Architekturobjekte


Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

Campusüberblick - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Cluster-Klassenraum - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Treppenhaus - Sichtbeton - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Dreifeldsporthalle - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Foyer - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Signaletik - Realschule mit Dreifeldsporthalle Donaueschningen

© a|sh sander.hofrichter architekten | Susanne Waitz

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

An der Realschule 1, 78166 Donaueschingen, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

12.2025

Nachhaltigkeit

NBBW Nachweis

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

a|sh sander.hofrichter architekten GmbH

Wredestraße 35

67059 Ludwigshafen

Deutschland

Tel. 0621 586320

info@a-sh.de

Gebäudedaten

Bauweise

Holzskelettbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

42.746 m³

 

Bruttogrundfläche

10.416 m²

 

Nutzfläche

7.944 m²

 

Grundstücksgröße

10.135 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

10.000.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

55.900.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Auf dem Konversionsareal im neuen Stadt-quartier „Am Buchberg“ in Donaueschingen entstand bis Anfang 2026 eine Realschule mit Dreifeldsporthalle für bis zu 1.000 Schüler:​innen entworfen von a|sh architekten.

Städtebau und Architektur
Der Schulbaukörper ist als ein dreigeschossiger, teilunterkellerter Riegel konzipiert, der parallel zur Hangkante das bauliche Rückgrat des Gebäudeensembles bildet. Zwei klar gesetzte Einschnitte rhythmisieren den Baukörper, belichten die Lernbereiche in den Obergeschos-sen und ermöglichen Ausblicke aus den Clustern in die Umgebung.
Die Dreifeldsporthalle bildet einen markanten Abschluss im Süden Richtung Bürgerpark und dient als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Höhenniveaus von Schulgebäude und Park.
Als zweigeschossiger Flachdachkörper schiebt sie sich nach Norden an den Hang. Durch die gedrehte Ausrichtung der Sporthalle entsteht ein offener Schulcampus mit vielfältigen Freiräumen und geschützten Pausenbereichen im Inneren. Die aus dem Schulbaukörper herausgeschobene Mensa markiert die Eingangssituation der Schule.

Funktion und pädagogisches Konzept
Die weitgehend verglaste Erdgeschosszone des Schulgebäudes ist als offener, fließender Grundriss mit Gemeinschaftsbereich, Foyer, Mensa, Musik- und Bewegungsbereich konzipiert. Direkt an das Foyer schließt der Verwaltungs- und Teambereich an. In der rückwärtigen Raumspange sind die Fachunterrichtsräume sowie Bereiche für Technik und kreatives Arbeiten untergebracht. Vier Treppenhäuser erschließen die beiden oberen Lerngeschosse, in denen jeder Jahrgang ein eigenes Lerncluster erhält.  Diese bestehen aus Klassenzimmern, Lernräumen, Pausenzonen und Teamstationen – für offenes Arbeiten in einer positiven Lernumgebung. Geschützte Bereiche in den Gruppenräume und mobile Trennwände innerhalb der Cluster ergänzen das vielfältige Lernangebot und unterstützen differenzierte Lernsettings. Für die inklusive Schulgemeinschaft wurde ein durchgängiges Leitsystem mit gezielter Tageslichtführung entwickelt, das eine intuitive und barrierefreie Orientierung auf dem gesamten Schulcampus ermöglicht. Die Dreifeldsporthalle wird vorrangig für Schul- und Vereinssport genutzt und steht temporär auch für Veranstaltungen zur Verfügung. Nach Norden bildet sie mit Eingang, Umkleiden und Nebenräumen das Gegenüber zum Schul-gebäude – nach Süden öffnet sich der dreiteilige Hallenkörper verglast zum Bürgerpark.

Materialität und Nachhaltigkeit
Neben der offenen Erdgeschosszone des Schulbaukörpers sind die oberen Lernebenen durch wartungsfreie, sonnenstandgeführte Metalllamellen geprägt. Vorgefertigte Holzrahmenelemente werden geschossweise als Außenwand vorgehängt und durch die Skelettbauweise wird eine flexible Grundrissgestaltung ermöglicht. Geschlossene Fassadenbereiche werden mit robusten Massivelementen inklusive hoher Lebensdauer bekleidet. Auf den Dachflächen sind PV-Anlagen mit einer extensiven Begrünung vorgesehen und eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für eine gute Luftqualität.. Im Innenraum wurde viel Wert auf eine warme natürliche Atmosphäre gelegt.

 

