Planungssichere Fassadendämmung mit PUR-WDVS bei begrenzter Ausladung - etwa an Grundstücksgrenzen, Laibungen oder Balkonen - mit abgestimmten Lösungen für Fläche, Anschlüsse, Brandschutz und Ausschreibung.

Übersicht der Systeme

Brillux bietet für begrenzte Aufbauhöhen bzw. wenig Platz die Wärmedämm-Verbundsysteme PUR Smart und PUR Qju mit Aufbauhöhen von 5 bis 30 cm. Je nach Dicke liegt der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit bei 0,024 bis 0,026 W/(m·K).

PUR Smart ist für Fälle gedacht, in denen keine dicke Dämmschicht möglich ist, aber dennoch eine hohe Dämmleistung erforderlich ist. Die PUR-Dämmplatten können nur geklebt oder geklebt und gedübelt montiert werden und bilden einen schlanken, hocheffizienten Aufbau.

PUR Qju kombiniert den Hochleistungsdämmstoff Polyurethan mit dem patentierten Qju-System. Das System bietet Wärmeleitfähigkeitswerte von bis zu 0,024 W(m·K) – dadurch lässt sich die gewünschte Dämmwirkung mit geringerer Schichtdicke erreichen.

System

Eigenschaften

Verarbeitung / Befestigung

Typsiche Anwendungsfälle

Besonderheit

WDV-System PUR Smart

Polyurethan-Hartschaum mit sehr hoher Dämmleistung; Wärmeleitfähigkeit je nach Plattendicke λ = 0,024–0,026 W/(m·K)

Dämmplatten werden mit Klebemörtel geklebt, je nach Systemvariante zusätzlich verdübelt

Fassaden im Massivbau aus Mauerwerk oder Beton; Sanierungen und Neubauten mit knappem Platzangebot; Bereiche an Grundstücksgrenzen, Balkonen, Dachüberständen sowie Fenster- und Türlaibungen

Konventionell aufgebautes PUR-WDVS für eine schlanke Fassade bei hoher energetischer Wirkung

WDV-System PUR Qju

PUR-Hochleistungsdämmstoff mit Spitzenwerten bis λ = 0,024 W/(m·K); patentiertes Qju-System

Verklebung mit speziellem Qju-Klebeschaum; je nach Ausführung zusätzlich verdübelt

Massivbau-Fassaden mit begrenzter möglicher Dämmstärke; Projekte, bei denen eine schnelle, präzise und flexible Verarbeitung gefragt ist

Schaumverklebung erleichtert laut Brillux das Nachjustieren und Planschleifen der Dämmplatten

PUR-Dämmplatten als Systemkern

Dünnere Dämmschichten können eine vergleichbare Dämmwirkung zu dickeren Standarddämmstoffen erzielen; abgestimmte Systemkomponenten

Ausschließlich im jeweils geprüften Brillux-Systemaufbau einsetzen

Detailbereiche mit besonders wenig Raum, etwa Laibungen, Nischen und Anschlüsse

Hilft, Fassadengeometrie und nutzbare Flächen möglichst wenig zu beeinträchtigen

Die konkrete Systemwahl sollte sich nach Untergrund, erforderlicher Befestigung, Brandschutzvorgaben und objektspezifischen Details richten.

Kernbotschaften

Dünn ist nur dann gut, wenn das Detail funktioniert.

Entscheidend ist die nachgewiesene Systemleistung, nicht der Einzelwert der Platte.

Anschlüsse werden gleichzeitig mit der Flächendämmung geplant.

Hochleistungsdämmung wird dort eingesetzt, wo sie konstruktiven oder wirtschaftlichen Nutzen bringt.

Hybride Dickenstrategien können sinnvoller sein als ein teures Einheitssystem auf allen Fassaden.

Kritische Planungsdetails: Fensterlaibungen, Dachanschlüsse und Sockel

Eine reduzierte Fassadendämmung kann bei Laibungen zwar Vorteile für Tageslicht und Fensterproportionen bieten. Gleichzeitig dürfen die Anschlüsse nicht zur Wärmebrücke werden. Deshalb empfiehlt sich eine Detailplanung mit gezielt eingesetzten, schlanken Dämmplatten sowie abgestimmten Dichtbändern, Profilen und Fensterbankanschlüssen. Brillux nennt für seine PUR-Systeme unter anderem Laibungsdämmplatten, Dichtbänder, Fensterbankabdichtungen und Montageverankerungen als mögliche Systemergänzungen.

Bei schlanken WDVS entscheidet sich die Qualität oft nicht auf der großen Fassadenfläche, sondern an den Anschlüssen. Besonders kritisch sind:

Fenster- und Türlaibungen

Fensterbänke und Raffstorekästen

Dachrand, Attika und Ortgang

Balkonanschlüsse und Durchdringungen

Sockel- und Perimeterbereiche

Befestigungspunkte für Vordächer, Geländer oder Fallrohre

Je geringer die Dämmstärke auf der Fläche, desto stärker fallen schlecht gelöste Anschlüsse energetisch ins Gewicht. Auch die Art der Befestigung kann relevant sein: Für verdübelte Systeme weist Brillux darauf hin, dass die Wärmebrückenwirkung der Dübel gegebenenfalls als Aufschlag beim U-Wert berücksichtigt werden muss.

