Sanierung historischer Bausubstanz als Impuls für die Ortsentwicklung

Linzmeier Bauelemente

Historisches Backhaus als identitätsstiftender Mittelpunkt

Im Alb-Donau-Kreis wurde die historische Ortsmitte von Ennabeuren im Rahmen einer umfas­sen­den städte­baulichen Erneuerung neugestaltet. Ziel der Maßnahme war es, den öffent­lichen Raum funktional und gestalterisch aufzuwerten sowie den Anforderungen an eine klima­resiliente Orts­entwicklung gerecht zu werden. Durch die Entsiegelung befestigter Flächen, die Erweiterung von Grünbereichen und die barriere­freie Neuordnung der Wege­beziehungen entstand ein qualitäts­voller Aufenthalts­bereich mit hoher Nutzungs­flexibilität.

Zentraler Baustein des Projekts ist das Backhaus aus den 1920er Jahren. Das ortsbildprägende Gebäude wurde saniert und durch einen halbkreis­förmigen, transparenten Glasanbau ergänzt. Die architektonische Erweiterung schafft zusätzliche Nutzungs­flächen, ohne den historischen Charakter des Bestands zu beein­trächtigen. Mit der vorgesehenen gastro­nomischen Nutzung soll das Gebäude künftig wieder als sozialer und kultureller Treffpunkt die Ortsmitte beleben.

Backhäuser als regionales Kulturgut

Backhäuser prägen seit Jahrhunderten das Ortsbild vieler Gemeinden auf der Schwäbischen Alb. Die Back­haus­tradition in Ennabeuren lässt sich bis ins Jahr 1819 zurück­verfolgen. Bis ins 19. Jahr­hundert verfügten zahl­reiche Hofstellen über eigene Backöfen, deren Betrieb aufgrund der hohen Brand­gefahr immer wieder zu verheerenden Feuern führte. In der Folge entstanden gemein­schaftlich genutzte Wasch-, Dörr- und Back­häuser, die eine sichere und wirt­schaftliche Alternative boten.

Durch die intensive Nutzung waren regelmäßige Instand­setzungen erforderlich. Heute erfüllen die erhal­tenen Back­häuser vor allem kulturelle und gemein­schaft­liche Funktionen. In Ennabeuren wird das historische Backhaus weiterhin aktiv genutzt. Der Backbetrieb erfolgt in sechs fest­gelegten Back­perioden pro Jahr und trägt zum Erhalt regionaler Traditionen sowie zur Belebung des Dorflebens bei.

Energetische Dachsanierung mit biobasierten Dämm­stoffen

Die Dachsanierung wurde vom Zimmereibetrieb Johannes Erz aus Laichingen-Machtolsheim ausgeführt. Im Zuge der ener­ge­tischen Modernisierung erhielt das Gebäude eine Auf­sparren­dämmung aus dem bio­basierten Hoch­leistungs­dämm­stoff LINITHERM LOOP PAL 2U.

Mit einer Dämmstoffdicke von 160 mm erreicht der Dachaufbau einen U-Wert von 0,13 W/(m²K). Damit wird der derzeit maß­geb­liche förderfähige Anforderungswert von 0,14 W/(m²K) allein durch die Aufsparren­dämmung unter­schritten.

Die schlanken Dämm­elemente ermöglichen trotz hoher Dämm­leistung einen konstruktiv wirtschaft­lichen Dach­aufbau und reduzieren Eingriffe in die bestehende Dach­konstruktion – ein wesentlicher Vorteil bei Sanierungen im Bestand.

Ein weiterer Aspekt ist die ressourcen­schonende Material­her­stellung der Dämmplatten: Sie stammen aus einer CO2-neu­tralen Produktion. Die eingesetzten Rohstoffe stam­men bilanziell aus 60 % Biomasse*), beispiels­weise aus land­wirt­schaft­lichen Rest­stoffen wie Mais­stroh, Pflanzen­stängeln oder Stroh. Nahrungs­mittel werden dabei nicht als Roh­stoff eingesetzt.

Weitere Informationen: LINITHERM® LOOP-Sortiment für Steildächer

Zukunftsfähige Ortsmitte durch integrierte Infrastruktur

Parallel zur Gebäudesanierung wurde das Umfeld des Back­hauses umfassend neugestaltet. Verkehrs­beruhigte Bereiche, barriere­freie Wege und großzügige Grün­flächen erhöhen die Aufenthalts­qualität und verbessern die Klima­anpassung des öffentlichen Raums. Ergänzend wurde die technische Infrastruktur zukunfts­orientiert ausgebaut. Ladeinfra­struktur für Elektro­mobilität, Breitband­versorgung sowie leistungs­fähige Strom­anschlüsse schaffen die Voraus­setzungen für eine flexible Nutzung der Orts­mitte und die Durch­führung unter­schied­lichster Veranstaltungen.

Mehr als die Hälfte der Gesamt­investitionen konnte über Förder­programme des Landes Baden-Würt­tem­berg finanziert werden. Allein aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ flossen rund 589.000 Euro in die Umsetzung des Projekts.

>> Sie haben Fragen zu den eingesetzten Dämm­systemen oder wünschen eine technische Beratung? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.


*)
PU-Rohstoffe nach Biomassebilanzverfahren bzw. biobasiert

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