Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

40721 Hilden, Mittelstraße 79-81

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christof Gemeiner Architekten BDA

Schlussbebauung der Stadtreparatur - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Inszenierung der Reformationskirche im  Stadtraum - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Blick von der Reformationskirche auf das neue Ensemble - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Räumliche Fassung des Alten Marktes - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Die Bebauung am Alten Markt ist gegliedert in eine gründerzeitliche und eine bäuerliche Struktur. - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Eckbetonung Mittelstraße/Axlerhof - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Blick vom Axlerhof - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Die Erker verweisen auf die Einmündung in die Einkaufsmeile Axlerhof - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Inszenierung des Blickes auf die Reformationskirche - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Anschluss von Alt- und Neubauten. Das Streckmetall schließt die Fuge durch den nicht grenzständigen Altbau. - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© MARTINA CHARDIN

Aufnahme der Traufhöhen - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© MARTINA CHARDIN

Abschluss des 1. BA mit dem Wohn- und Geschäftshaus M79 - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© MARTINA CHARDIN

Blick über das Ensemble mit der Reformationskirche - Stadtreparatur vollendet: Schlussbebauung am Alten Markt in Hilden

© ANJA SCHULZ

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christof Gemeiner Architekten BDA

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Mittelstraße 79-81, 40721 Hilden, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

02.2026

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Bauleistung: Fassade

Soldin GmbH

Bessemerstraße 12

40699 Erkrath

Deutschland

Tel. 02104 13866

soldin@soldin-metallbau.de

Bauleistung: Dachdeckung, Dachabdichtung

Rheindach GmbH

Mühlenbachweg 12

40724 Hilden

Deutschland

Tel. 02103.88888

info@rheindach.de

Bauleistung: Fassade

Supianek GmbH

Forststr. 57

40721 Hilden

Deutschland

Tel. +49 2103 63331

Verwendete Produkte

Kaiser Sonnenschutztechnik

Fassade

Faltläden aus Aluminium

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

6.658 m³

 

Bruttogrundfläche

843 m²

 

Nutzfläche

1.797 m²

 

Verkehrsfläche

205 m²

 

Wohnfläche

1.143 m²

 

Grundstücksgröße

843 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

2.154.784 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

5.874.569 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Stadtreparatur durch Maßstäblichkeit und Zurückhaltung
Die Neubebauung der Grundstücke Mittelstraße 79 und 81 in Hilden versteht sich als Beitrag zur behutsamen Stadtreparatur im historischen Zentrum der Stadt. Ausgangspunkt war die Ablösung zweier städtebaulich unbefriedigender Situationen:​ Zum einen eines stark geschädigten und aufgrund massiven Schwammbefalls nicht erhaltungsfähigen Altbaus aus der Zeit um 1900, zum anderen einer Nachkriegsbebauung, die ursprünglich als Provisorium errichtet worden war, jedoch über Jahrzehnte den Stadtraum prägte.
Mit dem ersten Bauabschnitt, dem 2020 fertiggestellten Wohn- und Geschäftshaus Mittelstraße 79, wurde die erste Brache geschlossen. Der zweite Bauabschnitt, Mittelstraße 81, ersetzt die nicht mehr zeitgemäße Nachkriegsbebauung und vollendet die Neuordnung des Ensembles.
Die städtebauliche Konzeption orientiert sich bewusst an den charakteristischen Merkmalen der umgebenden Bebauung. First- und Traufhöhen werden aufgenommen und fortgeführt, wodurch eine selbstverständliche Einbindung in den gewachsenen Stadtkörper erreicht wird. Auch die traditionellen stehenden Fensterformate greifen die Proportionen der historischen Nachbarschaft auf und verleihen den Fassaden eine ruhige, ortstypische Gliederung.
Prägendes Gestaltungselement sind die über Eck geführten Erker, die einen subtilen Bezug zum nahegelegenen Axlerhof herstellen, einer der bedeutendsten Einkaufs- und Aufenthaltslagen Hildens. Sie verleihen dem Baukörper Identität, ohne die übergeordnete städtebauliche Ordnung zu dominieren.
Die Architektur verfolgt dabei bewusst das Prinzip der Zurückhaltung. Die ruhige, klar gegliederte Mantelbebauung bildet den räumlichen Rahmen für das bedeutendste Baudenkmal der Stadt – die denkmalgeschützte Reformationskirche am Alten Markt. Als Hildens historisches und kulturelles Zentrum erhält dieser Stadtraum durch die Neubebauung eine angemessene Fassung, die den Kirchenbau stärkt und seine besondere städtebauliche Präsenz hervorhebt.
Das Projekt versteht sich somit nicht als Solitär, sondern als integrativer Baustein des Stadtgefüges – ein Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums und zur langfristigen Sicherung der städtebaulichen Qualität im Herzen Hildens.

