Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Neubau eines Gartenbetriebshofs
34131 Kassel, Ochsenallee 91
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Anderhalten Architekten GmbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Anderhalten Architekten GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Ochsenallee 91, 34131 Kassel, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
10.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Sonstige
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
15.875 m³
Bruttogrundfläche
3.130 m²
Nutzfläche
2.358 m²
Verkehrsfläche
195 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Der Neubau bildet den räumlichen Abschluss des Grünzuges zwischen Ochsenallee und Besucherparkplatz. Statt als dominante Großstruktur aufzutreten, wurde das Gebäude konsequent aus der Topografie heraus entwickelt. Die langgestreckte, flache Silhouette folgt dem natürlichen Geländeverlauf und integriert selbst das erhebliche Volumen der Großgerätehalle nahezu unsichtbar in den Hang. Während der südliche Gebäudeteil in die Landschaft eintaucht, markiert der nördliche Gebäudekopf selbstbewusst den Auftakt an der Ochsenallee. So entsteht ein skulpturaler Baukörper, der Orientierung schafft, ohne mit den historischen Bauwerken des Bergparks zu konkurrieren.
Die dreigeschossige Organisation nutzt die vorhandenen Höhenunterschiede optimal aus und ermöglicht kurze Wege sowie effiziente Betriebsabläufe. Die funktionalen Anforderungen eines modernen Gartenbetriebshofes werden dabei konsequent mit einem hohen gestalterischen Anspruch verbunden. Der Bau bleibt als Arbeitsgebäude klar ablesbar, gewinnt jedoch durch seine präzise Einbindung in den Landschaftsraum eine außergewöhnliche architektonische Präsenz.
Ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfsgedankens ist die nachhaltige Konstruktion. Der Gartenbetriebshof wurde als vorgefertigter Holzrahmenbau auf einem massiven Stahlbetonsockel realisiert. Die Verwendung des nachwachsenden Baustoffs Holz reduziert den CO₂-Fußabdruck erheblich und steht zugleich für eine ressourcenschonende Bauweise. Die hinterlüftete Fassade aus heimischer Lärche verleiht dem Gebäude eine natürliche Materialität, die sich harmonisch in die umgebende Parklandschaft einfügt und über die Jahre eine würdevolle Patina entwickelt.
Auch im Inneren setzt sich der Nachhaltigkeitsgedanke konsequent fort: Holzständerwände mit Zellulosedämmung und Lehmbauplatten sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima und verbessern die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes. Die extensive Dachbegrünung versteht sich als Fortsetzung der angrenzenden Parkflächen und unterstützt die Regenwasserrückhaltung sowie die Förderung der Biodiversität.
Der Gartenbetriebshof Kassel zeigt exemplarisch, wie technische Infrastruktur und anspruchsvolle Architektur miteinander verschmelzen können. Durch die sensible Einbindung in die Topografie, den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die hohe gestalterische Qualität entsteht ein Funktionsgebäude, das sich nicht in den Vordergrund drängt und dennoch eine starke architektonische Identität entwickelt. Es ist ein Bauwerk, das die Kulturlandschaft nicht nur bewirtschaftet, sondern selbst zu einem selbstverständlichen Teil von ihr wird.
Beschreibung der Besonderheiten
Durch die Einbettung in den Hang können mehrere Ebenen direkt erschlossen werden. Dies ermöglicht kurze Wege zwischen Fahrzeughalle, Werkstätten, Lagerflächen, Sozial- und Verwaltungsbereichen sowie eine klare Trennung der Betriebsabläufe. Die Großgerätehalle ist unmittelbar an die Außenflächen angebunden und gewährleistet eine schnelle Ein- und Ausfahrt der für die Pflege des Bergparks erforderlichen Fahrzeuge und Maschinen.
Die kompakte Anordnung aller Nutzungen unter einem Dach reduziert interne Wegezeiten, vereinfacht die Organisation der Arbeitsabläufe und verbessert die Kommunikation zwischen den verschiedenen Betriebsbereichen. Gleichzeitig werden Verkehrsflächen auf das notwendige Maß begrenzt und die Versiegelung des Grundstücks minimiert.
Die funktionale Effizienz des Gebäudes entsteht dabei nicht durch technische Komplexität, sondern durch die präzise Abstimmung von Gebäudeorganisation, Geländetopografie und betrieblichen Anforderungen. So verbindet der Gartenbetriebshof wirtschaftliche Betriebsabläufe mit einem ressourcenschonenden Umgang mit Fläche und Landschaft.
Nachhaltigkeit
Das Energie- und Materialkonzept des Gartenbetriebshofs basiert auf den Prinzipien der Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. Ausgangspunkt ist ein kompakter, in die Topografie integrierter Baukörper, der den Flächen- und Ressourcenverbrauch minimiert. Durch die teilweise Einbindung des Gebäudes in den Hang können Fassadenflächen reduziert und die thermische Hüllfläche optimiert werden. Die Nutzungen sind entsprechend ihrer Temperaturanforderungen zoniert, wodurch beheizte und unbeheizte Bereiche klar voneinander getrennt und der Energiebedarf reduziert werden.
Im Sinne der Konsistenz wurde der überwiegende Teil des Gebäudes als Holzbau aus nachwachsenden Rohstoffen konzipiert. Die Konstruktion besteht aus einem vorgefertigten Holzrahmenbau mit heimischer Douglasienfassade, Brettschichtholz- und Brettstapelelementen sowie Zellulosedämmung. Innen kommen Lehmbauplatten und Lehmputze zum Einsatz, die durch ihre natürliche Materialität und Feuchteregulierung zu einem gesunden Raumklima beitragen. Die extensive Dachbegrünung bindet das Gebäude in den Landschaftsraum ein und verbessert gleichzeitig das Mikroklima.
Die Energieeffizienz wird durch eine hochgedämmte Gebäudehülle, Dreifachverglasung, außenliegenden Sonnenschutz, Wärmerückgewinnung in der Lüftungstechnik sowie den Einsatz energieeffizienter Anlagentechnik erreicht. Die Planung erfüllt die energetischen Standards des Landes Hessen mit einer Unterschreitung der Anforderungen der EnEV. Aufenthaltsräume werden natürlich belichtet und belüftet, wodurch der technische Energiebedarf zusätzlich reduziert wird.
Bereits im Wettbewerbsentwurf wurde die Möglichkeit einer regenerativen Energieversorgung mit regional verfügbaren Hackschnitzeln aus dem umgebenden Forst vorgesehen. Zusätzlich ist die große, südorientierte Dachfläche der Gerätehalle für eine Photovoltaiknutzung vorbereitet. Die Anlage kann perspektivisch die Energieversorgung eines elektrifizierten Fuhrparks unterstützen und damit einen weitgehend CO₂-neutralen Betrieb ermöglichen.
Obwohl das Projekt nicht explizit nach einem Cradle-to-Cradle-Zertifizierungsansatz entwickelt wurde, folgen Materialwahl und Konstruktion wesentlichen C2C-Gedanken: hoher Anteil nachwachsender Rohstoffe, sortenreine und langlebige Konstruktionen, geringer Materialeinsatz sowie die Verwendung weitgehend natürlicher und recyclingfähiger Baustoffe.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Gas
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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