Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden
40721 Hilden, Mittelstraße 79-81
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christof Gemeiner Architekten BDA
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Mittelstraße 79-81, 40721 Hilden, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
02.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
6.658 m³
Bruttogrundfläche
843 m²
Nutzfläche
1.797 m²
Verkehrsfläche
205 m²
Wohnfläche
1.143 m²
Grundstücksgröße
843 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
2.154.784 Euro
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
5.874.569 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Neubebauung der Grundstücke Mittelstraße 79 und 81 in Hilden versteht sich als Beitrag zur behutsamen Stadtreparatur im historischen Zentrum der Stadt. Ausgangspunkt war die Ablösung zweier städtebaulich unbefriedigender Situationen: Zum einen eines stark geschädigten und aufgrund massiven Schwammbefalls nicht erhaltungsfähigen Altbaus aus der Zeit um 1900, zum anderen einer Nachkriegsbebauung, die ursprünglich als Provisorium errichtet worden war, jedoch über Jahrzehnte den Stadtraum prägte.
Mit dem ersten Bauabschnitt, dem 2020 fertiggestellten Wohn- und Geschäftshaus Mittelstraße 79, wurde die erste Brache geschlossen. Der zweite Bauabschnitt, Mittelstraße 81, ersetzt die nicht mehr zeitgemäße Nachkriegsbebauung und vollendet die Neuordnung des Ensembles.
Die städtebauliche Konzeption orientiert sich bewusst an den charakteristischen Merkmalen der umgebenden Bebauung. First- und Traufhöhen werden aufgenommen und fortgeführt, wodurch eine selbstverständliche Einbindung in den gewachsenen Stadtkörper erreicht wird. Auch die traditionellen stehenden Fensterformate greifen die Proportionen der historischen Nachbarschaft auf und verleihen den Fassaden eine ruhige, ortstypische Gliederung.
Prägendes Gestaltungselement sind die über Eck geführten Erker, die einen subtilen Bezug zum nahegelegenen Axlerhof herstellen, einer der bedeutendsten Einkaufs- und Aufenthaltslagen Hildens. Sie verleihen dem Baukörper Identität, ohne die übergeordnete städtebauliche Ordnung zu dominieren.
Die Architektur verfolgt dabei bewusst das Prinzip der Zurückhaltung. Die ruhige, klar gegliederte Mantelbebauung bildet den räumlichen Rahmen für das bedeutendste Baudenkmal der Stadt – die denkmalgeschützte Reformationskirche am Alten Markt. Als Hildens historisches und kulturelles Zentrum erhält dieser Stadtraum durch die Neubebauung eine angemessene Fassung, die den Kirchenbau stärkt und seine besondere städtebauliche Präsenz hervorhebt.
Das Projekt versteht sich somit nicht als Solitär, sondern als integrativer Baustein des Stadtgefüges – ein Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums und zur langfristigen Sicherung der städtebaulichen Qualität im Herzen Hildens.
Beschreibung der Besonderheiten
Die Lage am Alten Markt stellte dabei hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Die beengten Grundstücksverhältnisse, die unmittelbare Nachbarschaft zu bestehender Bebauung sowie die eingeschränkten Anlieferungs- und Baustelleneinrichtungsflächen erforderten eine präzise logistische und konstruktive Planung. Trotz dieser Rahmenbedingungen konnte eine wirtschaftliche und nachhaltige Bebauung mit hoher Flächeneffizienz realisiert werden.
Besonderes Augenmerk galt der barrierefreien Erschließung. Sämtliche Ebenen des Gebäudes sind stufenlos erreichbar und durch Aufzugsanlagen miteinander verbunden. Dadurch wird sowohl für die gewerblichen Nutzungen als auch für die Wohnungen eine uneingeschränkte Zugänglichkeit gewährleistet. Die klare Organisation der Erschließung trennt die öffentlichen Nutzungen des Erdgeschosses von den privaten Wohnbereichen und schafft zugleich eine hohe Orientierungssicherheit für Nutzer und Besucher.
Die kompakte Gebäudestruktur verbindet eine effiziente Flächenausnutzung mit zeitgemäßen Wohn- und Arbeitsqualitäten und trägt dazu bei, die Innenstadt Hildens dauerhaft zu stärken und weiterzuentwickeln.
Nachhaltigkeit
Der Entwurf folgt darüber hinaus dem Prinzip der Suffizienz. Durch die Verwendung langlebiger, robuster und weitgehend wartungsfreier Materialien werden Instandhaltungsaufwand, Ressourcenverbrauch und Folgekosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes minimiert. Die gewählten Materialien zeichnen sich durch ihre hohe Dauerhaftigkeit und Alterungsfähigkeit aus und tragen damit zu einer langfristigen Werterhaltung der Gebäude bei.
Auch Aspekte des Cradle-to-Cradle-Gedankens wurden berücksichtigt. Die eingesetzten Baustoffe sind weitgehend sortenrein und rückbaubar konzipiert. Durch den Verzicht auf schwer trennbare Verbundsysteme sowie den Einsatz von Materialien wie Klinkermauerwerk und Dachbahnen können die Bauteile am Ende ihres Lebenszyklus weitgehend separiert, wiederverwendet oder einer hochwertigen stofflichen Verwertung zugeführt werden. Damit werden zukünftige Stoffkreisläufe unterstützt und die Entstehung von Bauabfällen reduziert.
Insgesamt verbindet das Projekt eine hohe städtebauliche Dichte mit einer ressourcenschonenden Bauweise, langfristiger Nutzungsqualität und einer nachhaltigen Materialstrategie. Es zeigt exemplarisch, wie durch kompakte Bauformen, suffiziente Planung und kreislaufgerechte Konstruktionen ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Dauerhaftigkeit in Einklang gebracht werden kann.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Sekundärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
32,39 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
29,22 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
14,67 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
66 %
Warmwasser
32 %
Beleuchtung
2 %
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