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Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Bauhaus-Universität Weimar, Architektur und Urbanistik, Daniel Hiebsch

Visualisierung Reuse-Stahl - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Jonas Flegler

Modellfoto - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Modellfoto - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Modellfoto - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Modellfoto Detail - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Modellfoto Detail - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Städtebauliches Modell - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Städtebauliches Modell - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Städtebauliches Modell - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Daniel Hiebsch

Visualisierung Innenraum - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Jonas Flegler

Visualisierung Beton - Von Allem Wenig - Umbau einer Typenschule in Leipzig

© Jonas Flegler

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Bauhaus-Universität Weimar, Architektur und Urbanistik, Daniel Hiebsch

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

07.2025

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

23.000 m³

 

Bruttogrundfläche

1.370 m²

 

Nutzfläche

3.900 m²

 

Verkehrsfläche

850 m²

 

Grundstücksgröße

11.700 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Von Allem Wenig
-Umbau einer Typenschule

Ausgangslage I Typenschule mit zwei Gesichtern
Die Aufgabenstellung des Entwurfs mit dem Thema „Von allem wenig“ widmet sich der Frage nach Materialeffizienz, dem unkonventionellen Fügen unterschiedlicher Materialien und der daraus resultierenden Gestaltqualität. Im Zentrum steht der An- bzw. Umbau einer Typenschule der DDR-Zeit, deren räumliche Struktur erweitert und an gegenwärtige pädagogische Anforderungen angepasst werden soll.
Als Ausgangspunkt diente Typenschule Leipzig, eine sogenannte Gangschule, die durch ihre klar strukturierte Organisation und rationalistische Gestaltung geprägt ist. Der Typus wirkt im Kontext der umgebenden Wohnsiedlungen zugleich fremd und eigenständig:​ Als serielles, industriell hergestelltes Bauwerk hebt er sich von seiner Umgebung ab, schafft aber damit auch einen eigenen Kosmos, eine in sich geschlossene Welt des Lernens.
Ziel des Projekts war es, diesen Charakter nicht aufzulösen, sondern zu stärken – und zugleich eine räumliche wie konzeptionelle Öffnung zu schaffen, die neue Formen des Lernens und der Gemeinschaft ermöglicht. Die Intervention sollte die strukturelle Logik des Bestands respektieren und gleichzeitig seine monolithische Geschlossenheit in eine durchlässige, adaptive Struktur überführen.

Konzept I Addition und Balance
Der Entwurf versteht den Umbau als Balanceakt:​ Eingriffe werden dort gesetzt, wo sie bestehende Qualitäten ergänzen oder neue Verbindungen schaffen. Es handelt sich um vier präzise Additionen, die jeweils auf spezifische Schwächen des Bestands reagieren und diesen funktional wie räumlich erweitern.
Als Grundlage dafür dient der Umbau des bestehenden Gebäudes. Das vormals geschlossene Untergeschoss wird durch gezielte Öffnungen mit dem Erdgeschoss verbunden. Durch das Entfernen einzelner Deckenplatten entsteht eine großzügige öffentliche Zone, die gemeinschaftliche Nutzungen aufnimmt und eine neue Beziehung zwischen Innen und Außen herstellt. Die Schule öffnet sich dadurch zum Quartier hin, schafft eine neue Adresse und wird Teil des öffentlichen Lebens.
Die erste strukturveränderte Addition ist die „Laube“. Ein neuer Laubengang entlang der Nordfassade ermöglicht die Vergrößerung und gleichmäßige Belichtung der Klassenzimmer. Er ordnet die Erschließung neu und schließt an zwei Gemeinschaftsräume, die die Treppen beinhalten, an. Gleichzeitig schafft die Laube eine formale Balance zwischen Nord- und Südfassade:​ Während die Südfassade des Bestands durch ihre kleinteilige Gliederung lebendig wirkte, war die Nordseite bislang geschlossen und massiv. Durch die neue Struktur erhält das Gebäude eine kohärente, rhythmisierte Hülle, die Alt und Neu visuell miteinander verzahnt.
Zwei freistehende Türme, der „Rundling“ und der „Eckling“, an die neue Erschließung herangestellt. Beide folgen einer identischen konstruktiven Logik und beherbergen neue Lern- und Aktivräume, die das traditionelle Klassenzimmerkonzept erweitern. Sie sind nur an den Bestand herangestellt, wodurch die tragende Struktur des Altbaus unverändert bleibt. Die Türme agieren als autonome Architekturen im Dialog mit dem Hauptgebäude. Sie stellen Additionen und keine Anbauten dar.
Den Abschluss bildet ein aufgesetzter, leichter Aufbau, der sogenannte „Hut“. Er komplettiert die neue Gebäudekomposition volumetrisch und schafft zusätzliche Flächen für gemeinschaftliche oder experimentelle Nutzungen. Gleichzeitig vermittelt er Balance und Maß, indem er das Ensemble in seiner Proportion ausgleicht.
In ihrer Gesamtheit bilden diese Eingriffe ein präzises, balanciertes System aus Ergänzungen und Leerräumen. Der Bestand bleibt klar erkennbar, während die neuen Elemente ein Narrativ der Weiterentwicklung formulieren – kein Bruch, sondern eine fortgesetzte Geschichte.

Fazit
Der Entwurf versteht die DDR-Typenschule nicht als Relikt, sondern als offenes System, das durch gezielte Eingriffe aktualisiert werden kann. Die Kombination aus präziser konstruktiver Logik, räumlicher Neuorganisation und materialbewusster Haltung führt zu einem neuen architektonischen Ausdruck, der sowohl die Geschichte des Ortes respektiert als auch eine Perspektive für die Zukunft formuliert.

