Bildung geht auch ohne Dogmatismus, mit Toleranz und Vielfalt. Das demonstriert zumindest baulich die University of York, die gemeinsam mit den Kaplan International Colleges auf einem außerhalb gelegenen Campus das Piazza Learning Centre bauen ließ. Hier können sich internationale Studenten gemeinsam auf das Studium in England vorbereiten. Hier finden sie Raum für Seminare, zum Selbststudium, zum sozialen Austausch, zum gemeinsamen Essen und für Veranstaltungen. Das Gebäude platziert sich im Halbkreis um eine alte Eiche in der sonst eher baumkargen Felderlandschaft. Es beweist in Form und Material eine gelassene Vielfalt und Vielschichtigkeit und ist sicher nichts für Asketen: Da ist die tonnenförmige Bibliothek im Zentrum, zwei gebogene Flügel mit Lehrräumen und Cafeteria an ihren Seiten, die sich nach Innen zackig auffächern. Da ist die Konstruktion aus Stahl, das Dach aus sichtbaren Holzbindern, die Zwischendecken aus Stahlbeton und die Fassaden aus Glas, Mauerwerk und Sandwichpaneelen. Die Materialien und Farben ergänzen sich auch im Innern zu einer undogmatischen Einheit, für jeden Raum die dafür passende Farb- und Lichtstimmung. Mit einem Blick alleine erfasst man das detailreiche Gebäude nicht. Die nach Außen zur Landschaft und zur Autobahn gewandte Fassade nimmt sich farblich mit einer Verkleidung aus ALUCOBOND®-Elementen in terra Pyrite zurück und passt sich so der weiten Landschaft an. Doch auch diese Fassade ist überraschend vielseitig. Die Aula wirkt mit einer Lochfassade mit unterschiedlich breiten Fenstern eher monolithisch. Die ALUCOBOND®-Elemente der Seitenflügel hingegen sind mit Abstand vor eine Glasfassade gesetzt und dienen als Sonnenschutz. Sie offenbaren vor allem bei nächtlicher Beleuchtung ein Zusammenspiel unterschiedlicher, konstruktiver Bestandteile, die in ihrer Vielfalt eine starke Einheit bilden.