Architekturobjekt 4 von 655

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

99428 Weimar, Otto- Krebs-Weg -

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Z. Architektur Gbr

Klassenzimmer - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Lehmputz-Strohwölbung - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Innenausbau - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Klassenzimmer-Nische - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Fotos-Th-Staatsbaupreis - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Bestandstür Klassenzimmer - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Südfassen aussen - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Nordfassade Eingang - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Lehmputz mit Dachüberstand - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Gesamtansicht Rohbau - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Rohbau-Eingang - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Aufbau Strohballen - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Rohbau im Kontext - Schulräume vom Feld - Statik aus Stroh

© Alexandra Schenker-Primus

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Z. Architektur Gbr

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Otto- Krebs-Weg -, 99428 Weimar, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

06.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Z · Architektur eGbR

Ziegelgraben 1a

99425 Weimar

Deutschland

Tel. 03643-8786900

asp@z-architektur.eu

Fachplanung: Erd- und Grundbau

Bennert GmbH

Meckfelderstr. 2

99102 Klettbach

Deutschland

Sonstige

Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA)

Coudraystraße 9

99423 Weimar

Deutschland

Sonstige

Bauhaus-Universität Weimar

Geschwister-Scholl-Str 8

99423 Weimar

Deutschland

Verwendete Produkte

Fischer Profil

Metall-Dachdeckungen

Trapezblech

Keller Stroh

Stroh

Strohballen

LEHMWERK Kleinfahner

Lehm-Putze

Oberputz

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

290 m³

 

Bruttogrundfläche

120 m²

 

Nutzfläche

110 m²

 

Verkehrsfläche

10 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

150.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

250.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das eingeschossige Schulungsgebäude auf dem Landgut Holzdorf bei Weimar wurde als nachhaltige Alternative zu einer temporären Containeranlage errichtet. Der Neubau schafft flexible Unterrichts- und Aufenthaltsräume für Bildungsangebote und Veranstaltungen und fügt sich durch seine einfache Bauweise und Materialität selbstverständlich in die ländliche Umgebung ein.
Der Entwurf basiert auf einer konsequent ressourcenschonenden Bauweise. Regionale und nachwachsende Rohstoffe prägen Konstruktion und Erscheinungsbild des Gebäudes. Kurze Transportwege, ein geringer Materialeinsatz und die Möglichkeit einer späteren Wiederverwendung der Baustoffe waren zentrale Kriterien im Planungs- und Bauprozess. So entstand ein Gebäude, das den Anforderungen an zeitgemäße Bildungsräume ebenso gerecht wird wie den Zielen einer zukunftsfähigen Baukultur.

Beschreibung der Besonderheiten

Die Bauaufgabe bestand darin, kurzfristig zusätzliche Unterrichts- und Schulungsräume zu erschaffen. Umgesetzt wurde eine nachhaltige Alternative zur konventionellen Containeranlage. Entstanden ist ein eingeschossiges Gebäude in lasttragender Strohballenbauweise, das regionale und nachwachsende Rohstoffe mit einer einfachen, ressourcenschonenden Konstruktion verbindet. Das Projekt zeigt, wie temporäre Bildungsbauten mit hoher Aufenthaltsqualität, geringer Umweltwirkung und innovativen Baustoffen realisiert werden können. Die Besonderheit des Projekts liegt in der Verwendung großformatiger Quaderstrohballen als tragendes Baumaterial. Während Stroh im Bauwesen bislang überwiegend als Dämmstoff eingesetzt wird, übernimmt es hier die tragende Funktion der Gebäudehülle.
Der konsequente Kreislaufgedanke zeigt sich auch in der Verwendung aufgearbeiteter Bestandsfenster und einer aus Transportpaletten entwickelten Unterkonstruktion, die vorhandene Materialien in einen neuen baulichen Zusammenhang überführt.
Das Schulungsgebäude ist Teil des Forschungsprojekts LaStrohBau und dient als Demonstrationsbau zur Untersuchung des Verhaltens lasttragender Strohballenkonstruktionen unter realen Nutzungsbedingungen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die wissenschaftliche Weiterentwicklung dieser Bauweise ein und bilden eine Grundlage für zukünftige technische Regelwerke und Genehmigungsverfahren.
Mit der Verbindung von Forschung, Architektur und einem regional verfügbaren landwirtschaftlichen Nebenprodukt zeigt das Projekt das Potenzial einer Bauweise, die Ressourcen schont, Kohlenstoff langfristig speichert und neue Wege für das klimagerechte Bauen eröffnet.

Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt einen konsequent suffizienz- und konsistenzorientierten Ansatz. Ziel war es, den Ressourcenverbrauch bereits durch die Wahl der Konstruktion und der Materialien zu minimieren. Mit Stroh als regional verfügbarem, nachwachsendem Nebenprodukt der Landwirtschaft kommt ein Baustoff zum Einsatz, der während seines Wachstums CO₂ bindet und nach der Nutzungsphase wieder in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden kann.
Die Konstruktion wurde mit einem hohen Anteil wiederverwendeter und kreislauffähiger Materialien realisiert. Aufgearbeitete Bestandsfenster sowie Bauteile aus Europaletten oder wiederverwendbare Dachbinder mit Metalleindeckung für den einfachen Rückbau reduzieren den Bedarf an neuen Ressourcen und verlängern bestehende Materiallebenszyklen. Kurze Transportwege und ein geringer Anteil energieintensiver Baustoffe tragen zusätzlich zur Reduzierung der grauen Energie bei.
Auch energetisch folgt das Gebäude einfachen und robusten Prinzipien. Die Hauptöffnungen orientieren sich nach Süden und nutzen solare Gewinne zur passiven Erwärmung der Innenräume. Gleichzeitig verfügen die lasttragenden Strohballenwände aufgrund ihrer 1,20 m tiefen Wandstärke über hervorragende Dämmeigenschaften. Die hohe thermische Qualität entsteht dabei nicht durch zusätzliche Dämmschichten, sondern ergibt sich unmittelbar aus der tragenden Konstruktion selbst. Auf diese Weise werden Materialeffizienz, konstruktive Einfachheit und energetische Leistungsfähigkeit miteinander verbunden.
Das Gebäude versteht sich als Demonstrator für eine Bauweise, die regionale Stoffkreisläufe stärkt, den Materialeinsatz auf das Wesentliche reduziert und die Prinzipien einer zirkulären Baukultur praktisch erprobt.

Schlagworte

Strohballenbau, Lasttragender Strohballenbau, Nachwachsende Rohstoffe, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltiges Bauen, Schulungsgebäude, Forschungsbau, Low-Tech, Regionales Bauen, klimagerechtes BAuen, Bildungsbau, Experimentelles Bauen

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Strom

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