Beschreibung der Besonderheiten

Konstruktion I Fügung und Reuse Stahl
Die vier Additionen sind eigenständige Akteure, die sich in ihrer Struktur bewusst vom Massivbau des Bestands absetzen. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Konstruktion aus Stahl, die sich durch eine hohe Präzision, Kleinteiligkeit und Wiederverwendbarkeit auszeichnet.
Der Stahlbau steht dabei nicht nur für technologische Effizienz, sondern auch für eine ästhetische Haltung:​ Das Fügen einzelner Elemente wird zum sichtbaren, gestalterischen Prinzip. Diese Logik des Zusammenfügens knüpft an die bestehende Kleinteiligkeit der südlichen Fassade an und übersetzt sie in eine zeitgenössische, leichte Architektursprache. Die neuen Bauteile erscheinen so nicht als Fremdkörper, sondern als Fortführung eines vorhandenen Themas.
Zu Beginn des Entwurfsprozesses wurden verschiedene Bauweisen miteinander verglichen, insbesondere Stahl- und Betonbau. Die Untersuchung zeigte, dass ein vergleichbarer Umbau in Beton ein Vielfaches an CO₂-Emissionen verursacht hätte und keine Wiederverwendung von Bauteilen erlaubt. Der Stahlbau hingegen erwies sich als die nachhaltigere Lösung:​ leicht, präzise, reversibel und nahezu vollständig aus wiederverwendeten Elementen realisierbar. Erst durch diesen Vergleich wurde das Potenzial des Stahlbaus als konstruktives und ökologisches Prinzip deutlich – seine Materiallogik prägt den gesamten Entwurf.
Denn ein zentrales Element des Projekts ist der Umgang mit bestehenden Ressourcen. Die Stahlprofile und Fassadenelemente der Additionen stammen aus lokalen Rückbauprojekten in Leipzig und Umgebung. Durch das Zusammenfügen standardisierter, wiederverwendeter Profile entsteht eine neue, hybride Struktur, die sowohl konstruktiv als auch ökologisch überzeugt.
Eine überschlägige Berechnung der CO₂-Bilanz zeigt das Potenzial dieser Strategie:​ Da keine neuen Materialien produziert werden müssen, entstehen kaum zusätzliche Emissionen. Dabei nähert sich der rechnerische Wert nahezu null und berücksichtigt lediglich notwendige Brandschutzmaßnahmen.
So wird das Motto „Von allem wenig“ nicht nur formal, sondern auch ökologisch und materiell eingelöst:​ Aus der Addition weniger, bereits vorhandener Elemente entsteht ein komplexes, funktionales Ganzes.

Nachhaltigkeit

Konstruktion I Fügung und Reuse Stahl
Die vier Additionen sind eigenständige Akteure, die sich in ihrer Struktur bewusst vom Massivbau des Bestands absetzen. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Konstruktion aus Stahl, die sich durch eine hohe Präzision, Kleinteiligkeit und Wiederverwendbarkeit auszeichnet.
Der Stahlbau steht dabei nicht nur für technologische Effizienz, sondern auch für eine ästhetische Haltung:​ Das Fügen einzelner Elemente wird zum sichtbaren, gestalterischen Prinzip. Diese Logik des Zusammenfügens knüpft an die bestehende Kleinteiligkeit der südlichen Fassade an und übersetzt sie in eine zeitgenössische, leichte Architektursprache. Die neuen Bauteile erscheinen so nicht als Fremdkörper, sondern als Fortführung eines vorhandenen Themas.
Zu Beginn des Entwurfsprozesses wurden verschiedene Bauweisen miteinander verglichen, insbesondere Stahl- und Betonbau. Die Untersuchung zeigte, dass ein vergleichbarer Umbau in Beton ein Vielfaches an CO₂-Emissionen verursacht hätte und keine Wiederverwendung von Bauteilen erlaubt. Der Stahlbau hingegen erwies sich als die nachhaltigere Lösung:​ leicht, präzise, reversibel und nahezu vollständig aus wiederverwendeten Elementen realisierbar. Erst durch diesen Vergleich wurde das Potenzial des Stahlbaus als konstruktives und ökologisches Prinzip deutlich – seine Materiallogik prägt den gesamten Entwurf.
Denn ein zentrales Element des Projekts ist der Umgang mit bestehenden Ressourcen. Die Stahlprofile und Fassadenelemente der Additionen stammen aus lokalen Rückbauprojekten in Leipzig und Umgebung. Durch das Zusammenfügen standardisierter, wiederverwendeter Profile entsteht eine neue, hybride Struktur, die sowohl konstruktiv als auch ökologisch überzeugt.
Eine überschlägige Berechnung der CO₂-Bilanz zeigt das Potenzial dieser Strategie:​ Da keine neuen Materialien produziert werden müssen, entstehen kaum zusätzliche Emissionen. Dabei nähert sich der rechnerische Wert nahezu null und berücksichtigt lediglich notwendige Brandschutzmaßnahmen.
So wird das Motto „Von allem wenig“ nicht nur formal, sondern auch ökologisch und materiell eingelöst:​ Aus der Addition weniger, bereits vorhandener Elemente entsteht ein komplexes, funktionales Ganzes.

Schlagworte

Schulbau, Stahlbau, Reuse Stahl, Bauteilkatalog

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Klassen

12

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