Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Mutter-Kind-Zentrum, HENRIKE, Hannover
30173 Hannover, Janusz-Korczak-Allee 12
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: AEP Architekten Eggert GeneralPlaner GmbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: AEP Architekten Eggert GeneralPlaner GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
10.2025
Nachhaltigkeit
EnEV
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
14.500 m²
Nutzfläche
8.918 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
101.800.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Ausgangspunkt des Projekts war die Idee, mit dem lokalen Klinikbetreiber Diakovere zusammenzuarbeiten und dessen neue Geburtshilfe auf dem Gelände des Kinderkrankenhauses anzusiedeln, um dadurch Synergien zu ermöglichen. Zur räumlichen Zusammenführung der zugehörigen Neonatologie und Intensivpflege wurde die bestehende Operationsebene neu organisiert.
Das daraus entstandene neue Mutter-Kind-Zentrum „Henrike“ öffnete am 2. Oktober 2025 seine Türen – mit erneuerter neonatologischer Intensivpflege, zwei neuen Operationssälen und der neuen Geburtshilfe mit einer Kapazität von bis zu 4.500 Geburten pro Jahr.
Beschreibung der Besonderheiten
Die strategische Kooperation der beiden Gesundheitsdienstleister macht das Projekt zu einem ganzheitlichen Mutter-Kind-Zentrum und bildet gemeinsam mit den angrenzenden Fachbereichen einen vollständigen Campus für Familienmedizin. Damit erhält die Gesellschaft ein Kompetenzzentrum mit einem hochspezialisierten Team im Einklang mit den Zielen des Gesundheitssystems.
Durch die Zusammenführung kritischer Funktionen rund um die Geburt wird bei schwerwiegenden Komplikationen wertvolle Zeit gespart. Die bestehende neonatologische Intensivstation des Kinderkrankenhauses liegt nun Tür an Tür mit der neuen Diakovere-Geburtshilfe.
Eine Kooperation dieser Größenordnung ist außergewöhnlich und kann als Modell für andere Klinikbetreiber dienen.
Alles unter einem Dach:
Die Bündelung von Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Neugeborenenmedizin und pränataler Diagnostik unter einem Dach schafft Sicherheit für Eltern und Kind – sowohl bei normalen Schwangerschaften als auch bei Risikoschwangerschaften. Die postnatale Versorgung von Frühgeborenen, Mehrlingen oder Neugeborenen mit medizinischem Betreuungsbedarf ergänzt das Angebot.
Gestaltungsqualität, Innovation und technische Exzellenz
Das Mutter-Kind-Zentrum zählt zu den modernsten in Deutschland. Erreicht wurde dies durch eine sorgfältig phasierte Transformation mit Interimsmaßnahmen während der Bauphase. Drei Einheiten wurden im bestehenden Gebäude in unmittelbarer Nähe zur neuen Geburtshilfe zusammengeführt, um nahtlos mit dem Neubau der Geburtshilfe zusammenzuarbeiten:
- Die gesamte Neonatologie wurde auf höchsten Standard modernisiert und auf 18 Betten erweitert.
- Der intensivmedizinische Bereich der Neonatologie wurde mit modernsten Inkubatoren von Dräger ausgestattet, um die Temperatur der Neugeborenen zu regulieren, bevor sie in Wärmebetten umgebettet werden.
- Die neuen Operationsräume im Bestandsgebäude wurden entlang desselben Flurs angeordnet, der an die Operationsräume der neuen Geburtshilfe anschließt, sodass eine gemeinsame OP-Einheit entsteht.
Ein neuer Bau direkt vor der Tür:
Die neue Geburtshilfe wurde auf dem ehemaligen Vorplatz platziert. Die Herausforderung der räumlichen Begrenzungen des Grundstücks auf allen Seiten wurde durch das kreative Überbauen und Überkragen bestehender Gebäude gelöst. Diese innovative Problemlösung wird zu einer spielerischen Hommage an die regelmäßig akzentuierten Risalite des historischen Hauptgebäudes. Die Entwicklungslinie folgt der Janusz-Korczak-Allee, wobei sich die Dichte am Dreh- und Angelpunkt „Henrike“ verdichtet.