Beschreibung der Besonderheiten

Die besondere Herausforderung des Projekts bestand in der Realisierung eines vollständigen Neubaus innerhalb eines hochverdichteten historischen Stadtgefüges. Beide Grundstücke wurden im Sinne einer nachhaltigen Innenentwicklung vollständig überbaut und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung innerstädtischer Flächenreserven.
Die Lage am Alten Markt stellte dabei hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Die beengten Grundstücksverhältnisse, die unmittelbare Nachbarschaft zu bestehender Bebauung sowie die eingeschränkten Anlieferungs- und Baustelleneinrichtungsflächen erforderten eine präzise logistische und konstruktive Planung. Trotz dieser Rahmenbedingungen konnte eine wirtschaftliche und nachhaltige Bebauung mit hoher Flächeneffizienz realisiert werden.
Besonderes Augenmerk galt der barrierefreien Erschließung. Sämtliche Ebenen des Gebäudes sind stufenlos erreichbar und durch Aufzugsanlagen miteinander verbunden. Dadurch wird sowohl für die gewerblichen Nutzungen als auch für die Wohnungen eine uneingeschränkte Zugänglichkeit gewährleistet. Die klare Organisation der Erschließung trennt die öffentlichen Nutzungen des Erdgeschosses von den privaten Wohnbereichen und schafft zugleich eine hohe Orientierungssicherheit für Nutzer und Besucher.
Die kompakte Gebäudestruktur verbindet eine effiziente Flächenausnutzung mit zeitgemäßen Wohn- und Arbeitsqualitäten und trägt dazu bei, die Innenstadt Hildens dauerhaft zu stärken und weiterzuentwickeln.

Nachhaltigkeit

Die Wohn- und Geschäftshäuser Mittelstraße 79 und 81 leisten durch ihre konsequente städtebauliche und konstruktive Konzeption einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen. Die Grundstücke wurden vollständig überbaut und fügen sich als geschlossene Bebauung in die bestehende Blockstruktur ein. Dadurch entsteht ein äußerst günstiges Verhältnis von Gebäudehüllfläche zu Volumen (A/V-Verhältnis), das den Energiebedarf für Heizung und Kühlung nachhaltig reduziert und eine hohe Flächeneffizienz im innerstädtischen Kontext gewährleistet.
Der Entwurf folgt darüber hinaus dem Prinzip der Suffizienz. Durch die Verwendung langlebiger, robuster und weitgehend wartungsfreier Materialien werden Instandhaltungsaufwand, Ressourcenverbrauch und Folgekosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes minimiert. Die gewählten Materialien zeichnen sich durch ihre hohe Dauerhaftigkeit und Alterungsfähigkeit aus und tragen damit zu einer langfristigen Werterhaltung der Gebäude bei.
Auch Aspekte des Cradle-to-Cradle-Gedankens wurden berücksichtigt. Die eingesetzten Baustoffe sind weitgehend sortenrein und rückbaubar konzipiert. Durch den Verzicht auf schwer trennbare Verbundsysteme sowie den Einsatz von Materialien wie Klinkermauerwerk und Dachbahnen können die Bauteile am Ende ihres Lebenszyklus weitgehend separiert, wiederverwendet oder einer hochwertigen stofflichen Verwertung zugeführt werden. Damit werden zukünftige Stoffkreisläufe unterstützt und die Entstehung von Bauabfällen reduziert.
Insgesamt verbindet das Projekt eine hohe städtebauliche Dichte mit einer ressourcenschonenden Bauweise, langfristiger Nutzungsqualität und einer nachhaltigen Materialstrategie. Es zeigt exemplarisch, wie durch kompakte Bauformen, suffiziente Planung und kreislaufgerechte Konstruktionen ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Dauerhaftigkeit in Einklang gebracht werden kann.

Schlagworte

Stadtreparatur, Wohn- und Geschäftshaus, Stadtreparatur durch Maßstab und Zurückhaltung

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Niedrigenergiehaus

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

 

Sekundärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

32,39 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

29,22 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

14,67 kWh/(m²a)

Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)

Heizung

66 %

 

Warmwasser

32 %

 

Beleuchtung

2 %

Weitere Dokumente zum Objekt

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