Neubau einer vierzügigen Grundschule mit Hort und Dreifeld-Wettkampfsporthalle "Schule an der Parthe"
04349 Leipzig, Tauchaer Straße 188
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: KHM architekten und partner mbb kuppardt.hobusch.müller
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Tauchaer Straße 188, 04349 Leipzig, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
10.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
47.356 m³
Bruttogrundfläche
8.761 m²
Nutzfläche
5.696 m²
Verkehrsfläche
1.357 m²
Grundstücksgröße
15.973 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
6.360.000 Euro
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
30.400.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die zentrale Entwurfsidee für den Schul- und Sporthallenneubau ist eine landschaftliche Einbindung der beiden großen Baukörper in die kleinteilige, von Einfamilienhäusern geprägte Umgebung des Stadtteils Thekla. Das Schulgebäude wird ausreichend entfernt von der Straße in den geschützteren Bereich des Grundstücks integriert. Hierdurch entsteht ein großzügiger Vorplatz, der eine optimale Erschließung gewährleistet. Die Räume der Schule, wie z.B. der Speisesaal, die Aula und der Mehrzweckraum, mit einer höheren Raumhöhe werden ebenerdig am Vorplatz angelagert. Die Unterrichts- und die Verwaltungsräume, die eine geringere Geschosshöhe benötigen, sind in dem angrenzenden dreigeschossigen Baukörper geplant, der dem Geländeverlauf folgend sich auf einem 85cm höheren Geländeniveau befindet.
Eingeschossige Nebenräume umlagern die Sporthalle mit einer notwendigen lichten Höhe von 9m. Hierdurch wird das Erscheinungsbild der großen Sporthalle abgemildert und das Ensemble fügt sich in die eher ländlich geprägte Umgebund ein.
Die Schule und die Sporthalle bilden jeweils eigene Baukörper, die mittels eines Zwischendachs in Höhe des Erdgeschosses miteinander verbunden werden. Die Erdgeschossfassade wird bei beiden Bauteilen mit den gleichen Materialien ausgeführt und erhält eine großflächige bodengebundene Fassadenbegrünung. Die großen Fassadenflächen des Schulkörpers sind in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz-Aluminium geplant. Die geschlossenen Bereiche zwischen diesen Glasfassaden erhalten eine Verkleidung aus Faserzementplatten. Das dreigeschossige Schulgebäude dominieren umlaufende Fassadenbänder einer Holz-Deckleistenschalung aus Profilbrettern mit wechselnder Breite und Tiefe, dessen unterstes Fassadenband im Bereich des Zwischendachs ebenfalls umlaufend um die Sporthalle weitergeführt wird und somit optisch die Verbindung der beiden Baukörper darstellt. Die Fenster der zwei Obergeschosse der Schule sind ebenfalls mit Fenstern in Holz-Aluminium-Bauweise und einer Sonnenschutzverglasung geplant. Die geschlossenen Flächen zwischen den Fenstern erhalten eine glatte Holzbrettverschalung.
Die Fassade der eigentlichen Sporthalle, die aus der eingeschossigen Erdgeschosszone ragt, besteht aus einem sandgestrahlten Profilbauglas mit innenliegender transluzenter Wärmedämmung, weiche sich nachts als Leuchtkörper präsentiert. Allgemein orientiert sich die Materialwahl auch im Innenbereich an dem ländlichen Standort und der umgebenden Natur.
Beschreibung der Besonderheiten
Über eine breite Treppe in der durch ein großes Oberlicht belichteten Halle führt der Weg in die beiden Obergeschosse der Schule. In diesen beiden Etagen befinden sich die Klassenräume abgewandt von den lärmintensiveren Freiflächen. Es werden immer drei Klassenräume zu einem Cluster zusammengeschaltet. Die offenen Gruppenräume bilden eine Ergänzung zum klassischen Lernangebot.
Alle Räume werden durch großflächige Fenster belichtet und gruppieren sich an dem ringförmig um den Innenhof verlaufenden Flur. Durch ständig offenstehende Flurtüren, die sich nur im Brandfall schließen und dem Sichtkontakt in den begrünten Innenhof, entsteht insgesamt ein sehr offener Raumeindruck.