Modern und komfortabel:
Die Geburtshilfe umfasst neun moderne und helle Kreißsäle, zwei Geburtswannen und eine Entspannungswanne, 35 Patientenzimmer mit eigenen Bädern für insgesamt bis zu 67 Patientinnen, Familienzimmer, zwei zusätzliche Überwachungszimmer direkt innerhalb der Geburtshilfe, mehrere Stillräume sowie zwei moderne Operationssäle.
Angewandte Forschung:
Die Innenraumgestaltung integriert eine Reihe innovativer Systeme. Das Leitsystem wird durch das Indoor-Navigationssystem Everguide als Barrierefreiheitsinstrument ergänzt, das vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Kinder lernen, einen interaktiven Aquarium-Bildschirm zu nutzen: Von Kindern gezeichnete Fische können in einer Wandbox eingescannt werden und erscheinen anschließend lebendig in einer Unterwasserlandschaft.
Funktionalität, Flexibilität und betriebliche Leistungsfähigkeit
Das Kooperationsprojekt ermöglicht Synergien durch die räumliche Nähe komplementärer Funktionen. Besonders vorteilhaft ist die Nachbarschaft der neonatologischen Intensivstation im Bestandsgebäude, die nur wenige Meter von den geburtshilflichen Operationsräumen im Neubau entfernt liegt. Durch diese Nähe wird wertvolle Zeit gespart, um Neugeborene mit Komplikationen unmittelbar auf die Intensivstation zu bringen.
Nähe auf einer Ebene
Die Nähe von Kreißsälen und Operationsräumen ist beiderseits von Vorteil: Bei chirurgischem Bedarf befindet sich ein Kaiserschnitt-Operationsraum Tür an Tür mit den Kreißsälen. Umgekehrt dienen zwei der Kreißsäle auch als Räume für kleinere Behandlungen, falls kurzfristig ein zusätzlicher Operationsraum benötigt wird.
Flexibilität
Für zukünftige Anpassungsfähigkeit ist der Neubau der Geburtshilfe auf allen Ebenen mit den Bestandsgebäuden verbunden. Auch wenn einige Verbindungen derzeit nur als gegenseitige Fluchtwege dienen, können sie allein durch eine Umprogrammierung der Türeinstellungen als vollwertige Flurverbindungen genutzt werden. Ebenso können die offenen Flurtüren umprogrammiert werden, falls Abteilungen oder Module für funktionale Umstrukturierungen oder aus Gründen der Infektionskontrolle geschlossen werden müssen.
Das Logistikkonzept ist auf Kellergeschossebene in die bestehenden Einrichtungen integriert, ohne dass Doppelstrukturen erforderlich sind. Durch die Zentralisierung von Diensten der beiden betreibenden Eigentümer wird der Bedarf an Back-of-House-Räumen auf ein Minimum reduziert. Der Lagerflächenbedarf auf den einzelnen Ebenen bleibt durch ein Versorgungskonzept mit regelmäßiger Nachbestückung gering.
Nachhaltigkeit, Resilienz und Lebenszykluswert
Die Verdichtung des Projekts auf dem bestehenden Grundstück spart intelligent Flächen- und Infrastrukturressourcen.
Die bestehende technische Gebäudeausrüstung wurde im Rahmen eines resilienten „Energiekonzepts“ mit gegenseitigen Backup-Funktionen für die Lüftung, erhöhter Sicherheit der Stromversorgung und zentralisierter medizinischer Gasversorgung aufgerüstet.
Der Anschluss an das städtische Fernwärmenetz reduziert den jährlichen CO₂-Fußabdruck und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Er ermöglicht außerdem Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit im Hinblick auf eine langfristige betriebliche Leistungsfähigkeit. Die Wärme kann durch adiabatische Effekte auch zur Kälteerzeugung genutzt werden. Diese systemübergreifende Skalierbarkeit macht das Gebäude widerstandsfähiger gegenüber extremen Hitzebedingungen.
Eine sorgfältige Materialauswahl gewährleistet lange Lebenszyklen, etwa durch Ziegel und weit gespannte Betonraster. Dies ermöglicht eine lange Nutzungsdauer, einfache Instandhaltung und zukünftige Nutzungsänderungen. Das Farb- und Materialkonzept wurde mit dem spezifischen Branding des Auftraggebers für dieses Kooperationsprojekt entwickelt.
Durch die Nähe zum öffentlichen Nahverkehr und ein großzügiges Angebot an Fahrradstellplätzen fördert der Standort eine CO₂-reduzierte Mobilität für Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher.
