Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Clusterschule als nachhaltiger Stadtbaustein – Gymnasium Brügelmannstraße Köln-Deutz
50679 Köln, Brügelmannstraße 10
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: heinlewischer
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Brügelmannstraße 10, 50679 Köln, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
05.2025
Nachhaltigkeit
DGNB - Platin, DGNB-zertifizierte Baustelle
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
258.063 m³
Bruttogrundfläche
55.429 m²
Nutzfläche
30.035 m²
Verkehrsfläche
13.131 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das architektonische Konzept übersetzt zugleich den pädagogischen Wandel in eine klare räumliche Organisation. Die Schule ist als Clusterschule konzipiert: Über einem durchgängigen Erdgeschoss mit gemeinschaftlichen Nutzungen wie Aula, Mensa, Bibliothek und Verwaltung gruppieren sich in den Obergeschossen Lernhäuser, die jeweils mehrere Klassen zu funktionalen Einheiten zusammenfassen. Offene Lernzonen und Differenzierungsbereiche ergänzen die Klassenräume und schaffen vielfältige Lernumgebungen. Ein zentraler Lernboulevard verbindet die Cluster, sorgt für kurze Wege und fungiert als identitätsstiftender gemeinschaftlicher Raum.
Der Schulbau wird durch einen eigenständigen Sport- und Bürokomplex ergänzt, der mit übereinander angeordneten Sporthallen und integrierten Büro- und Gastronomieflächen eine urbane Nutzungsmischung ausbildet. Damit wird die Schule als Teil eines multifunktionalen Stadtraums begriffen und nicht als monofunktionale Anlage.
Das Projekt entstand auf einem ehemaligen Gewerbeareal in unmittelbarer Nähe zur Messe und leistet damit einen Beitrag zur Transformation innerstädtischer Funktionsflächen in Bildungs- und Sozialinfrastruktur.
Neben der funktionalen und städtebaulichen Qualität prägt ein konsequent nachhaltiges Energie- und Materialkonzept die Planung. Mit dem Effizienzhausstandard 40, einem hohen Anteil erneuerbarer Energien durch Geothermie und Photovoltaik sowie dem Einsatz ressourcenschonender Materialien wie Recyclingbeton wird der Energiebedarf gegenüber konventionellen Neubauten deutlich reduziert. Die angestrebte DGNB-Platin-Zertifizierung unterstreicht den ganzheitlichen Anspruch über den gesamten Lebenszyklus.
Gleichzeitig sichern flexible, anpassungsfähige Raumstrukturen die langfristige Nutzbarkeit des Gebäudes. So entsteht ein zukunftsfähiger Bildungsbau, der neue Realisierungsmodelle, beschleunigte Prozesse, nachhaltige Konzepte und veränderte pädagogische Anforderungen in einem integralen Ansatz verbindet.
Beschreibung der Besonderheiten
Zentrales Element ist der durchgehende Lernboulevard, der als räumliches Rückgrat sämtliche Cluster miteinander verbindet. Er übernimmt gleichzeitig Erschließungs-, Aufenthalts- und Kommunikationsfunktionen und reduziert Verkehrsflächen zugunsten nutzbarer Raumangebote. Dadurch entstehen kurze Wege, klare Orientierung und eine hohe Aufenthaltsqualität im Alltag.
Das Erdgeschoss bündelt die gemeinschaftlichen Nutzungen und öffnet sich zu mehreren begrünten Innenhöfen, die als Erweiterung der Lern- und Aufenthaltsbereiche im Freien dienen. Diese enge Verzahnung von Innen- und Außenraum unterstützt informelle Lernprozesse und differenzierte Nutzungen.
Die funktionale Organisation wird durch die Integration eines hybriden Sport- und Bürokomplexes ergänzt. Die vertikale Stapelung der Sporthallen sowie die Kombination mit gewerblichen Nutzungen führen zu einer kompakten, flächeneffizienten Struktur und ermöglichen eine Mehrfachnutzung der Infrastruktur.
Insgesamt entsteht ein System, in dem Erschließung, Lernen und Aufenthalt ineinandergreifen und das durch seine Flexibilität langfristig auf veränderte Anforderungen reagieren kann.