Beschreibung der Besonderheiten

Die Schule wird über vier Treppenhäuser vom Erdgeschoss aus in die die darüberliegenden Cluster erschlossen. Die Lernbereiche sind miteinander verbunden und entwickeln sich entlang der Außenfassade sowie um die Innenhöfe. So entsteht eine klare, gut nachvollziehbare Wegeführung, die durch ein eigens für die Schule entwickeltes Signaletikkonzept unterstützt wird. Dieses strukturiert das gesamte Campusgelände und setzt sich auch in der Sporthalle fort. 
Im Erdgeschoss bilden Foyer und Mensa einen großzügigen, zusammenhängenden Bereich, der flexibel genutzt werden kann. Auch innenarchitektonisch sind beide Zonen eng miteinadner verbunden:​ Materialien und Gestaltungselemente gehen fließend ineinander über und schaffen eine offene, einladende Atmosphäre. 
Die Obergeschosse mit den Clustern sind baugleich organisiert. Die Jahrgangsstufen 5 und 6, 7 und 8 sowie 9 und 10 liegen jeweils übereinander. Gleichzeitig bleibt die räumliche Zuordnung flexibel:​ Farbkonzepte werden nicht baulich festgelegt, sondern über lose Möblierung umgesetzt. So kann die Nutzung der Cluster bei Bedarf unkompliziert angepasst werden.
Jedes Cluster wird durch einen Ruhe- und einen Gruppenraum sowie die zentrale Clustermitte ergänzt. Diese räumliche Struktur ermöglicht unterschiedliche Lern- und Aufenthaltsformen – von konzentriertem Arbeiten über Rückzug bis hin zu gemeinschaftlichen Formaten.
Im Erdgeschoss ergänzen Fachräume für Kunst, Naturwissenschaften, Lehrküche und Musik das Raumprogramm. Die Bühne ist in die Mensa integriert und kann sowohl separat als auch im Rahmen größerer
Veranstaltungen genutzt werden. Durch das Zusammenschalten von Foyer, Mensa und Bühne entsteht ein vielseitiger Veranstaltungsbereich, der das Schulgebäude auch für größere Formate öffnet.
Im Untergeschoss befinden sich zusätzliche Musik- und Proberäume, die auch von der städtischen Musikschule mitgenutzt werden können. Damit wird die Schule über den Unterricht hinaus zu einem lebendigen Ort für Bildung, Kultur und Begegnung auf dem Campus.

Nachhaltigkeit

Bereits in der Leistungsphase Null wurden die späteren Nutzerinnen und Nutzer aktiv in die Projektvorbereitung eingebunden. In Workshops konnten sie ihre Anforderungen, Wünsche und Perspektiven in den Planungsprozess einbringen. Die Beteiligung wurde, vertreten durch die Schulleitung, über den gesamten Projektverlauf fortgeführt. Diese frühe und kontinuierliche Einbindung trägt wesentlich zu einer langfristigen und außergewöhnlich hohen Nutzerzufriedenheit bei.

Die technische Ausstattung wurde so weit wie möglich reduziert und auf langlebige, anpassungsfähige Lösungen ausgerichtet. Die Versorgung über Nahwärme war durch die Stadt Donaueschingen vorgegeben.
Um die Flexibilität der Räume langfristig zu sichern, wurden insbesondere in den Klassen- und Naturwissenschaftsräumen Heizplatten in das Deckenraster integriert. Bei einer späteren Nutzungsänderung können diese unkompliziert aus dem Raster entnommen oder angepasst werden. Damit unterstützt das technische Konzept eine veränderbare Raumstruktur und trägt zur langfristigen Nutzbarkeit des Gebäudes bei.
In den übrigen Bereichen der Schule sowie in der Sporthalle kommt Fußbodenheizung zum Einsatz. Ergänzend werden Schule und Sporthalle über Photovoltaikanlagen auf beiden Dachflächen mit Energie versorgt. Aus energetischen Gründen sind die Waschtische in den Klassen- und Naturwissenschaftsräumen ausschließlich mit Kaltwasser ausgestattet.


Die technischen Anlagen innerhalb der Gebäude wurden auf das notwendige Maß reduziert. Dadurch konnte die Unterkellerung der Schule auf einen Teilbereich beschränkt werden – ein Beitrag zur Reduzierung von Bauvolumen, Materialeinsatz und Eingriffen in den Baugrund.
Auch im Außenraum wurde der ressourcenschonende Betrieb mitgedacht:​ Wasserzisternen sammeln Regenwasser, das zur Bewässerung des Campusgeländes genutzt werden kann.
Die Grundlagen für die Auswahl nachhaltiger Materialien wurden über die Vorgaben des NBBW-Nachweises gelegt. Diese Anforderungen wurden in den Leistungsverzeichnissen verankert und durch einen Bauphysiker bis zum Projektabschluss gewerkeübergreifend begleitet. Die abschließenden Innenraummessungen bestätigten die Einhaltung der vorgegebenen Werte. Für die Bodenbeläge entschied sich die Stadt Donaueschingen in nahezu allen Bereichen beider Gebäude für Linoleum.
Bei den Fassaden von Schule und Sporthalle kamen unterschiedliche konstruktive und gestalterische Lösungen zum Einsatz. In Teilbereichen wurde eine langlebige vorgehängte Betonfassade gewählt. An der Nord- und Südfassade wurden vor die Primärkonstruktion vorgefertigte Holztafelelemente gesetzt. Zur Entscheidungsfindung wurden verschiedene Bauteile im Rahmen von Ökobilanzierungen untersucht und dem Bauherrn vorgestellt. So konnten gestalterische, konstruktive und ökologische Aspekte fundiert gegeneinander abgewogen werden.
 

Auszeichnungen

NBBW Zertifizierung

Schlagworte

schule, Dreifeldsporthalle, Nachhaltiger Schulbau, NBBW zertifiziert, modernes Clusterlernen, Flexible Nutzung, Versammlungsstätte, Schule und Vereine, Tageslichtgesteuerte geschosshohe Sonnenschutzlamellen, Holzrahmenelemente, Langlebige robuste vorgehängte Betonfertigteilfassade, Campus auf Konversionsgelände, Clustermitte, Tageslichtsimulation, 2 Gebäude, Schulcampus, Sichtbteon, Wettbewerbsgewinn und Realisierung, Baugleiche Obergeschosse, hoher Anspruch an Ausbauqualität

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 55

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

58,70 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

70,00 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

11,00 kWh/(m²a)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Klassen

30

 

Anzahl Schüler

900

Das Objekt im Internet

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