Nominiert für die Shortlist der Jury 2026 - Nachwuchsarbeiten

Architekturobjekte

Nominiert für die Shortlist der Jury 2026 - Nachwuchsarbeiten


Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Fachhochschule Erfurt, Architektur, Toni Kertscher

Modell 1:50 - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

angrenzende Hochbahn - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Perspektive Prinzenstraße - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Bestandsparkhaus - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Modell 1:200 - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Perspektive Grünpuffer - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Rampenerschließung Bestandsparkhaus - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Perspektive Projektraum - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Modell 1:50 - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Perspektive Wohnung - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Modell 1:50 - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

umliegende Wohnbebauung - Wohnwerk Kreuzberg - vom Parkhaus zum lebendigen Quartiersgebäude - neue Räume für Wohnen, Arbeiten und Begegnungen

© Toni Kertscher, Moritz Recke

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Fachhochschule Erfurt, Architektur, Toni Kertscher

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

02.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Kann ein ehemaliges Parkhaus zum Motor für soziale Integration, kreative Produktion und urbane Nachverdichtung werden – und damit eine neue Typologie für das Leben in der Stadt definieren?

Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für die Transformation eines Gebäudes, das heute lediglich Leerstand ist, und morgen ein identitätsstiftender Baustein des Quartiers werden könnte. An der Ecke Prinzenstraße / Moritzstraße, unmittelbar neben der oberirdisch geführten Hochbahnlinie der U-Bahnstation Prinzenstraße, befindet sich ein heute ungenutztes Parkhaus – eine massive Betonstruktur aus den späten 1970er-Jahren. Einst als Parkpalette für 89 Stellplätze errichtet, steht das Gebäude nun leer und präsentiert sich als roh belassener, brutalistischer Stadtbaustein im Kreuzberger Wassertorkiez. Die Hochbahn bildet dabei eine starke visuelle und räumliche Barriere, die den Stadtraum prägt und gleichzeitig den Auftakt ins Wohnquartier markiert. Das Umfeld ist wesentlich durch Wohnbebauung der 70er- und 80er-Jahre bestimmt. Der Kiez zählt zu den sozial herausgeforderten Quartieren Berlins:​ ein hoher Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte, eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote, geringe Bildungsabschlüsse sowie eine besonders hohe Kinderarmut prägen die soziale Struktur. Gleichzeitig verfügt das Gebiet über eine dichte Landschaft an sozialen, kulturellen und sportlichen Einrichtungen – vom Mehrgenerationenhaus über Sportanlagen bis hin zum Prinzenbad und den Grünräumen am Landwehrkanal. Trotz dieser Angebote fehlen jedoch Orte für niedrigschwellige Begegnung, kreative Produktion und gemeinschaftliche Nutzung.

Das leerstehende Parkhaus rückt damit in den Fokus als bislang ungenutztes räumliches Potenzial. Seine robuste Betonkonstruktion, die städtebaulich markante Lage am Übergang zwischen Verkehrsinfrastruktur und Wohnquartier sowie die Nähe zu Bildungs-, Freizeit- und Kulturorten eröffnen die Möglichkeit, den Bestand neu zu denken.

Entlang der Prinzenstraße setzt sich eine Reihe architektonischer Dominanten fort:​ Beginnend am Moritzplatz mit dem Modulor-Gebäude, über das Neubauensemble The Shelf, bis hin zu den farblich akzentuierten, abgerundeten Wohnbauten der 1970er-Jahre entsteht ein städtebauliches Gefüge aus Solitären, die bewusst als Orientierungspunkte im Stadtraum wirken. In diese Abfolge soll sich auch das ehemalige Parkhaus einfügen – nicht als zurückhaltender Restbestand, sondern als selbstbewusster Baustein an der Kreuzung
Prinzenstraße / Moritzstraße. Die Konzeptidee knüpft dabei an die besondere Situation der U-Bahnstation an, deren nördliche und südliche Eingangsbauten gemeinsam mit der dazwischenliegenden Hochbahntrasse eine auffällige, infrastrukturell geprägte Raumfigur erzeugen. Durch seine Transformation wird das Parkhaus zur dritten Dominante neben den beiden U-Bahnhäusern. Diese Sequenz bildet einen markanten Dreiklang aus Volumen, der den Charakter des Straßenraums bestimmt. Als neue Spitze dieser Trilogie stärkt es die Kreuzung, schärft die räumliche Abfolge und setzt einen zeitgenössischen Akzent im vorhandenen Ensemble – ein prägnanter Stadtbaustein, der die bestehende Logik aufnimmt und weiterentwickelt.

