Architekturobjekte


LOV+ Holz-Laubenganghaus für die LSBTI* Community

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christoph Wagner Architektengesellschaft mbH

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christoph Wagner Architektengesellschaft mbH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

04.2026

Nachhaltigkeit

DGNB - Silber

Zeichnungen und Unterlagen

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

11.200 m³

 

Bruttogrundfläche

3.500 m²

 

Nutzfläche

2.300 m²

 

Verkehrsfläche

450 m²

 

Wohnfläche

1.950 m²

 

Grundstücksgröße

2.000 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

3.100.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

7.600.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Alle Obergeschosse des QNG/DGNB zertifizierten Hauses wurden in Holzbauweise (CLT) errichtet. Eine Besonderheit ist die ressourcensparende Erschließung, welche über Laubengänge erfolgt, die sich zwischen zwei offenen Treppenhäusern aufspannen und von 13m langen Holzstützen getragen werden. Erstmalig in Deutschland wurden neben dem Aufzugsschacht, auch die Brandwände in der Gebäudeklasse IV in Holz (CLT) realisiert.
Für den Lebensort Vielfalt PLUS, der 55 LSBTI Menschen mit und ohne Betreuungsbedarf beherbergt, werden die atmosphärischen Qualitäten von Holz im Innen- und Außenraum architektonisch genutzt.

KONZEPT

Die gemeinnützige Schwulenberatung Berlin bietet seit 1981 psychosoziale Hilfe für LGBTI-Personen an und eröffnete vor 12 Jahren den „Lebensort Vielfalt“ Charlottenburg, der neben Beratungsräumen und Einzelwohnungen auch eine große Pflege-WG beherbergt. Dieser wird nun durch das neu errichtete LOV+ im Hof ergänzt.

Die Stärke des Erweiterungskonzepts liegt in der Vielfalt der Unterstützungsformen. LOV+ wirkt Vereinsamung entgegen, fördert Solidarität und ist ein Modell für generationsübergreifendes Wohnen einer gesellschaftlichen Minderheit und präsentiert sich als Beispiel für eine neue Form des Zusammenlebens von Alt und Jung.

Die Architektur des Neubaus setzt diesen Anspruch räumlich und atmosphärisch um. Der Vielfalt der Unterstützungsformen wird mit unterschiedlichen Wohnungstypen begegnet:​
1 Betreute Jugend-WG (Cluster-Whg)
1 Clusterwohnung für Senioren
3 Wohngemeinschaften
13 Wohnungen
Büros und Gemeinschaftsflächen im EG

Alle Erschließungsflächen sind nach außen gekehrt und verbinden die verschiedenen Wohnungstypen über Podeste und Laubengänge so, dass - unterstützt durch große geflieste Bänke auf allen Etagen - beiläufig Begegnungsräume entstehen. Durch die offene und luftige Struktur der Laubengänge und Treppen und die verwendeten Materialien werden einerseits Assoziationen an institutionelle Räume (z. B. lange Flure in Wohnheimen etc.) vermieden und andererseits Klimaaspekte umgesetzt:​ So konnte das beheizte Gebäudevolumens um 17% reduziert sowie Wand-Baustoffe eingespart werden.

BAUSTOFFKONZEPT

Durch die Verwendung von Holz und Holzdämmstoffen konnten Baumaterialien wie Stahlbeton, Stahl, etc. reduziert werden. Die Fassaden sind als vorgehängte hinterlüftete Fassaden errichtet. Die einzelnen Schichten sind nicht verklebt, sondern mechanisch befestigt. Dadurch können sie beim Rückbau in einzelne, wiederverwendbare Fraktionen geteilt werden. Für die Blechbekleidung wurden vorhandene Restbestände eines Wellblechherstellers verwendet. Woraus dann das Farbkonzept des Hauses entwickelt wurde.

ARCHITEKTUR und STÄDTEBAU

Als Nachverdichtung stellt das Haus naturgemäß einen
signifikanten Eingriff in den Bestand dar. Auf
den vorher weitgehend als Garten genutzten
Ort reagiert der Neubau daher durch Raumbildungsprinzipien landschaftlicher Prägung (Holzstützen, Laubengänge, überdachte Freibereiche). Das Bauvolumen ist fragmentiert und weist große offene Durchbrüche auf, die den Hof mit dem hinter dem Haus liegenden Garten verknüpfen

Die Individual-Wohnflächen im gesamten Haus sind zugunsten von Gemeinschaftsflächen minimiert. Auch die 13 Einzelwohnungen haben kleinste Grundflächen (ab 30 qm). Dies geht nicht zu Lasten der Wohnqualität, da sie durch unterschiedlichste Gemeinschafts- und Begegnungsangebote, wie Multifunktionsraum, Bibliothek und Essraum ergänzt werden.

Beschreibung der Besonderheiten

LOV+ steht für ...

… geschützten Wohnraum für eine vulnerable Zielgruppe der LSBTI Community in zentraler innerstädtischer Lage

... offene Kommunikationsräume (Treppenhaus, Laubengang ...), die hohe atmosphärische Qualitäten aufweisen, zum Verweilen anregen und Begegnungen fördern

… eine Mischung verschiedener Wohnangebote (Cluster-, Einzelwohnungen WGs) in betreuter und nicht betreuter Form unterschiedlichsten Wohnbedürfnissen Rechnung trägt

… minimierte Individual-Wohnflächen - zugunsten von Gemeinschaftsflächen (Gemeinschaftsküchen, Bibliothek, Essraum, Multispace, Begegnungsräume in Hof und Garten)

... Reduktion des beheizten Gebäudevolumens um 17% durch offene Bauweise der Laubengänge und Treppenhäuser

… nachwachsende Baustoffe (Holz). Konsequente Holzbauweise (kein Hybrid) in den Obergeschossen. Brandwände und Aufzugsschacht aus Holz.

… innerstädtische Nachverdichtung, die Versiegelung von neuem Bauland verhindert 

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Baustoffe für Rohbau (Holzbau) und Wärmedämmung (Holzfaserdämmstoffe).
Generell wurde auf die weitgehende Trennbarkeit von Materialien Wert gelegt. Als Fassade kommt eine hinterlüftete Fassade mit Wellblechbekleidung zum Einsatz. Das Wellblech stammt aus Restbeständen in verschiedenen Farbtönen, die gemäß der verfügbaren Mengen durch die Architekte*innen zu einem Farbkonzept zusammengestellt wurden.

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 55

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Gas

Fernwärme

 

Sekundärenergie

Fernwärme

Objektdetails

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