Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

50679 Köln, Brügelmannstraße 10

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: heinlewischer

Klassenraum mit Sichtbezug zum Clusterforum und zum Differenzierungsraum - Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

© Konstantin Börner

Clusterforum der Mittelstufe - Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

© Konstantin Börner

Raum für Naturwissenschaften mit absenkbaren Deckenampeln - Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

© Konstantin Börner

Aula mit fester Bühne und Außenraumbezug über den Werkhof - Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

© Ed. Züblin AG, Tom Philippi

Vogelperspektive von Nordosten - Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz

© Ed. Züblin AG, Tom Philippi

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: heinlewischer

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Brügelmannstraße 10, 50679 Köln, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

05.2025

Nachhaltigkeit

DGNB - Platin, DGNB-zertifizierte Baustelle

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

heinlewischer

Stolkgasse 25-45

50667 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 91659-0

info@heinlewischer.de

Bauherr

Ulrich Beckmann Real Estate GmbH

Dillenburger Straße 76

51105 Köln

Deutschland

Tel. +49 152 54893547

info@ubre.eu

Generalbauunternehmen

Ed. Züblin AG

Siegburger Straße 241

50679 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 824-2176

tamay.koese@zueblin.de

Verwendete Produkte

GUTMANN Mira contour integral

Fenster

HELLA Jalousien + Raffstores ARB80

Sonnenschutz

HOLCIM ECOPact (CO2-reduziert) und ECOCycle (Recyclingbeton)

Betone

Häfele Slido W-Park

Mobile Trennwandsysteme

Schindler 3000

Aufzug

Schüco AWS/ADS

Rohrrahmentüren

Stöbich Fiberseal

Rauchschutztore Tiefgarage

swisspor EPS 031 DAA und PIR 023

Dachdämmung

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

258.063 m³

 

Bruttogrundfläche

55.429 m²

 

Nutzfläche

30.035 m²

 

Verkehrsfläche

13.131 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Der Neubau des Gymnasiums Köln-Deutz für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler steht exemplarisch für den gegenwärtigen Bauwandel im Schulbau. Vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Bedarfs an Bildungsinfrastruktur wurde das Projekt im Rahmen eines Investorenmodells realisiert, bei dem ein privater Bauherr die Schule errichtet und die Stadt Köln sie langfristig anmietet. Dieses hybride Realisierungsmodell ermöglicht eine deutlich beschleunigte Umsetzung – im Fall des Gymnasiums innerhalb von weniger als drei Jahren – und markiert einen grundlegenden Wandel von klassischen öffentlichen Bauprozessen hin zu effizient organisierten, kooperativen Projektstrukturen.

Das architektonische Konzept übersetzt zugleich den pädagogischen Wandel in eine klare räumliche Organisation. Die Schule ist als Clusterschule konzipiert:​ Über einem durchgängigen Erdgeschoss mit gemeinschaftlichen Nutzungen wie Aula, Mensa, Bibliothek und Verwaltung gruppieren sich in den Obergeschossen Lernhäuser, die jeweils mehrere Klassen zu funktionalen Einheiten zusammenfassen. Offene Lernzonen und Differenzierungsbereiche ergänzen die Klassenräume und schaffen vielfältige Lernumgebungen. Ein zentraler Lernboulevard verbindet die Cluster, sorgt für kurze Wege und fungiert als identitätsstiftender gemeinschaftlicher Raum.

Der Schulbau wird durch einen eigenständigen Sport- und Bürokomplex ergänzt, der mit übereinander angeordneten Sporthallen und integrierten Büro- und Gastronomieflächen eine urbane Nutzungsmischung ausbildet. Damit wird die Schule als Teil eines multifunktionalen Stadtraums begriffen und nicht als monofunktionale Anlage.

Das Projekt entstand auf einem ehemaligen Gewerbeareal in unmittelbarer Nähe zur Messe und leistet damit einen Beitrag zur Transformation innerstädtischer Funktionsflächen in Bildungs- und Sozialinfrastruktur.

Neben der funktionalen und städtebaulichen Qualität prägt ein konsequent nachhaltiges Energie- und Materialkonzept die Planung. Mit dem Effizienzhausstandard 40, einem hohen Anteil erneuerbarer Energien durch Geothermie und Photovoltaik sowie dem Einsatz ressourcenschonender Materialien wie Recyclingbeton wird der Energiebedarf gegenüber konventionellen Neubauten deutlich reduziert. Die angestrebte DGNB-Platin-Zertifizierung unterstreicht den ganzheitlichen Anspruch über den gesamten Lebenszyklus.

Gleichzeitig sichern flexible, anpassungsfähige Raumstrukturen die langfristige Nutzbarkeit des Gebäudes. So entsteht ein zukunftsfähiger Bildungsbau, der neue Realisierungsmodelle, beschleunigte Prozesse, nachhaltige Konzepte und veränderte pädagogische Anforderungen in einem integralen Ansatz verbindet.

Beschreibung der Besonderheiten

Die funktionale Qualität des Gymnasiums liegt in der konsequenten Neuorganisation der schulischen Abläufe und Raumbeziehungen. Anstelle klassischer Flurerschließungen werden die Unterrichtsbereiche zu Clustern zusammengefasst, die jeweils mehrere Klassenräume, offene Lernzonen sowie Differenzierungs- und Rückzugsräume umfassen. Diese Struktur ermöglicht unterschiedliche Unterrichtsformen – vom Frontalunterricht bis zum selbstorganisierten Lernen – und schafft die räumliche Grundlage für zeitgemäße pädagogische Konzepte.