Das Nutzungskonzept transformiert den massiven Sockel des ehemaligen Parkhauses in ein offenes, quartiersorientiertes Gefüge aus Werkstätten, Projekträumen und gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereichen. Der Bestand wird dabei nicht als Limit, sondern als räumliche Ressource verstanden:​ Die früheren Parkebenen werden zu Werkräumen, kleinen Manufakturen, Ateliers und Vereinsflächen, die sowohl von Anwohnern als auch von neu Zuziehenden genutzt werden können. Hier entsteht ein Ort für handwerkliche Produktion, für gemeinschaftliche Initiativen und für niedrigschwellige Angebote des Quartiers. Zentrum des Sockels bildet der zweigeschossige Projektraum – ein flexibel bespielbarer Raum, dessen variable Gerüststruktur unterschiedliche Konfigurationen ermöglicht. Ausstellungen, Märkte, Aufführungen oder der Verkauf vor Ort produzierter Arbeiten finden hier ebenso Platz wie spontane Versammlungen und öffentliche Veranstaltungen. Er ergänzt die Werkstätten und macht die im Haus entstehenden Produkte sichtbar und zugänglich. Der Keller wird als „Stadtzimmer“ aktiviert:​ Ein erweiterbarer Raum mit direktem Bezug zum begrünten Hof, in dem Feste, Treffen, Kursangebote oder Mittagspausen stattfinden können. Der Grünpuffer wirkt als atmosphärischer Filter zwischen Innen und Außen, bietet Aufenthaltsqualität und dient als gemeinschaftlicher Hof im dichten Stadtraum. Die bestehenden Rampen bleiben als identitätsstiftendes Element erhalten. Sie durchziehen das Gebäude bis zur Dachterrasse und übernehmen eine doppelte Funktion:​ Sie erschließen alle Ebenen barrierearm und bilden zugleich eine offene Plattform für temporäre Nutzungen wie kleine Märkte, Ausstellungen oder spielerische Interventionen. Spiralförmig führen sie an den Nutzungseinheiten vorbei und verbinden die Geschosse miteinander. In der Aufstockung entstehen neue Wohnformen:​ Atelierwohnungen, kompakte Einheiten für temporäres Wohnen, Clusterwohnungen und altersgerechte Apartments. Ein großzügiger Treppenraum fördert Sichtbezüge und Begegnungen, während jede Wohneinheit über eine eigene Freifläche verfügt. Die Dachterrasse wird als gemeinschaftlicher Garten genutzt – ein Ort für Urban Gardening, kleinteilige Produktion oder gemeinsames Arbeiten im Freien. So verknüpft das Nutzungskonzept Produktion, Begegnung und Wohnen zu einem hybriden Gebäudetypus, der zugleich sozial integriert, wirtschaftliche Mikrostrukturen stärkt und neue Formen urbanen Zusammenlebens ermöglicht.