Nachhaltigkeit
Das Gebäude ist ein hochoptimiertes System mit minimalem Energieverbrauch im Betrieb – Effizienz bildet die energetische Grundlage des Konzepts:
- Umsetzung des Standards Effizienzhaus 40 mit einem Primärenergiebedarf von nur ca. 45,9 kWh/m²a
- Deckung von bis zu 88 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien
- Kombination aus Geothermie (Erdsondenfeld), Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung und Wärmepumpentechnologie
- der Energiebedarf liegt rund 50–60 % unter dem eines Standardneubaus
2. Konsistenz – Einsatz erneuerbarer Energien und ressourcenschonender Materialien
Das Projekt verfolgt ein konsistentes Konzept, in dem Energie- und Materialeinsatz systemisch auf Umweltverträglichkeit und Lebenszykluswirkung ausgerichtet sind:
- Energieversorgung überwiegend durch regenerative Quellen
- Einsatz von Recyclingbeton mit rezyklierter Gesteinskörnung
- Verwendung von Holzelementen und langlebigen Materialien
- insgesamt Ausrichtung auf DGNB‑Platin (Lebenszyklusbewertung)
- auch die Baustelle wurde als „nachhaltige Baustelle“ nach DGNB zertifiziert
3. Suffizienz – Flächeneffizienz, Nutzungsmischung und räumliche Organisation
Suffizienz zeigt sich bei diesem Neubau in der räumlichen Organisation – Flächen werden nicht maximiert, sondern funktional verdichtet und überlagert:
- kompakte Organisation in Lernhäusern / Clustern mit hoher Nutzungsintensität
- gemeinsame zentrale Bereiche (Aula, Mensa, Bibliothek) im Erdgeschoss
- Lernboulevard als multifunktionale Erschließung (Verkehrsfläche = Aufenthalts‑ und Lernraum)
- Integration von: Schule, Sporthallen (gestapelt) und Büro- und Gewerbenutzung
- Mehrfachnutzung statt Flächenaddition
- Reduktion von Verkehrsflächen im klassischen Sinne
- hohe städtebauliche Dichte (innerstädtischer Standort)
4. Cradle to Cradle – Zirkuläres Denken als Teil des Entwurfs
Erste konsequente Schritte in Richtung zirkulärer Materialkreisläufe und lebenszyklusorientierten Bauens sind integraler Bestandteil des Entwurfs:
- Einsatz von Recyclingmaterialien (z. B. RC‑Beton)
- Fokus auf langlebige, robuste und trennbare Materialien
- Betrachtung des Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus im DGNB‑System
Zusammenfassung
Das Energie‑ und Materialkonzept des Brügelmann-Gymnasiums in Köln‑Deutz basiert auf einer integralen Strategie aus Effizienz, Konsistenz und Suffizienz: Ein hocheffizientes Gebäudesystem (EH40) mit überwiegend regenerativer Energieversorgung reduziert den Betrieb auf ein Minimum. Gleichzeitig sorgt der Einsatz ressourcenschonender Materialien wie Recyclingbeton und die konsequente Lebenszyklusbetrachtung im DGNB‑Platin‑Standard für ökologische Konsistenz. Die kompakte Organisation als Clusterschule mit multifunktionalen Flächen und integrierter Nutzungsmischung steht für einen suffizienten Umgang mit Raum und Ressourcen. Ansätze zur Zirkularität ergänzen das Konzept im Sinne eines zukunftsfähigen Bauens.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Sekundärenergie
Strom
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
46,70 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
21,00 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
17,00 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
21 %
Warmwasser
33 %
Beleuchtung
6 %
Lüftung
38 %
Kühlung inkl. Befeuchtung
2 %
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Klassen
32
Anzahl Schüler
1.000
Anzahl Stellplätze
250
Das Objekt im Internet
Objekte in der Umgebung
Ähnliche Objekte
Beliebte Objekte
- Aula der David-Roentgen-Schule Neuwied
- Neubau der Grundschule 38, Erfurt OT Kerspleben
- Initiative Rising Star - Schulgebäude für Hopley, Simbabwe
- Oranje School - Eine neue Montessori Schule in Holland
- Berufliches Gymnasium, Bebra
- Zu- und Ersatzneubau für die STS Walddörfer, Hamburg
- Erweiterung Schulzentrum Haßfurt