Systemzulassung und Brandschutz: Keine Komponenten „zusammenstellen“

Ein WDVS ist keine frei kombinierbare Schichtenfolge. Das DIBt beschreibt WDVS als mehrschichtige Konstruktionen und verweist für nationale Systeme auf allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen mit allgemeiner Bauartgenehmigung.

Daraus folgt für die Praxis

ausschließlich Komponenten des zugelassenen Systems verwenden

Mindest- und Maximaldicken der Zulassung beachten

Befestigungsart und Dübelbemessung objektspezifisch festlegen

Brandriegel und weitere Brandschutzmaßnahmen exakt nach Systemvorgabe ausführen

landesrechtliche Anforderungen und Gebäudeklasse prüfen

Maßgeblich ist nicht die Baustoffklasse der Platte, sondern die bauaufsichtliche Einstufung des Gesamtsystems. Welche Gebäudeklassen/Höhen das jeweilige System abdeckt, ist der aktuellen Zulassung und der LBO zu entnehmen.

Untergrund: Schlanke Systeme brauchen eine präzise Vorbereitung

Ein schlanker Aufbau bietet wenig Spielraum, um Unebenheiten über Kleber oder Dämmstoffdicken auszugleichen. Vor Beginn der Arbeiten sollten daher Tragfähigkeit, Ebenheit, Altbeschichtungen, Feuchte und gegebenenfalls die Dübelzugfestigkeit geprüft werden. Die erforderliche Dübelmenge ist abhängig von Windlast und Untergrundtragfähigkeit zu bemessen.

Praxis-Tipp:

Bei stark unebenen Bestandsfassaden zunächst prüfen, ob eine Untergrundinstandsetzung, ein Ausgleich oder ein dafür geeignetes Sanierungssystem wirtschaftlicher und dauerhaft sicherer ist als ein besonders dünner Dämmaufbau.

Die Planungs-Checkliste für schlanke WDVS

Aufbau, Material, Feuchte, Tragfähigkeit und Ebenheit prüfen.

Nicht von einer pauschalen Dämmstoffdicke ausgehen.

Dachüberstand, Grundstücksgrenze, Fensterbank, Laibung und Sockel berücksichtigen.

Dämmleistung, Brandschutz, Befestigung und Systemzulassung gemeinsam bewerten.

Laibung, Fensterbank, Dachanschluss, Sockel und Durchdringungen früh planen.

Insbesondere Dübel, Anschlüsse und geometrische Wärmebrücken berücksichtigen.

Ausschließlich geprüfte und zugelassene Komponenten einsetzen.

Planungsfragen kompakt

Wie werden Fensterlaibungen und Dachanschlüsse bei geringer WDVS-Dicke geplant?

Bei schlanken WDVS-Aufbauten reicht die Fassadendämmstärke häufig nicht aus, um Laibungen, Fensterbänke und Dachanschlüsse regelgerecht zu dämmen. In diesen Bereichen empfiehlt sich der gezielte Einsatz von Hochleistungsdämmstoffen wie Aerogelmatten oder Resol-Zuschnitten, um Wärmebrücken zu minimieren und ausreichende Lichteinfallflächen am Fenster zu erhalten.

Wie kritisch sind Wärmebrücken bei bewusst dünn gewählten WDVS?

Wärmebrücken wirken sich bei geringer Dämmdicke überproportional auf den Gesamtenergiebedarf und das Schimmelrisiko aus, weil der prozentuale Wärmeverlust an Anschlüssen und Durchdringungen im Verhältnis zur Fläche steigt. Eine sorgfältige Wärmebrückenberechnung nach DIN 4108 Beiblatt 2 ist bei schlanken Systemen daher besonders planungsrelevant.

Welche Mindestdicken und Zulassungen sind bei schlanken WDVS zu beachten?

Jedes WDVS benötigt eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, die systemspezifische Mindestdicken für den jeweiligen Dämmstoff festlegt. Werden Hochleistungsdämmstoffe eingesetzt, gelten die Vorgaben der jeweiligen Systemzulassung hinsichtlich Plattenformat, Befestigung, Armierung und Putzaufbau – ein Austausch einzelner Komponenten außerhalb der Zulassung ist unzulässig.

Wie beeinflusst der Untergrund die Realisierbarkeit eines schlanken WDVS?

Schlanke WDVS-Aufbauten verzeihen Unebenheiten des Untergrunds weniger als dickere Systeme, da kaum Ausgleichsmöglichkeit über die Kleberschicht besteht. Der Untergrund muss tragfähig, eben (Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202) und frei von haftungsmindernden Schichten sein; bei Altputz ist vorab eine Haftzugprüfung nach DIN EN 1015-12 durchzuführen.

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