Großgerätehalle ist unmittelbar an die Außenflächen angebunden und gewährleistet eine schnelle Ein- und Ausfahrt der für die Pflege des Bergparks erforderlichen Fahrzeuge und Maschinen.

Die kompakte Anordnung aller Nutzungen unter einem Dach reduziert interne Wegezeiten, vereinfacht die Organisation der Arbeitsabläufe und verbessert die Kommunikation zwischen den verschiedenen Betriebsbereichen. Gleichzeitig werden Verkehrsflächen auf das notwendige Maß begrenzt und die Versiegelung des Grundstücks minimiert.

Die funktionale Effizienz des Gebäudes entsteht dabei nicht durch technische Komplexität, sondern durch die präzise Abstimmung von Gebäudeorganisation, Geländetopografie und betrieblichen Anforderungen. So verbindet der Gartenbetriebshof wirtschaftliche Betriebsabläufe mit einem ressourcenschonenden Umgang mit Fläche und Landschaft.

Nachhaltigkeit

Energie- und Materialkonzept
Das Energie- und Materialkonzept des Gartenbetriebshofs basiert auf den Prinzipien der Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. Ausgangspunkt ist ein kompakter, in die Topografie integrierter Baukörper, der den Flächen- und Ressourcenverbrauch minimiert. Durch die teilweise Einbindung des Gebäudes in den Hang können Fassadenflächen reduziert und die thermische Hüllfläche optimiert werden. Die Nutzungen sind entsprechend ihrer Temperaturanforderungen zoniert, wodurch beheizte und unbeheizte Bereiche klar voneinander getrennt und der Energiebedarf reduziert werden.
Im Sinne der Konsistenz wurde der überwiegende Teil des Gebäudes als Holzbau aus nachwachsenden Rohstoffen konzipiert. Die Konstruktion besteht aus einem vorgefertigten Holzrahmenbau mit heimischer Douglasienfassade, Brettschichtholz- und Brettstapelelementen sowie Zellulosedämmung. Innen kommen Lehmbauplatten und Lehmputze zum Einsatz, die durch ihre natürliche Materialität und Feuchteregulierung zu einem gesunden Raumklima beitragen. Die extensive Dachbegrünung bindet das Gebäude in den Landschaftsraum ein und verbessert gleichzeitig das Mikroklima.

Die Energieeffizienz wird durch eine hochgedämmte Gebäudehülle, Dreifachverglasung, außenliegenden Sonnenschutz, Wärmerückgewinnung in der Lüftungstechnik sowie den Einsatz energieeffizienter Anlagentechnik erreicht. Die Planung erfüllt die energetischen Standards des Landes Hessen mit einer Unterschreitung der Anforderungen der EnEV. Aufenthaltsräume werden natürlich belichtet und belüftet, wodurch der technische Energiebedarf zusätzlich reduziert wird.

Bereits im Wettbewerbsentwurf wurde die Möglichkeit einer regenerativen Energieversorgung mit regional verfügbaren Hackschnitzeln aus dem umgebenden Forst vorgesehen. Zusätzlich ist die große, südorientierte Dachfläche der Gerätehalle für eine Photovoltaiknutzung vorbereitet. Die Anlage kann perspektivisch die Energieversorgung eines elektrifizierten Fuhrparks unterstützen und damit einen weitgehend CO₂-neutralen Betrieb ermöglichen.

Obwohl das Projekt nicht explizit nach einem Cradle-to-Cradle-Zertifizierungsansatz entwickelt wurde, folgen Materialwahl und Konstruktion wesentlichen C2C-Gedanken:​ hoher Anteil nachwachsender Rohstoffe, sortenreine und langlebige Konstruktionen, geringer Materialeinsatz sowie die Verwendung weitgehend natürlicher und recyclingfähiger Baustoffe.

Schlagworte

Betriebshof, Holzkonstruktion, Holzbau, Holzfassade, UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe, Funktionsgebäude

Energetische Kennwerte

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Gas

Objektdetails

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