Die Resilienz gegenüber Grundwassereinwirkungen wird durch naturbasierte Strategien wie Rückhaltung, Bewässerung und Höherlegung erreicht, um eine Überlastung der öffentlichen Entwässerung zu vermeiden.
Menschliche Erfahrung, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Einbindung
Das menschenzentrierte Design begann mit der Idee, Mutter und Kind stets zusammenzuhalten – selbst wenn während der Schwangerschaft kritische Komplikationen auftreten. Dieses Prinzip bildet das Kernstück des Kooperationsprojekts, bei dem die Geburtshilfe Wand an Wand mit der Neonatologie und der Kinderklinik liegt.
Auch die Mitarbeitenden finden sich in einem neuen Kompetenzzentrum für Familienmedizin wieder. Ärztinnen und Ärzte, Hebammen sowie Pflegekräfte profitieren von einer überdurchschnittlich großzügigen Umgebung mit hochwertiger medizintechnischer Ausstattung und Erholungsbereichen mit Blick in begrünte Landschaftsräume.
Governance und Zusammenarbeit
Das Barrierefreiheitskonzept wurde mit den hohen Anforderungen der Gestaltungsstandards der Stadt Hannover entwickelt. Ein einfacher Zugang und eine natürliche Orientierung unterstützen die Navigation, beispielsweise durch ein taktiles Modell am Eingang und einen externen bettengerechten Aufzug zur Eingangsebene.
Wohlbefinden.
Der Auftraggeber gestaltete zentrale Bereiche nach Feng-Shui-Prinzipien. Daraus entstanden hochwertige Innenräume mit viel Tageslicht, großzügigen Bereichen mit Sichtbeziehungen und natürlichen Materialien. Der Innenhof lädt in einen Landschaftsbereich mit Barfußpfad ein. Die Prinzipien der Harmonie führten zu einer „Entrümpelung“ typischerweise überladener Kreißsäle – eine Herausforderung in einem medizinisch hochwertig ausgestatteten Umfeld auf höchstem Standard.
Einbindung – Lernen während der gesamten Umsetzung
In einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen und Führungen wurde der Fortschritt vor Ort Mitarbeitenden, medizinischen Fachleuten, Schulklassen, der Presse, Stadtoberhäuptern sowie dem deutschen Gesundheitsminister vorgestellt.
Nachhaltigkeit
Die Verdichtung des Projekts auf dem bestehenden Grundstück spart intelligent Flächen- und Infrastrukturressourcen.
Die bestehende technische Gebäudeausrüstung wurde im Rahmen eines resilienten „Energiekonzepts“ mit gegenseitigen Backup-Funktionen für die Lüftung, erhöhter Sicherheit der Stromversorgung und zentralisierter medizinischer Gasversorgung aufgerüstet. Der Anschluss an das städtische Fernwärmenetz reduziert den jährlichen CO₂-Fußabdruck und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Er ermöglicht außerdem Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit im Hinblick auf eine langfristige betriebliche Leistungsfähigkeit. Die Wärme kann durch adiabatische Effekte auch zur Kälteerzeugung genutzt werden. Diese systemübergreifende Skalierbarkeit macht das Gebäude widerstandsfähiger gegenüber extremen Hitzebedingungen.
Eine sorgfältige Materialauswahl gewährleistet lange Lebenszyklen, etwa durch Ziegel und weit gespannte Betonraster. Dies ermöglicht eine lange Nutzungsdauer, einfache Instandhaltung und zukünftige Nutzungsänderungen. Das Farb- und Materialkonzept wurde mit dem spezifischen Branding des Auftraggebers für dieses Kooperationsprojekt entwickelt.
Durch die Nähe zum öffentlichen Nahverkehr und ein großzügiges Angebot an Fahrradstellplätzen fördert der Standort eine CO₂-reduzierte Mobilität für Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher.
Die Resilienz gegenüber Grundwassereinwirkungen wird durch naturbasierte Strategien wie Rückhaltung, Bewässerung und Höherlegung erreicht, um eine Überlastung der öffentlichen Entwässerung zu vermeiden.
Auszeichnungen
Europen Healthcare Architecture Award 2026 (Kategorie "Transformation and Adaptation")
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sekundärenergie
Sonstige Heizenergie
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
75
Anzahl Betten
105
Das Objekt im Internet
Objekte in der Umgebung
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