Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Bestand neu gedacht - Neue Grundschule am Eiskeller
48341 Altenberge, Grüner Weg 7
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Farwick + Grote Architekten BDA Stadtplaner PartmbB
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Grüner Weg 7, 48341 Altenberge, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
08.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
37.955 m³
Bruttogrundfläche
9.787 m²
Nutzfläche
6.555 m²
Verkehrsfläche
1.771 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
4.489.759 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Neue Grundschule am Eiskeller in Altenberge ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie bestehende Schulgebäude zu modernen, zukunftsweisenden Lernorten weiterentwickelt werden. Durch die umfassende Sanierung und gezielte Erweiterung der ehemaligen Ludgeri-Hauptschule konnten die beiden bisherigen Grundschulen der Gemeinde Altenberge an einem gemeinsamen, zukunftsfähigen Standort zusammengeführt werden.
Der ressourcenschonende Umgang mit der Bausubstanz aus den 1970er-Jahren, die Erweiterung des Gebäudes sowie die Modernisierung des Schulgebäudes aus den 1990er-Jahren haben zu einem neuen Grundschulcampus geführt. Aufgrund des sehr geringen Potentials des im Jahr 1968 errichteten Baukörpers zur Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte, wurde dieser zurückgebaut. Der Bestand aus den 1970er-Jahren wurde umfassend kernsaniert, energetisch ertüchtigt, restrukturiert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt.
Der größtmögliche Erhalt der Bausubstanz bildete die zentrale Leitidee, die Graue Energie weiterzunutzen und räumliche Potenziale des Bestandes für eine zukunftsfähige Pädagogik freizusetzen. Die Verwendung der bestehenden Betonstrukturen sowie ein stark reduzierter Einsatz von Beton in der Erweiterung – ergänzt durch einen erhöhten Holzanteil – leisten einen wesentlichen Beitrag zur deutlichen Verringerung des CO2-Fußabdrucks.
Die neue, selbsttragende Mauerwerksvorsatzschale und die neue Holzfassade, greifen ortsübliche Bauweisen auf und sorgen für eine langlebige und robuste Gestaltung.
Der ebenfalls ressourcenschonende Umgang mit Materialien, die Nutzung grauer Energie, das Gründach mit einer PV-Anlage und der Anschluss an das Fernwärmenetz tragen zur ökologischen Gesamtstrategie bei.
Das Bestandsgebäude der ehemaligen Hauptschule sollte durch eine Transformation von einer dunklen, unflexiblen Flurschule ohne Aufenthaltsqualität, Gemeinschaftsflächen oder funktionale Zusammenhänge zu einen identitätsstiftenden Lern- und Lebensort geführt werden. Der größtmögliche Erhalt der Bausubstanzen stand dabei stets im Vordergrund und musste wirtschaftlich stets geprüft werden. Bauteile mussten statisch bewertet werden und schadstoffstofftechnisch saniert werden, um einen Erhalt zu ermöglichen. Die abgängige Waschbetonfassade musste vollständig energetisch saniert werden und die neue Fassade sollte alle Baukörper zu einer Einheit verbinden.
Offene, helle und vielseitig nutzbare Räume im Bestand und der Erweiterung unterstützen heute ein zeitgemäßes Lernen.
Aufbauend auf einem gemeinsamen Partizipationsprozess – der Phase Null – wurden die pädagogischen Anforderungen zusammen mit den zukünftigen Nutzern und dem Bauherrn definiert. Durch die weiter kontinuierliche Beteiligung aller Akteure konnten die geforderten räumlichen Konzepte unter Berücksichtigung der bestehenden Strukturen des Bestandes konsequent in die Planung übersetzt werden.
Ebenso war die koordinierte Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten und der ausführenden Gewerke erforderlich, um angemessen auf die vorhandenen Rahmenbedingungen zu reagieren und kurzfristig notwendige Lösungen im Team zu erarbeiten und zu realisieren.
Der neue Haupteingang öffnet sich weit sichtbar zum Quartier und führt in das neue großzügige, multifunktionale und helle Forum. Als Herzstück der Schule ist es zentraler Treffpunkt der Schule und Veranstaltungsort über die Schulnutzung hinaus. Im Bestand wurden im gesamten Schulkomplex Transparenz mit Lern- und Aufenthaltsbereiche geschaffen, die Raum für eigenverantwortliches Lernen, Gruppenarbeit, individuelle Förderung und Rückzug bieten. Offene Lern- und Erschließungszonen, tageslichtversorgt durch große Fenster- und Türöffnungen, Oberlichter, sowie Transparenzen zwischen Räumen und Ebenen bilden Sichtbeziehungen und neue Qualitäten.
Die neue Grundschule am Eiskeller stellt ein beispielhaftes Projekt im Umgang mit bestehender Bausubstanz und der daraus resultierenden Reduktion des CO2‑Fußabdrucks dar. Vorhandene Gebäudestrukturen, die den aktuellen pädagogischen Anforderungen nicht mehr entsprachen, wurden gezielt weiterentwickelt und durch eine maßvolle Erweiterung zu einem zeitgemäßen und offenen Lernort umgestaltet.
Für die Gemeinde Altenberge ist damit ein Schulstandort entstanden, der über den Ganztagsunterricht hinaus auch von verschiedenen Vereinen genutzt werden kann. Die neue Grundschule ist fest in das Gemeindeleben eingebunden und verdeutlicht die Bedeutung einer qualifizierten Auseinandersetzung mit dem baulichen Bestand als Grundlage für eine ressourcenschonende Architektur.
Beschreibung der Besonderheiten
Der Erhalt der vorhandenen Strukturen, der gezielt reduzierte Einsatz von Beton sowie die Verwendung robuster, nachhaltiger und sinnlich erfahrbarer Materialien im Innen- und Außenraum stärken das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit grauer Energie. Gleichzeitig leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu einer qualitätvollen, ressourcenschonenden Architektur.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sekundärenergie
Solarthermie
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
60 %
Warmwasser
10 %
Beleuchtung
25 %
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Klassen
24
Anzahl Schüler
500
Das Objekt im Internet
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