Architekturobjekte
Neugestaltung des DZ HYP Innenhof Ost
20095 Hamburg, Rosenstraße 2
Ein Referenzprojekt von HASENKOPF Industrie Manufaktur
Ein Referenzprojekt von HASENKOPF Industrie Manufaktur
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Rosenstraße 2, 20095 Hamburg, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
07.2026
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Um mehr über den »Outdoor-Tresen« zu erfahren, gibt Thomas Tradowsky bei einem Interview Einblick in die Hintergründe des Projekts.
Können Sie beschreiben, wie der Auftrag DZ HYP Innenhof Ost zustande kam?
Anlässlich einer energetischen Fassadenerneuerung und der Erweiterung der Büroflächen durch Aufstockung des Gebäudes wollte die Immobilienbank DZ HYP ebenfalls den östlichen Innenhof aufwerten. Als langjähriger Partner des Auftraggebers wurden wir mit dem Projekt betraut.
Die Anfrage des Bankhauses an Sie als Architektenteam war außergewöhnlich. Erklären Sie bitte, wie sich die Aufgabenstellung und das Anforderungsprofil an das Projekt gestalteten?
Man wollte einen grünen Ort schaffen, an dem es sich ausgiebig feiern lässt. Tauglich für Geburtstage, Jubiläen oder gute Geschäftsabschlüsse sollte er auch alltäglich für eine kleine Pause oder ein Meeting im Freien genutzt werden können. In der Vorentwurfsphase wurden mehrere Planungsansätze und skizzenhafte Darstellungen entwickelt. Anhand dieser Entwürfe haben wir mit der Bauherrin herausgearbeitet, wie die Aufgabenstellung zu verstehen und zu lösen ist.
Die Gegebenheiten des Innenhofs waren herausfordernd. Wurden Sie dadurch in Ihrer gestalterischen Freiheit eingeschränkt?
Vom Auftraggeber wurden uns gestalterisch keinerlei Grenzen gesetzt. Jedoch waren zwei Gegebenheiten zunächst unveränderbar. Zwei hohe Glaspyramiden deckten die beiden ca. 40 m² großen Schächte für Licht und Zuluft für die unteren Geschosse ab. Auch die Statik ließ zunächst deutlich zu wenig Spielraum für eine grüne Lösung zu. Beide Probleme konnten wir lösen: Die Pyramiden über den Schächten konnten entfallen und durch eine Neuberechnung der Bestandsstatik wurde mehr Last möglich. Damit war die Freiheit gegeben, einen mutigen Entwurfsgedanken umzusetzen.
Bitte beschreiben Sie das Gesamtkonzept.
Ein eindrucksvoller Tresen, der das Zentrum der Zusammenkunft bildet, umgreift den Lichtschacht. Zusätzlich verdeckt ihn eineRasenfläche. Ein etwa zehn Meter großes Kunstelement deckt als imposantes Blatt in bunten Herbsttönen den nebengelagerten Zuluftschacht regengeschützt ab. Die gärtnerische Anlage wurde von der Firma Hildebrandt aus Hamburg gebaut.
Können Sie Ihr Leitbild für die Entwicklung des Tresens beschreiben und erklären, welche Rolle das »Martini-Experiment« dabei spielte?
Die Vision war ein stark verformtes, kalifornisches Surfbrett, das sich auf die Begrünung legt und so einen Tresen bildet. Die einst bemalte Oberfläche ist mit den Jahren schneeweiß ausgeblichen und nun samtig matt. Die typische Wölbung des Surfbretts wollten wir auf den Tresen übertragen. Jedoch mussten wir vorher im Praxistest erproben, wie stark wir die Oberfläche krümmen dürfen, um noch ohne Probleme ein Martini-Glas abstellen zu können.
Warum haben Sie sich für die Sonderanfertigung des Tresens für Hasenkopf entschieden?
Uns war klar, dass für die Umsetzung einer derart komplexen Form nur ein Bootsbauer oder der Mineralwerkstoffverarbeiter Hasenkopf infrage kommen kann. Durch die herausragenden Materialeigenschaften des Solid Surface war Hasenkopf für uns die richtige Wahl. Wir haben einen engagierten Partner gefunden, der den unkonventionellen Tresen nach unseren Vorgaben und Plänen fertigen konnte. Das Untergestell hat die Schlosserei BWS aus Hamburg gefertigt. In intensivem Austausch haben BWS und Hasenkopf die Schnittstellen zwischen Tresen und Unterkonstruktion optimiert, sodass die Verwendung im Außenbereich nun problemlos möglich ist.
Wie bewerten Sie rückblickend die Leistung Hasenkopfs?
Am fertigen Tresen steht man wirklich gerne. Die weiße Oberfläche des Mineralwerkstoffs ist so elegant und samten, dass man ständig die Hände darüber gleiten lässt. Von der technischen Beratung über die hohe Fertigungsgenauigkeit in der Ausbildung der Wölbung bis hin zu den unumgänglichen, unsichtbaren Dehnungsfugen wurde alles zu unserer vollsten Zufriedenheit realisiert. Auch die Montage wurde binnen zweier Werktage einwandfrei abgeschlossen.
Die Umsetzung der dreidimensional verformten Tresenfläche ist technisch sehr komplex. Wie konnte die Passgenauigkeit der einzelnen Formteile gewährleistet werden?
Nach Beauftragung durch kfp wurde die Umsetzung der Abdeckung durch unsere Konstrukteure in der Arbeitsvorbereitung geplant und in CAD ausgearbeitet. Für die gewölbte Oberfläche des Tresens fertigten wir Biegeschablonen, auf denen der Mineralwerkstoff in die gewünschte Form gebracht wurde. Da der Tresen an keiner Stelle exakt gleich ist, mussten wir für jedes Biegeteil eine separate Schablone produzieren. Auf den Schablonen wurden die Einzelteile präzise auf die finale Kontur gefräst und die Stoßfugen der Bauteile zueinander geprüft.
Welche Aspekte mussten berücksichtigt werden, um den Tresen auf die Witterungsbedingungen des Innenhofs vorzubereiten?
Unter Berücksichtigung der Temperaturschwankungen wurde der Tresen in mehrere Einzelteile zerlegt, um Spannungen durch die Längenausdehnung des Materials zu vermeiden. Die Stöße haben wir als »Schattenfugen« ausgeführt, damit optisch keine Unterbrechung der Tresenfläche zu sehen ist. Die gewölbte Oberfläche sorgt dafür, dass Regenwasser von der Abdeckung abfließen kann.
BWS war der Metallbauer dieses Projekts. Welche Schnittstellen zwischen Abdeckung und Metallunterkonstruktion mussten beachtet werden?
Der intensive, konstruktive Austausch mit BWS war zwingend erforderlich. Unsere Konstrukteure standen in ständigem Kontakt mit dem Metallbauer, um die Verbindung von Tresen und Metallgestell zu planen. Die Tresenplatte haben wir im nicht sichtbaren Bereich mit Spanten ergänzt, um Abdeckung und Unterkonstruktion miteinander zu verbinden. Um dem Corian auch hier genügend Spielraum zur Ausdehnung zu geben, haben wir die Spanten mit Langlöchern ausgestattet, damit die Tresenplatten bei Temperaturunterschieden auf den starren Metallprofilen ohne Spannungsrisse gleiten können.
Beschreibung der Besonderheiten
- Corian® Glacier White
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