Architekturobjekt 2 von 1.506

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Mehrgenerationenwohnen im Block

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften, Ann-Marie Panev

Straßenansicht des Wohnblocks - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Modell 1:200 - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Eingangsbereich Straßenseite - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Westseite mit Blick auf die Außentreppe - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Erdgeschosswohnung - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Clusterwohnung - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Schaltbare Wohnung - Mehrgenerationenwohnen im Block

© Ann-Marie Panev

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften, Ann-Marie Panev

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

06.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

11- bis 20-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

143.600 m³

 

Bruttogrundfläche

46.570 m²

 

Nutzfläche

35.410 m²

 

Verkehrsfläche

6.520 m²

 

Wohnfläche

24.000 m²

 

Grundstücksgröße

120.500 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Technische Rathaus in Leipzig steht seit 2010 leer und ungenutzt. Im Jahr 2022 wurde mit dem Abriss des Gebäudes begonnen. Während der Rückbauarbeiten stellte sich jedoch heraus, dass die Abrisskosten deutlich höher ausfallen würden als erwartet und sich die bestehende Betonskelettstruktur in einem guten baulichen Zustand befindet. Daraufhin wurden die Arbeiten eingestellt. Seitdem steht das Gebäude bis auf seinen Rohbau leer und ungenutzt.

Die zentrale Lage sowie die direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bieten ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige Nachnutzung des Bestands. Der Entwurf verfolgt das Ziel, die ehemalige monofunktionale Verwaltungsstruktur in ein vielfältiges Wohngebäude für unterschiedliche Generationen zu transformieren.

Im Erdgeschoss aktiviert eine Ladenzeile den Straßenraum und schafft eine lebendige Verbindung zur Stadt. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen öffentlich zugänglichen Mensabereich, der sowohl den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch dem umliegenden Quartier zur Verfügung steht.
Die Wohnnutzungen orientieren sich in den unteren Geschossen überwiegend zur ruhigen Südseite mit Blick auf die angrenzende Kleingartensiedlung. Die bestehende Grünstruktur wird aufgegriffen und auf das Grundstück erweitert, wodurch ein zusammenhängender Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität entsteht. Erdgeschosswohnungen verfügen über einen direkten Außenraumbezug, während Maisonettewohnungen durch ihre zweigeschossige Organisation großzügige Raumbeziehungen und Ausblicke ins Grüne ermöglichen.

Das Gebäude bietet unterschiedliche Wohnformen, die auf verschiedene Lebensmodelle und Altersgruppen reagieren. Neben klassischen Wohnungen entstehen Clusterwohnungen für gemeinschaftliches Wohnen sowie flexibel nutzbare, schaltbare Wohneinheiten. Ergänzende Gemeinschafts- und Co-Working-Bereiche fördern die Kommunikation und stärken die nachbarschaftliche Vernetzung innerhalb des Gebäudes.

Beschreibung der Besonderheiten

Der Entwurf versteht das Gebäude als sozialen Organismus, der sich flexibel an veränderte Lebenssituationen und Bedürfnisse seiner Bewohner anpassen kann. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer gemeinschaftsorientierten Wohnstruktur, die Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung fördert.

Ein wesentliches Merkmal sind die Clusterwohnungen, die sich um großzügige, überhöhte Gemeinschaftsbereiche organisieren. Durch die Anordnung über zwei Geschosse entstehen räumliche Qualitäten, die gemeinschaftliches Wohnen unterstützen und gleichzeitig individuelle Rückzugsräume ermöglichen. Gemeinschaftliche Terrassen sowie außenliegende Erschließungselemente vernetzen die unterschiedlichen Etagen miteinander.
Besonders prägend ist zudem das Konzept der schaltbaren Wohnungen. Durch interne Verbindungstüren können benachbarte Einheiten flexibel zusammengeschlossen oder getrennt werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Wohnungsgrößen und Wohnformen innerhalb derselben Gebäudestruktur realisieren. Das Gebäude kann so auf wechselnde Anforderungen verschiedener Lebensphasen reagieren – von Einzelpersonen über Familien bis hin zu generationenübergreifenden Wohnkonstellationen.

Die Verbindung von privaten Wohnbereichen, gemeinschaftlichen Nutzungen und öffentlich zugänglichen Angeboten schafft ein abgestuftes Raumgefüge zwischen Stadt, Nachbarschaft und Wohnen. Die Transformation des Bestands erfolgt dabei nicht durch einen grundlegenden Umbau, sondern durch eine gezielte Weiterentwicklung der vorhandenen Struktur zu einem langfristig anpassungsfähigen und sozial nachhaltigen Wohnort.

Nachhaltigkeit

Das Herzstück des suffizienten Raumkonzepts bilden die integrierten Jahreszeitenzimmer. Diese spezifischen Wohnbereiche werden im Winter bewusst nicht beheizt und dienen als thermische Pufferzonen, was den Heizenergiebedarf des gesamten Großgebäudes drastisch senkt, während sie im Frühjahr und Sommer die nutzbare Wohnfläche dynamisch erweitern. Flankiert wird diese Architektur durch ein hocheffizientes Energielayout, das die exponierte, verschattungsfreie Höhe des 11-Geschossers nutzt, um über eine großflächige Solaranlage auf dem Dach maximale regenerative Erträge zu sichern.

Ein zentrales Element der Gebäudehülle ist das intelligente Verschattungskonzept:​ Die Fassade wird architektonisch durch tief liegende Loggien sowie flexible Vorhänge verschattet, was im Sommer einen effektiven, variablen Schutz vor Überhitzung bietet und den Kühlbedarf minimiert. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zeigen sich auch in der Konstruktion, da die bestehende Tragwerksstruktur unverändert erhalten bleibt. Die neue, vorgehängte Fassade setzt dieses Prinzip konsequent fort, indem sie auf ein Minimum an Materialien reduziert ist und ausschließlich gesundheitlich unbedenkliche, schadstofffreie Stoffe verwendet. Darüber hinaus gibt die solide Bestandsstruktur das Entlüftungskonzept des Hauses vor, welches geschickt im Bereich der Brandschutzwände integriert und weitergeführt wird.

Schlagworte

Technisches Rathaus, Mehrgenerationenwohnen, Clusterwohnungen, Co-Living, Co-Working, Lebensphasen, Kleingarten, Leipzig, Wohnflexibilität, Nachbarschaft

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Betten

470

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