Der Umgang mit dem bestehenden Parkhaus folgt einer Haltung des selektiven Entfernens und präzisen Bewahrens. Teile der Geschossdecken werden bewusst herausgenommen, um Licht tief in den Baukörper zu bringen, vertikale Raumbezüge herzustellen und neue Erschließungswege nach oben zu ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die Rampenstruktur als identitätsstiftendes Hauptelement vollständig erhalten:​ Sie bildet weiterhin das räumliche Rückgrat des Gebäudes, führt bis auf die Dachterrasse und verbindet den Bestand mit den neuen Programmen. Durch den Rückbau der südlichen Parkdecks wird die zuvor asymmetrische Grundfigur des Parkhauses klarer lesbar und konzentriert sich auf die Mitte. Die Öffnung schafft einen begrünten, ruhigen Hof als grünen Puffer, der zugleich Licht in das Gebäude bringt. Innerhalb der Geschosse werden gezielt Ebenen herausgeschnitten, sodass Nutzungseinheiten zusammengeführt und räumlich miteinander verzahnt werden. Der ehemalige Kern des Parkhauses wird gestärkt, präzisiert und als funktionale Mitte neu interpretiert. Die Aufstockung setzt sich sichtbar und respektvoll auf den Bestand. Sie greift nicht in die bestehende Struktur ein, sondern ergänzt sie als eigenständige, darüberliegende Schicht. Die neue Fassadenhaut bewirkt einen weichen Übergang zwischen Alt und Neu, ohne den Ursprung des Gebäudes zu überformen. Der Bestand bleibt ablesbar; die Erweiterung zeigt sich selbstbewusst als zeitgenössisches Element. Die charakteristische rote Betonfassade des Parkhauses bleibt als prägendes Element vollständig erhalten. Sie bildet die robuste, historische Haut des Gebäudes und bleibt sowohl im Straßenraum als auch im Inneren sichtbar. Von oben legt sich lediglich eine neue, transparente Hülle über den Bestand – eine leichte Schicht, die sich zurücknimmt, den Altbau respektiert und einen sanften Übergang zwischen bestehender Struktur und Aufstockung schafft. Im Inneren bleibt der rohe Beton insbesondere im Bereich der Rampen bewusst unverkleidet, sodass seine Materialität weiterhin spürbar bleibt und den industriellen Charakter des Hauses stärkt. Die thermische Ertüchtigung konzentriert sich auf den Kern des Gebäudes. Dort werden die Innenflächen mit Holzfaserplatten gedämmt, ergänzt durch eine neue Bodenplatte im Sockelbereich sowie eine gedämmte Dachschicht. Die Nutzungseinheiten im Kern werden so zu vollwertig beheizten Räumen, während die angrenzenden Bereiche als temperierbare Pufferzonen ausgebildet sind:​ räumliche Erweiterungen, die wie moderne Wintergärten funktionieren und je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden können. Die übrigen Rampen bleiben unbeheizt und behalten ihren offenen, rohen Charakter; lediglich transparente, verschließbare Glasflächen schützen sie punktuell vor Wind und Wetter, ohne den offenen Kreislauf der Erschließung zu beeinträchtigen. Dieser Ansatz erhält den ursprünglichen Charakter des Parkhauses und macht ihn gleichzeitig zukunftsfähig. Alt und Neu bleiben klar unterscheidbar, wirken aber im Zusammenspiel als kohärentes Ganzes:​ Was bleibt, wird gestärkt. Was neu ist, zeigt sich als neu. So entsteht eine Konstruktion, die den Bestand respektiert und zugleich weiterentwickelt – eine lernende Architektur, die auf Veränderungen reagieren kann und sich langfristig transformierbar zeigt. Der architektonische Umgang ist geprägt vom Prinzip des Weiterbauens im Bestand. Jede Intervention bleibt erkennbar und respektiert die Charakteristika des ursprünglichen Parkhauses. Was neu ist, zeigt sich als neu. Was bleibt, wird gestärkt und räumlich aktiviert. So entsteht eine wandelbare, offene Architektur, die die Geschichte des Gebäudes nicht negiert, sondern fortschreibt – und zugleich Raum für zukünftige Nutzungen bietet.

