Architekturobjekte


Multifunktionales Schuldach für Regenwasserrückhaltung, Begrünung und Photovoltaik

5044 EL Tilburg, Karel Boddenweg 1, Niederlande

Ein Referenzprojekt von Sempergreen® Europe

Ein Referenzprojekt von Sempergreen® Europe

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Karel Boddenweg 1, 5044 EL Tilburg, Niederlande

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

09.2026

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

RIENKS Architects

Jan van Polanenkade 26B1

4811 KM BREDA

Niederlande

info@rienks.nl

Generalbauunternehmen

Moeskops'​ Bouwbedrijf B.V.

Kennedylaan 10

5571 KC Bergeijk

Niederlande

info@moeskops.nl

Bauleistung: Dachdeckung, Dachabdichtung

Primadak-KDN

Argon 43

4751 XC Oud Gastel

Niederlande

info@primadak-kdn.nl

Bauleistung: Dachdeckung, Dachabdichtung

Easy Sedum

Ecologieweg 7

3343 LM Hendrik-Ido-Ambacht

Niederlande

info@easysedum.nl

Gebäudedaten

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Nutzfläche

1.000 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Wie kann ein bestehendes Flachdach für Regenwasserrückhaltung, Begrünung und Photovoltaik genutzt werden?

Bei einem Schulgebäude in Tilburg wurde eine rund 1.000 m² große Dachfläche zu einem blau-grünen Dach mit Photovoltaikanlage umgestaltet. Nach Angaben des Systemanbieters Sempergreen ist das eingesetzte Purple-Roof-System für eine temporäre Wasserspeicherung von mehr als 70.000 Litern ausgelegt. Das gespeicherte Niederschlagswasser wird zeitverzögert in die vorgesehene Entwässerung abgegeben. Auf der Dachfläche sind zudem 200 Solarmodule installiert.

Das Dach erfüllt im Projekt mehrere Funktionen:​ Es dient der zeitweisen Rückhaltung von Niederschlagswasser, trägt eine Dachbegrünung und stellt Flächen für die Stromerzeugung durch Photovoltaik bereit. Damit wurde eine zuvor vorwiegend technisch genutzte Dachfläche in das Regenwasser- und Freiflächenkonzept des Schulstandorts einbezogen.

Ausgangspunkt der Planung war die Vorgabe, Niederschlagswasser möglichst auf dem eigenen Grundstück zurückzuhalten. Eine Versickerungsmulde auf Bodenniveau war grundsätzlich denkbar. Für das Schulgelände hätte sie jedoch einen Teil der verfügbaren Außenfläche beansprucht und zusätzliche Anforderungen an Gestaltung, Zugänglichkeit und Sicherheit mit sich gebracht.
Im realisierten Konzept wurde ein Teil der Wasserrückhaltung auf das Dach verlagert. Dadurch konnten die Freiflächen rund um das Schulgebäude weiterhin vor allem für Aufenthalt, Spiel und Begrünung genutzt werden. Die konkrete Speicher- und Abflussleistung des Dachs hängt dabei unter anderem von Niederschlagsmenge, Aufbau, Pflegezustand und der Auslegung der Entwässerung ab.

Beschreibung der Besonderheiten

Regenwassermanagement als Bestandteil des Dachaufbaus

Das Dach des Schulgebäudes in Tilburg kombiniert Begrünung, Wasserrückhaltung und Photovoltaik. Vegetation und Substrat nehmen einen Teil des Niederschlags auf; ein weiterer Teil kann über Verdunstung wieder an die Umgebung abgegeben werden. Ergänzend ist ein Retentionsaufbau vorgesehen, der zusätzliches Volumen für die zeitweise Speicherung von Niederschlagswasser bereitstellt.
Eine Detentionsschicht verzögert den Abfluss innerhalb des Dachaufbaus. Das Wasser wird anschließend in einer darunterliegenden Speicherschicht mit wabenförmiger Struktur gesammelt. Von dort kann es nach einem Regenereignis zeitverzögert an die vorgesehene Entwässerung abgegeben werden.
Nach Angaben des Systemanbieters ist der Dachaufbau in diesem Projekt für eine temporäre Speicherkapazität von mehr als 70.000 Litern ausgelegt. Für die Planung sind neben dem maximalen Speichervolumen auch die vorgesehene Abflussleistung und die Anschlussbedingungen an die Entwässerung relevant.

Rückhaltevolumen auf einer bestehenden Gebäudefläche

Im Projekt wird ein Teil der erforderlichen Regenwasserrückhaltung in die vorhandene Dachfläche integriert. Eine separate Rückhalteanlage auf dem Grundstück war damit nicht erforderlich. Die Außenflächen rund um das Schulgebäude konnten weiterhin vor allem für Aufenthalt, Spiel und Begrünung genutzt werden.
Bei Schulen, innerstädtischen Gebäuden oder Grundstücken mit begrenzten Freiflächen kann ein Retentionsdach eine Möglichkeit sein, Rückhaltevolumen auf dem Gebäude vorzusehen. Ob dies gegenüber Lösungen auf Bodenniveau geeignet ist, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Grundstücks sowie vom Entwässerungs- und Freiflächenkonzept ab.

Begrünung, Wasserrückhaltung und Photovoltaik

Zusätzlich zur Dachbegrünung und zum Retentionsaufbau wurden auf dem Dach 200 Solarmodule installiert. Die Dachfläche wird damit für die zeitweise Rückhaltung von Niederschlagswasser, für Vegetation und für die Stromerzeugung mittels Photovoltaik genutzt.
Das Projekt veranschaulicht einen Planungsansatz, bei dem mehrere Dachfunktionen aufeinander abgestimmt werden. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich unter anderem nach Dachstatik, Entwässerungskonzept, gewünschten Vegetationsflächen, Modulaufstellung und Wartungszugänglichkeit.

Hinweise für die Sanierungsplanung

Das Purple-Roof-System ist laut Hersteller als Retentionssystem mit vergleichsweise geringem Flächengewicht konzipiert. Ob sich ein bestehendes Dach für einen solchen Aufbau eignet, muss jedoch für jedes Gebäude einzeln geprüft werden. Zu berücksichtigen sind insbesondere die Tragkonstruktion, der vorhandene Dachaufbau, die Dachabdichtung, verfügbare Aufbauhöhen sowie die erforderliche Speicher- und Abflussleistung. Eine frühzeitige Abstimmung dieser Punkte kann dazu beitragen, den Retentionsaufbau auf die technischen und nutzungsbezogenen Anforderungen des Gebäudes auszurichten.

Am Schulgebäude in Tilburg wurde die bestehende Flachdachfläche damit in das Regenwasser- und Freiflächenkonzept einbezogen. Das Dach stellt temporäres Rückhaltevolumen bereit, ohne dafür zusätzliche Flächen auf Bodenniveau vorzusehen.

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