Architekturobjekte
Akustikraum im Gasometer Oberhausen
46047 Oberhausen, Arenastraße 11
Ein Referenzprojekt von SAINT-GOBAIN RIGIPS
Ein Referenzprojekt von SAINT-GOBAIN RIGIPS
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Arenastraße 11, 46047 Oberhausen, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
11.2025
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Der Gasometer in Oberhausen war bis 1988 Europas größter in Betrieb befindlicher Scheibengasbehälter. Seit nunmehr drei Jahrzehnten ist er bedeutendes Wahrzeichen der Industriekultur im Ruhrgebiet und mit bisher 18 aufsehenerregenden Ausstellungen ein beliebter Publikumsmagnet für Besucherinnen und Besucher von nah und fern. Das 117,5 Meter hohe Bauwerk mit einem Durchmesser von knapp 68 Metern ist damit die höchste Ausstellungshalle Europas. Ein besonderes Highlight der letzten Ausstellung „Planet Ozean“, die bis November 2025 in Oberhausen zu sehen war, war die immersive Installation „Klang der Tiefe“. Eigens für diese wurde unter Denkmalschutzbedingungen ein runder, hochschallgedämmter und multifunktionaler Akustikraum geschaffen. Für die architektonische Gestaltung und die besondere Form des Projekts war das KunstPlus Studio aus Berlin verantwortlich. Die höchst anspruchsvolle Planungsarbeit verlangte nach einer ebenso perfekten Umsetzung, die in die Hände der Bauunternehmung J. Brinkmann GmbH aus Oberhausen gelegt wurde. Für ihre herausragende Leistung wurden die Ausbauprofis im Rahmen der 14. Rigips Trophy mit dem Sonderpreis Akustik ausgezeichnet.
Der „Klang der Tiefe“ war eine faszinierende Reise durch die unbekannten Klanglandschaften der Weltmeere. Ein spannender Ausflug in die geheimnisvolle Unterwasserwelt und die einmalige Welt des Klangs. In einem runden, annähernd schalldichten Akustikraum mit einem Durchmesser von 14,5 Metern lauschten Besucherinnen und Besucher dem geheimnisvollen Gesang der Wale, den typischen Klicklauten der Delfine oder den vielfältigen Geräuschen der kleinen Meeresbewohner unterhalb der Wasseroberfläche. Der Akustikraum findet sich in zentraler Lage des Gasometers und wird optisch überarbeitet auch im Rahmen der kommenden Ausstellung genutzt werden.
Herausforderung Denkmalschutz
Zentrales Element des Akustikraums ist die riesige, denkmalgeschützte Gasdruckscheibe, das Herzstück des Gasometers. Die Scheibe „schwamm“ einst auf dem im Bauwerk gelagerten Gas und hielt den Druck konstant. Nun lagert sie auf 4,30 Meter hohen Stahlstützen und bildet so die tragende Deckenkonstruktion. Aufgabe der Ausbauspezialisten der Bauunternehmung J. Brinkmann war es, hochschalldämmende Trockenbauwandkonstruktionen in die Stahlkonstruktion zu integrieren. Zudem sollten die Wände für die Aufnahme von Ausstellungsexponaten ausgerüstet werden. Und das unter erschwerten Voraussetzungen: Während der gesamten Bauzeit musste das Team konsequent auf die Sauberkeit der Baustelle achten, da parallel bereits Ausstellungsexponate aufgebaut wurden.
Nur geklebt und geklemmt!
Die zentrale Herausforderung bestand darin, dass die Befestigung der Wand- und Deckenanschlüsse aus Denkmalschutzgründen nicht mit üblichen Verbindungsmitteln erfolgen durfte. „Es durften also keine Verschraubungen vorgenommen werden – weder in die denkmalgeschützte Gasdruckscheibe noch in die Stahlstützen. Wir mussten garantieren, dass sich von uns verbaute Konstruktionen, wie zum Beispiel die Abdichtung der Wand- und Deckenanschlüsse, rückstandslos entfernen lassen“, erläutert Projektleiter Benjamin Brinkmann. Daher wurden die seitlichen Wand- und Deckenanschlüsse der Wandkonstruktion statt mit herkömmlichen Verbindungsmitteln mittels Klebetechnik in den Stahlstützen fixiert.
Anschlüsse von Wand-, Decke- und oberem Wandkopf
Die Anschlüsse wurden zusätzlich verkeilt, verspannt und auf voller Wandhöhe ausgeschäumt, um die Stabilität sicherzustellen. Anschließend wurden die seitlichen Wandfugen mit Klebeband luftdicht abgedichtet. Den Anschluss des oberen Wandkopfes realisierte das Trockenbauteam über eine Anpresstechnik. Dabei wurde der Hohlraum zwischen dem oberen UA-Profil und der denkmalgeschützten Stahl-Gasdruckscheibe in den Wänden dicht mit ISOVER Akustic SSP1 Schallschutzplatten aus Glaswolle und im Bereich des Deckenanschlusses mit ISOVER BSP 40 Steinwolle Brandschutzplatten ausgefüllt.
Beste Q4-Qualität für Projektionsflächen
Für die Ausführung der Wandkonstruktionen fand das Ausbauteam gemeinsam mit dem Architekten, dem Brandschutzbeauftragten und den Rigips Technikern in der massiven Trockenbauplatte Rigips Habito die ideale Lösung. Diese wurde als Beplankungsmaterial an die zwischen den Stahlstützen verspannten Ständerwerksprofile von den Spezialisten der Bauunternehmung J. Brinkmann montiert. „Bedingt durch den zu wahrenden Abstand von etwa 3 cm zwischen der sich ausdehnenden Raumdecke beziehungsweise Stahl-Gasdruckscheibe und der eigentlichen Wandbeplankung haben wir die Dehnungsfuge genau wie bei den Wandanschlüssen mit Hilfe eines Spezialkompressionsbandes luftdicht abgedichtet“, so Benjamin Brinkmann. Für hochwertige Oberflächen kam der besonders einfach zu verarbeitende und vielseitig einsetzbare Rigips VARIO Fugenspachtel zum Einsatz, der unter anderem über ein sehr gutes Haftvermögen und äußerst geringes Einfallverhalten verfügt. „Im gesamten Innenbereich des Akustikraums haben wir mit Q4 die höchste Oberflächenqualität realisiert. Die Wände bilden damit auch ideale Projektionsflächen.“
Intelligente Lösungen für besonders knifflige Aufgabenstellungen
Die Fachjuroren der 14. Rigips Trophy 2024 I 2025 zeigte sich von der Vielzahl intelligenter Lösungen für besonders knifflige Aufgabenstellungen auf Anhieb überzeugt. So mussten die Spezialisten der Bauunternehmung J. Brinkmann GmbH die Raum- und Bauakustik stets parallel im Blick haben. Auch musste wegen der temporären Nutzung des Ausstellungsraums der Rückbau bereits von Anfang an mit eingeplant werden. Das Bauprojekt profitiere in besonderem Maße von den ausgezeichneten Schallschutzeigenschaften der verwendeten Rigips Habito Platten sowie deren hohe Robustheit zum Schutz von Exponaten und Wänden, so das einhellige Votum der Jury.
Auszeichnungen
14. Rigips Trophy | Sonderpreis Akustik
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