Alle Verwaltungsräume liegen im 1.Obergeschoss dem Innenhof zugewandt. Die Werkräume sind nach Nordosten zum Außengelände orientiert. Die anderen Sonderräume für Kunst, Musik und Informatik befinden sich im 2.Obergeschoss ebenfalls auf der Nordost-Seite des Schulgebäudes. Über einen separaten Windfang aus gelangt man in die angrenzende Sporthalle. Hier befinden sich an einem Erschließungsflur die Umkleideräume für die Sportler und Lehrer. Ebenfalls gelant man von hier aus in die Sporthalle. Die Geräteräume befinden sich an der gegenüberliegenden Längsseite der Sporthalle. Über die an der Stirnseite der Sporthalle angeordneten Technikräume werden alle Räume der Sporthalle und der Schule mit den notwendigen technischen Medien versorgt. Ausziehbare Tribünnen ermöglichen die Nutzung der Sporthalle auch für Besucher.
Die Aussteifung der Schule erfolgt über ein Raumtragwerk. Die Horizontallasten werden dabei über die Deckenscheiben in die Kerne und die Wände eingeleitet. Die weitere Ableitung der Aussteifungskräfte in den Baugrund erfolgt über eine elastisch gebettete Bodenplatte. Große Spannweiten werden z.B. im Bereich Mensa mit einer vorgespannten Flachdecke erreicht. Zur Ressourceneinsparung wurden Cobiax-Hohlkörperdecken im gesamten Gebäude eingebaut. Damit konnte der Materialverbrauch von Beton erheblich reduziert werden. Die Wiedereinbau von Recyclingshotter welcher aus einem Gebäudeabbruch vor Ort gewonnen werden konnte, ist ein weiterer Baustein zur Ressourcenschonung.
Die Sporthalle besitzt als primäre Elemente des Tragwerks Spannbeton-Fertigteilbindern. Die Dachfläche der Halle wurde als leichte System-Holz-Decke hergestellt. Durch diese in großen Teilen vorgefertigte Holzhybridkonstruktionen konnte eine erhebliche Kosten- und Zeitersparnisss realisiert werden.
Für die notwendige Barrierfreiheit wurde ein Aufzug eingebaut, welcher alle Etagen anbindet. Die Glasflächen sind mit den notwendigen Sicherheitsstreifen ausgerüstet. Ein taktiler Orientierungsplan im Eingangsbereich und die Beschriftung der Geländer in Brailleschrift unterstützen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.
Für den Artenschutz wurden zu Beginn der Baumaßnahme umfangreiche Untersuchungen und Umsiedlungen vorgenommen. Mehrere Nischenbrutkästen für verschiedene Vogelarten sind in der Holzfassade angeordnet. Durch Siebdruck hergestellte Vogelschutzmaßnahmen auf den Glasflächen unterstützen den Artenschutzes.
Nachhaltigkeit
Als primäres Heizungssystem kommen Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einer Fussbodenheizung zum Einsatz. Gleichzeitig wird in der unter der Sporthalle liegenden Kaverne Kaltluft angesaugt und vorgewärmt. Die Sporthalle, die Mensa, die Aula, der Mehrzweckraum und die Küche erhalten eine zentrale Raumlufttechnik mit Wärmerückgewinnung.
Die Dächer von Schule und Sporthalle sind als Retentionsdächer mit einer Dachbegrünung geplant und werden mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Dadurch wird auf den Dächern Regenwasser gespeichert und es dient gleichzeitig als Kühlung.
Verwendete Baumaterialien wurden kreislauffähig eingesetzt. Fassadenmaterialien können recyclingfähig zurückgebaut, getrennt und wieder eingesetzt werden. Es wurde auf den Einsatz von Baustoffen mit "Cradle to Cradle Standard" geachtet.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
45,70 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
25,66 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
48 %
Warmwasser
8 %
Beleuchtung
14 %
Lüftung
30 %
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
32
Anzahl Klassen
16
Anzahl Schüler
538
Anzahl Kinder
538
Anzahl Stellplätze
6
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