Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Serielle und energetische Sanierung mit Aufstockung eines Mehrfamilienhauses in Aalen
73431 Aalen, Saumweg 18
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: isin+co.
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Saumweg 18, 73431 Aalen, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
11.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzrahmenbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
2.971 m³
Bruttogrundfläche
1.077 m²
Nutzfläche
702 m²
Verkehrsfläche
66 m²
Wohnfläche
604 m²
Grundstücksgröße
440 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Gelöst wurde die Aufgabe durch eine serielle und energetische Sanierung des Bestands in Kombination mit einer nachhaltigen Aufstockung in Holzrahmenbauweise. Die energetische Ertüchtigung erfolgt über vorgefertigte Fassadenmodule, die als vorgehängte Holzrahmenkonstruktion den Bestand ergänzen und die Anforderungen an Wärme-, Schall- und Brandschutz erfüllen. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte die Bauzeit reduziert und die Ausführung effizient organisiert werden.
Die technische Infrastruktur wurde neu strukturiert und über außenliegende Versorgungsstränge entlang der Bestandsfassade geführt. Parallel dazu erfolgten brandschutztechnische und konstruktive Ertüchtigungen infolge der Erhöhung von Gebäudeklasse 3 auf 4.
Die Aufstockung ergänzt das Gebäude um zwei zusätzliche Wohneinheiten und wurde vollständig in Holzrahmenbauweise mit Vollholzdecken und extensiv begrüntem Flachdach ausgeführt. Ergänzt wird das Energiekonzept durch Wärmepumpe, Photovoltaik sowie dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Der Bestand erreicht den Energiestandard KfW-Effizienzhaus 55 EE, die Aufstockung den Standard KfW 40.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie durch serielle Sanierung, nachhaltige Nachverdichtung und ressourcenschonendes Weiterbauen bestehende Wohngebäude zukunftsfähig transformiert werden können.
Beschreibung der Besonderheiten
Bestand und Aufstockung sind konstruktiv getrennt ausgebildet, bilden funktional jedoch ein durchgängiges Wohngebäude. Die Aufstockung erweitert die bestehende Erschließungsstruktur ohne zusätzliche Kerne oder redundante Wegeführungen und übernimmt die bestehende Logik konsequent.
Die technische Infrastruktur wird vollständig aus dem Gebäudeinneren ausgelagert und über außenliegende, vertikal geführte Versorgungsstränge entlang der Fassade mit geschossweiser Einbindung in das Gebäude organisiert. Dadurch werden Eingriffe in die bestehende Tragstruktur minimiert und die Wohnbereiche klar von der technischen Versorgung entkoppelt.
Die Leitungsführung ermöglicht eine eindeutige Trennung zwischen tragender Struktur, Nutzungseinheiten und technischer Infrastruktur und unterstützt damit die serielle und systematische Sanierungsstrategie.
Die vorgestellten Balkone sind als eigenständige, vorgelagerte Konstruktion vom Hauptbaukörper entkoppelt und werden über separate Konsolen angebunden. Dadurch entstehen klar zugeordnete private Außenräume, ohne die Bestandsfassade strukturell zu überformen.
Insgesamt entsteht ein klar gegliedertes Gebäudesystem aus Erschließung, Wohnen und technischer Infrastruktur, das durch serielle Sanierung, externe Leitungsführung und konsequente Systemtrennung effizient im Bestand weitergebaut wird.
Nachhaltigkeit
Der Bestand wird auf KfW-Effizienzhaus 55 EE saniert, die Aufstockung als KfW-Effizienzhaus 40 errichtet – umgesetzt durch vorgefertigte Holzrahmen-Außenwandelemente, Dreifachverglasung und dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Der fossile Heizöltank wird vollständig durch eine Wärmepumpe mit Einspeisung über Erdleitungen ersetzt, eine Photovoltaikanlage auf dem extensiv begrünten Flachdach ergänzt die erneuerbare Energieversorgung.
Als geförderter sozialer Wohnungsbau sind die Wohnungsgrößen bedarfsgerecht begrenzt. Für das Gebäude mit 8 Wohneinheiten wurden 2 PKW-Stellplätze auf dem Grundstück realisiert. Fahrradabstellmöglichkeiten sind in den Kellerabteilen vorhanden. Ein gemeinschaftlicher Waschraum reduziert den individuellen Ressourcenbedarf zusätzlich.
Die kreislauforientierte Materialwahl zeigt sich im vollständig biobasierten Wandaufbau: Holzfaser-Putzträger (Steico protect H), Holzfaser-Einblasdämmung (Steico zell, WLG 040) und Holzfaser-Dämmung in der Ausgleichsebene (Steico flex, WLG 036). Der Wandbelag in den Bädern (Gerflor Mural Revela) ist zu 100 % recycelbar, enthält bis zu 30 % Recyclinganteil und erreicht Raumluftqualität Klasse A+. Die Sanierung des Bestands anstelle eines Abbruchs erhält zudem die bereits gebundene graue Energie.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Strom
Sekundärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Stellplätze
2
Das Objekt im Internet
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