Architekturobjekte
Victoria zu Berlin
10969 Berlin, Lindenstrasse 22
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: gbp Architekten GmbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: gbp Architekten GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Lindenstrasse 22, 10969 Berlin, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
05.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
26.200 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Heute werden die drei noch erhaltenen der ursprünglich zwölf Höfe als zentrale Elemente des Ensembles wiederbelebt. Ein zeitgenössischer Neubau in Form eines Kubus ergänzt die bestehende Architektur und schließt die letzte verbliebene Baulücke im mittleren Hof. Sowohl die rund 130 Meter lange Straßenfassade als auch die Hoffassaden wurden in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden behutsam instand gesetzt. Die bauzeitlichen Dachgauben wurden rekonstruiert und tragen zur Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes bei.
In enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt, dem Projektentwickler und den beteiligten Fachfirmen erfolgt die umfassende Restaurierung des historischen Bestands. Erhaltene Originalbauteile wie die prachtvollen Natursteinfassaden mit ihren Zierelementen, die aufwendig gefertigten Metalltore sowie wertvolle Mosaikarbeiten werden detailgetreu aufgearbeitet. Gleichzeitig bleiben ausgewählte Kriegsschäden bewusst sichtbar und werden als historisch bedeutende Zeitschichten in das Gesamtkonzept integriert.
Die Neuinterpretation der historischen Giebelformen im bis zu sieben Meter hohen Dachgeschoss, die Erneuerung der Fenster sowie umfangreiche energetische Maßnahmen vervollständigen den sensiblen Umbau der Victoriahöfe. Der Neubau setzt sich bewusst vom historischen Bestand ab, tritt jedoch durch Materialität und Farbgebung in einen harmonischen Dialog mit den vorhandenen Baustrukturen.
Für die Umsetzung des Projekts Victoria zu Berlin wurden das vierte Obergeschoss sowie das Dachgeschoss vollständig zurückgebaut. Bestehende Stahlstützen und Mauerwerkspfeiler wurden entsprechend den statischen Anforderungen verstärkt oder ersetzt. Ein neues Hochdruckinjektionsfundament stabilisiert den Baugrund und schafft die Voraussetzungen für die zusätzlichen Lasten der Aufstockung. Im Inneren wurde das Gebäude bis auf die tragenden Mauerwerkswände entkernt. Es entstand ein klarer, industriell geprägter Ausbau, der die historische Bausubstanz respektiert und zugleich den heutigen funktionalen und technischen Anforderungen gerecht wird.
Die neuen Grundrisse greifen die ursprüngliche Großraumstruktur des Gebäudes auf und ermöglichen flexible Nutzungen. Die historische Gebäudestruktur mit ihren zahlreichen, teils nicht dokumentierten Kriegsschäden stellte dabei insbesondere die Planung der technischen Gebäudeausrüstung vor besondere Herausforderungen. Entstanden ist ein multifunktionales Gebäude, das klassische Arbeitsplätze ebenso bietet wie Kommunikations- und Aufenthaltsbereiche.
Besondere Bedeutung kommt dem Erdgeschoss zu. Durch den Rückbau der darüberliegenden Decke entstand eine großzügige zweigeschossige Eingangshalle, die als offener und einladender Raum das neue Herzstück des Gebäudes bildet und zugleich einen Bezug zum öffentlichen Raum herstellt.
Die historische Substanz wird bewahrt und gleichzeitig eine zukunftsweisende Nutzung ermöglicht. Die Victoriahöfe erstrahlen heute in neuem Glanz als bedeutendes Zeugnis der Berliner Baugeschichte. Das Projekt verbindet respektvoll Vergangenheit und Gegenwart und ergänzt das historische Ensemble um ein neues, zeitgemäßes Kapitel, das den Dialog zwischen Bestand und Neubau in den Mittelpunkt stellt.
Auszeichnungen
Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege
Schlagworte
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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