Architekturobjekt 1 von 2.719

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

1130 Wien, Wenzgasse 12, Österreich

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: cp architektur, Architekt Christian Prasser

Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Aussenansicht Ost - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Aussenansicht Nordost - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Halle mit Sitzecke - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Wohnzimmer/Halle/Esszimmer - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Stephan Huger

Villa Beer - Musiksalon - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Speisezimmer EG - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Wohnzimmer EG - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Schnellsteigstiege OG - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Villa Beer - Gästezimmer OG - Villa Beer - Generalsanierung von cp architektur

© Hertha Hurnaus

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: cp architektur, Architekt Christian Prasser

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Wenzgasse 12, 1130 Wien, Österreich

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

12.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Architekt Christian Prasser

Praterstrasse 15/4/14

1020 Wien

Österreich

Tel. +43 1 9690660

atelier@cp-architektur.com

Bauherr

Villa Beer Foundation gemeinnützige GmbH

Wenzgasse 12

1130 Wien

Österreich

Tel. +43 1 876 52 31

presse@villabeer.wien

Bauleitung (LPH 8)

Coordin.at Ziviltechniker Ges.m.b.H.

St. Veit-Gasse 65/1+2

1130 Wien

Österreich

Tel. +43 1 890 09 83

office@coordin.at

Fachplanung: Bauphysik

Dipl.-Ing. Dr. Techn. Roland Müller

Eduard-Roesch Strasse 8A

2000 Stockerau

Österreich

Tel. +43 2266 65169

office@bauphysik-online.at

Fachplanung: Gebäudetechnik

Käferhaus GmbH

Ybbsstraße 29/1

1020 Wien

Österreich

Tel. +43 1 9686064

office@kaeferhaus.at

Architektur: Landschaftsarchitekt

AUBÖCK+ KÁRÁSZ

Bernardgasse 21

1070 Wien

Österreich

Tel. +43 1 523 72 20

office@auboeck-karasz.at

Sonstige

Mag.art. Alexandra Sagmeister

Preysinggasse 7-9/17

1150 Wien

Österreich

Tel. +43 650 644 52 15

alexandra.sagmeister@askr.at

Fachplanung

DI Gernot Fleischmann - Fleischmann Vermessung

Alpenstraße 14

5020 Salzburg

Österreich

Tel. +43 662 87 53 14

geometer@fleischmann.co.at

Architekturfotografie

Hertha Hurnaus

Köstlergasse 3/9

1060 Wien

Österreich

Tel. +43 1 5235064

hehu@hurnaus.com

Architekturfotografie

Fotostudio Huger - Stephan Huger

Wiedner Hauptstraße 46

1040 Wien

Österreich

Tel. +43 1 789 50 00

office@studiohuger.at

Verwendete Produkte

MHZ

Sonnenschutz

cp architektur

Lichtschalter

3D Druck / Unterbauteil THPG

Einrichtungshaus Svenskt Tenn

Stoffe und Möbel

Fantin srl

Büromöbel

Gaggenau Hausgeräte

Küchengeräte

GOLEM Kunst- und Baukeramik

Wandfliesen

KDS Bohrtechnik GmbH

Geothermie

Lobmeyer

Rekonstruktion Leuchten

Popstahl

Küchenmöbel

Zahna Fliesen

Bodenfliesen

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

4.012 m³

 

Bruttogrundfläche

1.138 m²

 

Nutzfläche

973 m²

 

Grundstücksgröße

3.169 m²

Kosten

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

10.000.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Sanierung der Villa Beer:​

Fünf wertvolle Jahre der Auseinandersetzung mit der Villa Beer liegen hinter cp architektur. Mit der Eröffnung der Villa Beer wird eines der bedeutendsten Schlüsselwerke der Moderne in Österreich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der umfassenden Sanierung ging eine mehrjährige, intensive Vorlaufphase voraus, in der die architektonischen, materialtechnischen und ideellen Qualitäten des Hauses grundlegend untersucht wurden. Auf Basis detaillierter restauratorischer Befundungen, einer analytischen Bestandsaufnahme der Bausubstanz sowie der theoretischen Auseinandersetzung im Rahmen der Symposien „Offene Moderne:​ Zur Zukunft der Villa Beer“ und „Eine menschliche Moderne:​ Zum Menschenbild der Villa Beer von Josef Frank“ wurde ein stringentes Konzept für die bestmögliche Erhaltung des Bauwerks entwickelt. Die Sanierungsarbeiten erfolgten von April 2024 bis Dezember 2025.