Zentrales Element ist der durchgehende Lernboulevard, der als räumliches Rückgrat sämtliche Cluster miteinander verbindet. Er übernimmt gleichzeitig Erschließungs-, Aufenthalts- und Kommunikationsfunktionen und reduziert Verkehrsflächen zugunsten nutzbarer Raumangebote. Dadurch entstehen kurze Wege, klare Orientierung und eine hohe Aufenthaltsqualität im Alltag.

Das Erdgeschoss bündelt die gemeinschaftlichen Nutzungen und öffnet sich zu mehreren begrünten Innenhöfen, die als Erweiterung der Lern- und Aufenthaltsbereiche im Freien dienen. Diese enge Verzahnung von Innen- und Außenraum unterstützt informelle Lernprozesse und differenzierte Nutzungen.

Die funktionale Organisation wird durch die Integration eines hybriden Sport- und Bürokomplexes ergänzt. Die vertikale Stapelung der Sporthallen sowie die Kombination mit gewerblichen Nutzungen führen zu einer kompakten, flächeneffizienten Struktur und ermöglichen eine Mehrfachnutzung der Infrastruktur.

Insgesamt entsteht ein System, in dem Erschließung, Lernen und Aufenthalt ineinandergreifen und das durch seine Flexibilität langfristig auf veränderte Anforderungen reagieren kann.

Nachhaltigkeit

1. Effizienz – Minimierung des Energiebedarfs und technologische Optimierung
Das Gebäude ist ein hochoptimiertes System mit minimalem Energieverbrauch im Betrieb – Effizienz bildet die energetische Grundlage des Konzepts:​
- Umsetzung des Standards Effizienzhaus 40 mit einem Primärenergiebedarf von nur ca. 45,9 kWh/m²a
- Deckung von bis zu 88 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien
- Kombination aus Geothermie (Erdsondenfeld), Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung und Wärmepumpentechnologie
- der Energiebedarf liegt rund 50–60 % unter dem eines Standardneubaus

2. Konsistenz – Einsatz erneuerbarer Energien und ressourcenschonender Materialien
Das Projekt verfolgt ein konsistentes Konzept, in dem Energie- und Materialeinsatz systemisch auf Umweltverträglichkeit und Lebenszykluswirkung ausgerichtet sind:​
- Energieversorgung überwiegend durch regenerative Quellen
- Einsatz von Recyclingbeton mit rezyklierter Gesteinskörnung
- Verwendung von Holzelementen und langlebigen Materialien
- insgesamt Ausrichtung auf DGNB‑Platin (Lebenszyklusbewertung)
- auch die Baustelle wurde als „nachhaltige Baustelle“ nach DGNB zertifiziert

3. Suffizienz – Flächeneffizienz, Nutzungsmischung und räumliche Organisation
Suffizienz zeigt sich bei diesem Neubau in der räumlichen Organisation – Flächen werden nicht maximiert, sondern funktional verdichtet und überlagert:​
- kompakte Organisation in Lernhäusern / Clustern mit hoher Nutzungsintensität
- gemeinsame zentrale Bereiche (Aula, Mensa, Bibliothek) im Erdgeschoss
- Lernboulevard als multifunktionale Erschließung (Verkehrsfläche = Aufenthalts‑ und Lernraum)
- Integration von:​ Schule, Sporthallen (gestapelt) und Büro- und Gewerbenutzung
- Mehrfachnutzung statt Flächenaddition
- Reduktion von Verkehrsflächen im klassischen Sinne
- hohe städtebauliche Dichte (innerstädtischer Standort)

4. Cradle to Cradle – Zirkuläres Denken als Teil des Entwurfs
Erste konsequente Schritte in Richtung zirkulärer Materialkreisläufe und lebenszyklusorientierten Bauens sind integraler Bestandteil des Entwurfs:​
- Einsatz von Recyclingmaterialien (z. B. RC‑Beton)
- Fokus auf langlebige, robuste und trennbare Materialien
- Betrachtung des Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus im DGNB‑System

Zusammenfassung
Das Energie‑ und Materialkonzept des Brügelmann-Gymnasiums in Köln‑Deutz basiert auf einer integralen Strategie aus Effizienz, Konsistenz und Suffizienz:​ Ein hocheffizientes Gebäudesystem (EH40) mit überwiegend regenerativer Energieversorgung reduziert den Betrieb auf ein Minimum. Gleichzeitig sorgt der Einsatz ressourcenschonender Materialien wie Recyclingbeton und die konsequente Lebenszyklusbetrachtung im DGNB‑Platin‑Standard für ökologische Konsistenz. Die kompakte Organisation als Clusterschule mit multifunktionalen Flächen und integrierter Nutzungsmischung steht für einen suffizienten Umgang mit Raum und Ressourcen. Ansätze zur Zirkularität ergänzen das Konzept im Sinne eines zukunftsfähigen Bauens.

Schlagworte

Schulbau, Gymnasium, Clusterschule, Lernlandschaften, Bildungsbau, Bauwandel, Investorenmodell, Öffentlich-private Partnerschaft, Nachhaltiges Bauen, Effizienzhaus 40, DGNB Platin, Zirkuläres Bauen, Hybridbau, Nutzungsmischung, Lernboulevard, Urbane Transformation, Köln-Deutz

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 40

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Geothermie

 

Sekundärenergie

Strom

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

46,70 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

21,00 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

17,00 kWh/(m²a)

Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)

Heizung

21 %

 

Warmwasser

33 %

 

Beleuchtung

6 %

 

Lüftung

38 %

 

Kühlung inkl. Befeuchtung

2 %

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Klassen

32

 

Anzahl Schüler

1.000

 

Anzahl Stellplätze

250

Das Objekt im Internet

 

 

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