Architekturobjekte


Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

51375 Leverkusen, Alter Grenzweg 27

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Kollbach Bansi Architekten PartmbB

neuer Innenhof - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Kollbach Bansi Architekten

Fassade mit neuen Öffnungen - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Kollbach Bansi Architekten

Dachfenster Eingang - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Julia Reschucha

neue Fassade, Innenhof - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Klaus Dyba

Haupttreppenhaus - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Kollbach Bansi Architekten

Luftraum Eingang - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Kollbach Bansi Architekten

Lichthof Pfarrheim, Blick auf Kirche - Umnutzung der ehemalige Kirche Thomas Morus in soziales Wohnen mit Quartierstreff

© Klaus Dyba

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Kollbach Bansi Architekten PartmbB

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Alter Grenzweg 27, 51375 Leverkusen, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Umbau

Fertigstellungstermin

02.2026

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Kollbach Bansi Architekten PartmbB

Bahnstadtchausse 6

51379 Leverkusen

Deutschland

Tel. 02171-94 86 51

kontakt@kollbach-bansi-architekten.de

Bauherr

Caritasverband Leverkusen e.V.

Bergische Landstraße 80

51375 Leverkusen

Deutschland

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

4.080 m³

 

Bruttogrundfläche

1.695 m²

 

Nutzfläche

962 m²

 

Verkehrsfläche

250 m²

 

Wohnfläche

864 m²

 

Grundstücksgröße

3.100 m²

Kosten

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

4.330.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die 1962 errichtete Kirche Thomas Morus mit angrenzendem Pfarrheim in Leverkusen Schlebusch wurde im Jahr 2019 profaniert, nachdem sie bereits 3 Jahre leer stand. Ein während des Dreikönigsgottesdienstes geborstener Dachbalken führte zur Evakuierung der Kirche und zur Errichtung einer aufwändigen Notabsicherung mit Innengerüst und Stahlträgern. Der Caritasverband Leverkusen e.V. entwickelte über zwei Jahre zusammen mit Kollbach Bansi Architekten eine Lösung, das denkmalgeschützte Ensemble einer neuen, sozialen Nutzung zuzuführen, ohne den Charakter zu verändern. Das Konzept hat das Erzbistum Köln überzeugt und im Dezember 2020 das Objekt dem Caritasverband in einem Erbachtvertrag zur Verfügung gestellt. Der Grundstein für die Umnutzung war gelegt.
Nutzung
Nach Demontage des beschädigten Daches und der Entkernung der Kirche entstanden auf drei neuen Ebenen drei Gruppenwohnungen mit Gemeinschaftsraum und insgesamt 15 Einzelzimmern mit eigenem Bad. Hier erhalten ehemals wohnungslose Menschen die Möglichkeit, ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen mit alltagspraktischer Unterstützung vor Ort durch Mitarbeiter des Caritasverbandes Leverkusen.
Im angrenzenden Pfarrheim befinden sich die Mitarbeiterräume des Caritasverbandes sowie zwei kleine Appartements. Der ehemalige Pfarrsaal dient als Quartierstreff und Begegnungsort für die Nachbarschaft.
Damit ist aus einem lange leerstehenden Kirchenensemble ein Zuhause und ein Ort zum Zusammenkommen geworden.
Entwurfskonzept
Ziel des Entwurfs war die Umwandlung des Kirchenraums in eine zeitgemäße Nutzung, die den Charakter des Bauwerks respektiert und wieder mit Leben füllt.
Der kleeblattförmige Grundriss der Kirche blieb erhalten und prägt das neue Wohngebäude auch heute. Ein dreigeschossiger Neubau fügt sich in die bestehenden 70 cm starken monolithischen Ziegelaußenwände der ehemaligen Kirche ein und schafft moderne Appartements rund um einen geschützten Innenhof. Gleichzeitig bleibt das Gebäude von außen weiterhin als Kirche erkennbar – ein vertrauter Anblick für die Nachbarschaft.
Die prägenden Elemente des Kirchenraums wurden im Grundriss so integriert, dass sie auch mit der neuen Nutzung weiterhin zur Geltung kommen und spannende Raumeindrücke bilden. Im Eingangsbereich ermöglicht ein über alle Etagen offener Luftraum, die Kirche in ihrer ursprünglichen Höhe wahrzunehmen. Die bestehende Außenwand weitet sich hier auf bis zu 2 Meter auf und lenkt den Blick auf ein in das Ziegelmauerwerk eingelassenes, stilisiertes Kreuz und den Beichtstuhl. Trapezförmige Dachfenster belichten den Raum. Sie leiten optisch von den kunstverglasten Schlitzfenstern zu den neuen Innenfenstern der Gruppenwohnungen über und schlagen so die Brücke zwischen Alt und Neu.
Umsetzung
Die Umsetzung erforderte eine enge Abstimmung mit der Denkmalpflege und stellte Architekten und Planer vor zahlreiche Herausforderungen.
Die bestehenden Außenwände wurden weiter genutzt und kaum verändert. In drei der vier Kleeblätter des Grundrisses wurde das neue Gebäude als Stahlbetonbau errichtet mit gedämmtem Flachdach und gedämmter Bodenplatte. Der frühere Altarraum ist von neuer Bebauung freigehalten und bildet nun den geschützten, nach oben offenen, Innenhof. Das eingestellte, dreigeschossige Gebäude schließt zum Innenhof mit einer neuen, gedämmten Fassade ab, die mit großzügigen Fensteröffnungen für ausreichende Belichtung und Belüftung der angrenzenden Räume sorgt. Für die Gemeinschaftsbereiche der Gruppenwohnungen wurden neue Öffnungen in die Bestandswänden geschnitten, teilweise mithilfe einer aufwändigen provisorischen Behelfskonstruktion zur temporären Aufnahme der Lasten aus dem Kirchturm.
Die technische Infrastruktur wurde komplett erneuert. Die Wärmeversorgung erfolgt nachhaltig über zwei Luftwärmepumpen. Das Flachdach des Neubaus ist mit Photovoltaikmodulen ausgestattet.
Der Caritasverband Leverkusen hat sich als engagierter Bauherr auf die Herausforderungen dieser Umnutzung eingelassen. Mithilfe von Stiftungsgeldern und der öffentlichen Wohnraumförderung, erhalten Menschen, die im sonstigen Wohnungsmarkt keine Chance hätten, ein ansprechendes neues Zuhause.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Das Vorhaben gilt als beispielhaft für den Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden, deren ursprüngliche Nutzung dauerhaft entfällt. Durch die enge Zusammenarbeit von Bauherrschaft, Architekten und Denkmalbehörde konnte die stadtbildprägende Gestalt des Gebäudes bewahrt und zugleich eine nachhaltige neue Nutzung geschaffen werden.
Das Projekt zeigt, wie erhaltenswerte Bestandsgebäude erfolgreich in die Zukunft geführt werden können – eine Aufgabe, die angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Schlagworte

Denkmalschutz, Kirchenumnutzung, Bauen im Bestand, Wohnraumförderung,

Energetische Kennwerte

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Betten

17

 

Anzahl Wohneinheiten

5

Bitte melden Sie sich an

Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie bei heinze.de registriert und angemeldet sein.

Hier anmelden
Diese Seite weiterempfehlen
1547465723