Das von Lothar Trierenberg und seinem Team entwickelte Nutzungskonzept für die Villa Beer gab auch für die architektonische Umsetzung den maßgeblichen Fahrplan vor. Oberstes Prinzip der Sanierung war es, das Haus im Sinne des Denkmalschutzes sorgsam zu erhalten und die historische Patina zu bewahren.

Im Kellergeschoss wurden die Räumlichkeiten an die Anforderungen musealer Nutzungen angepasst. Die ehemalige Garage sowie Lagerräume wurden zu einem barrierefreien Empfangsbereich mit Kassa, Shop, Garderobe und Veranstaltungsraum umgebaut. Unterirdisch – von außen nicht sichtbar – entstand unter der bestehenden Terrasse ein klimatisch kontrollierter Archivraum, der künftig die Sammlung der Villa Beer Foundation aufnehmen wird.
Eine größere gestalterische Freiheit ergab sich bei den Räumen im Dachgeschoss. Diese waren bereits in den Originalplänen nicht konkret definiert, zudem gab es keine Dokumentation über die Möblierung. In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Einrichtungshaus Svenskt Tenn wurden die Räume großzügig mit Möbeln und Stoffen von Josef Frank ausgestattet, die bis heute produziert werden. Künftig stehen diese Räume für Artist- oder Researcher-in-Residence-Programme zur Verfügung und sollen den Bewohner:​innen ein modernes Lebensgefühl im Sinne des Frank-Designs vermitteln.
Die herausforderndsten Bereiche waren jedoch jene mit der größten erhaltenen historischen Substanz, die zugleich die Repräsentationsräume der Familie Beer darstellten. Nach umfangreichen Bestandserhebungen wurde das Haus in seinen bauzeitlichen Stand von 1930 rückgeführt. Einbauten und Veränderungen, die seit den 1930er-Jahren bis zum Ankauf durch die Villa Beer Foundation vorgenommen worden waren, wurden rückgebaut – einschließlich der 2013 zu hoch errichteten Attika.
Ziel war es, die bauzeitliche Raumabfolge wieder erlebbar zu machen. Die von Frank geplanten Sichtachsen wurden freigelegt beziehungsweise – wie im Original – durch die Montage raumhoher Vorhänge betont. Sämtliche Bauelemente wie Bodenbeläge, Fenster und Heizkörper wurden aufgenommen, katalogisiert und saniert.

Eine besondere Herausforderung stellte die Frage nach einem möglichst ressourcenschonenden Heizsystem dar. Moderne alternative Systeme wie Geothermie sowie eine von unten nicht sichtbare Photovoltaikanlage auf dem Flachdach werden diesem Anspruch gerecht. Gleichzeitig wurde zugunsten der noch vorhandenen Originalsubstanz auf einen wärmedämmenden Außenputz sowie auf Isolierglasfenster verzichtet.

Ein anschauliches Beispiel für die von cp architektur angestrebte Balance zwischen dem Erhalt historischer Bausubstanz und den Anforderungen zukünftiger Nutzer:​innen sind die Lichtschalter. Wenige Originalschalter haben den Lauf der Zeit überdauert. Da auf Schwarz-Weiß-Fotografien von Julius Scherb die dunklen Bakelitschalter als Gestaltungselement erscheinen, wurde entschieden, diese originalgetreu mittels 3D-Druck im Büro von cp architektur nachzubauen. Die Reproduktionen greifen nicht nur die visuelle Erscheinung der historischen Schalter auf, sondern vermitteln durch ihre Haptik auch ein sinnliches Moment, das Erinnerungen an frühere Wohnkultur wachruft.

Die schwarzen Schalter waren ursprünglich auf durchgefärbten Weißglasscheiben montiert, die jedoch durchwegs gesprungen waren – offenbar hielten sie dem Druck des Bakelit-Schalters auf die Glasplatte nicht stand. Um ein erneutes Springen zu verhindern, wurde zwischen Glasplatte und Schalter ein Gummiring eingesetzt. Dies entspricht zwar nicht der Originalkonstruktion, gewährleistet jedoch eine deutlich höhere Lebensdauer der zusätzlich auf der Rückseite folierten Glasplatten als bei den historischen Vorbildern.
Die Gestaltung des Gartens wurde von Auböck + Kárász Landscape Architects übernommen; er soll künftig im Rahmen eines Besuchs der Villa Beer ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
 

Auszeichnungen

BIG SEE ARCHITECTURE AWARD 2026

Schlagworte

Generalsanierung, Denkmalschutz

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Geothermie

 

Sekundärenergie

Strom

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