Das Gestaltungskonzept entwickelt eine klare Verbindung zwischen Bestand und Aufstockung. Die neuen Obergeschosse erhalten eine leichte, umlaufende Hülle, die sich als vermittelnde Schicht über den bestehenden Baukörper legt. Sie bildet einen gestalterischen Übergang zwischen der charakteristischen roten Betonfassade des Bestands und dem neu entstehenden Wohnvolumen, ohne den Altbau zu überformen. So entsteht ein schichtartiges Gesamtbild, in dem Alt und Neu gleichberechtigt ablesbar bleiben. In den oberen Geschossen wird die Logik der Grundrissorganisation fortgeschrieben. Der im Sockel gestärkte Kern setzt sich vertikal fort und bildet im Neubau einen zentralen, nach Norden orientierten Treppenraum. Vorgelagert liegt eine gemeinschaftliche Terrasse, die als halböffentlicher Aufenthaltsort dient. Zwischen Treppenraum und Terrasse spannt sich eine Wintergartenschicht auf – ein temperierbarer Pufferraum, in dem die Bewohner Pflanzen halten können und der als gemeinschaftliche Zone zwischen Innen und Außen funktioniert. Das Gestaltungskonzept setzt auf horizontale und vertikale Blickbeziehungen als zentrales räumliches Prinzip. Der Grünpuffer sowie die fehlenden Geschossdecken in den Nutzungseinheiten im Sockel, und die verspringenden Lufträume des Treppenraums sowie die Lufträume der Duplex-Wohnungen in der Aufstockung, ermöglichen vertikale Raumbezüge. Zuschaltbare Raumerweiterungen der Werkstätten und fließende Raumzusammenhänge erfolgen in der Horizontalen. Die Wohnungen werden von einer umlaufenden Balkonschicht gefasst. Jede Einheit erhält einen direkten Zugang zu einem privaten Außenraum. Die mittleren Wohnungen orientieren sich nach Süden, während die seitlichen Wohnungen über großzügige Eckverglasungen diagonal in den Stadtraum blicken. Die Kombination aus privaten Balkonen, gemeinschaftlichen Terrassen und der transparenten Fassadenhülle schafft ein vielschichtiges System aus Innen-, Übergangs- und Außenräumen, das dem Gebäude eine offene, lebendige Erscheinung verleiht. Die Aufstockung ergänzt den Bestand somit nicht nur funktional, sondern formt ein neues architektonisches Ganzes:​ einen Baukörper, der die Robustheit des bestehenden Parkhauses mit einer leichten, offen nutzbaren Wohnstruktur verbindet – und dabei einen zeitgemäßen, dialogischen Ausdruck entwickelt. Zur Straße hin prägen bewegliche Markisen das Erscheinungsbild. Sie bewirken ein lebendiges Fassadenspiel und verändern je nach Stellung die Transparenz und Offenheit des Hauses. Es ist ein Gebäude, das durchlässig, räumlich verknüpft und einladend ist – ein Ort für Wohnen, Arbeiten, Freizeit und gemeinsamen Austausch.

Energiekonzept & Bauökologie

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Projekts basiert auf dem Weiterbauen im Bestand und dem ressourcenschonenden Umgang mit vorhandener Bausubstanz. Durch die Umnutzung des leerstehenden Parkhauses bleiben Tragstruktur, Materialität und die im Gebäude gespeicherte graue Energie erhalten. Der Bestand wird dabei nicht als Einschränkung, sondern als wertvolle materielle und baukulturelle Ressource verstanden.

Die architektonischen Eingriffe erfolgen selektiv und minimalinvasiv nach den Prinzipien der Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. Bestehende Flächen werden reaktiviert, Rückbau erfolgt nur dort, wo er zur Verbesserung von Belichtung, Belüftung und räumlicher Qualität notwendig ist. Der Energiebedarf wird durch die gezielte thermische Ertüchtigung des Gebäudekerns, temperierbare Pufferzonen sowie die optimierte Nutzung natürlicher Licht- und Klimaverhältnisse reduziert.

Auch die Konstruktion der Aufstockung folgt nachhaltigen Prinzipien. Ein auf den tragfähigen Bauteilen des Bestands aufgelagerter Stahltisch bildet eine eigenständige konstruktive Ebene, auf der die neuen Geschosse in leichter Holzbauweise errichtet werden. Diese Bauweise minimiert zusätzliche Lasten auf dem Bestand, reduziert den Materialeinsatz und ermöglicht eine klare Trennung zwischen Alt und Neu. Gleichzeitig ist die Erweiterung als reversible Konstruktion gedacht, sodass Bauteile rückgebaut, wiederverwendet oder sortenrein recycelt werden können.

Flexible Grundrisse, robuste Strukturen und multifunktionale Räume schaffen ein nutzungsoffenes Gebäude mit hoher Transformationsfähigkeit. Werkstätten, Projekträume, Wohnformen und gemeinschaftliche Flächen können sich an veränderte gesellschaftliche, wirtschaftliche oder demografische Anforderungen anpassen und durch ihre Nutzerinnen und Nutzer aktiv weiterentwickelt werden. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und städtebaulich verstanden. Die Reaktivierung des leerstehenden Parkhauses stärkt die Identität des Quartiers und transformiert einen ungenutzten Ort in einen lebendigen Raum für Produktion, Wohnen und Begegnung. So verbindet das Projekt ökologische Verantwortung mit sozialer Integration und urbaner Resilienz und zeigt, wie durch Weiterbauen im Bestand zukunftsfähige Räume entstehen können.

Schlagworte

Bauen im Bestand, Transformation, Revitalisierung, Aufstockung, Berlin, Holzbau, Architektur, nachhaltiges Bauen, Nachverdichtung, Umbaukultur, Wertschätzung

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