Leben im Gelben Block - Aufstockung und Sanierung eines genossenschaftlichen Wohnblocks im Münchner Westend
80339 München, Heimeranstraße 52b
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: zillerplus Architekten und Stadtplaner
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Heimeranstraße 52b, 80339 München, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Erweiterung
Fertigstellungstermin
06.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
4.800 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Aufstockung und Sanierung eines genossenschaftlichen Wohnblocks in Holzelementbauweise.
45 neue Wohneinheiten für das Münchner Westend: Nach dem Entwurf von zillerplus Architekten und Stadtplaner wurde der genossenschaftliche Wohnblock am Georg-Freundorfer-Platz aufgestockt. Die neuen Obergeschosse in serieller Holzelementbauweise entstanden im Zuge der Sanierung des Bestands und bieten urbanen Wohnraum für Familien.
Die Wohnungsgenossenschaft München West ist die größte ihrer Art an der Isar. Sie wurde 1911 gegründet und besitzt heute rund 3600 Wohneinheiten, viele davon in Bestandsbauten im Westend. Der sogenannte „Gelbe Block“ am Georg-Freundorfer-Platz auf der Schwanthaler Höhe eröffnete 1927 mit insgesamt 168 genossenschaftlichen Einheiten, meistens Zweizimmerwohnungen. Sein Name geht auf eine Sanierung in den 1970er-Jahren zurück, damals wurde die Fassade gelb gestrichen. Der historische Wohnblock besteht aus einem fünfgeschossigen Kopfbau im Norden an der Kazmairstraße und drei weiteren viergeschossigen Gebäuderiegeln, im Süden zur Heimeranstraße ist der Block zum Stadtraum geöffnet. Das Team von zillerplus sanierte den Genossenschaftsbau und erweiterte ihn durch eine Aufstockung in Holzelementbauweise. Insgesamt entstanden 45 zusätzliche innerstädtische Genossenschaftswohnungen – bezahlbarer Wohnraum, der angesichts der Wohnungsnot in München dringend gebraucht wird.
Nachverdichtung in Holzbauweise
Die hinzugefügten Dachetagen setzten sich klar vom historischen Bestand aus der Ära der Neuen Sachlichkeit ab. Ein auskragendes Gesims, wie es im Westend oft zu sehen ist, setzt eine Zäsur zwischen Alt und Neu. Von außen bleibt die Holzkonstruktion der Nachverdichtung unsichtbar; mit Fassaden aus graublauem Titanzink setzen sich die Obergeschosse deutlich vom groben Rauputz des Bestands ab, sie schließen den Gebäudeblock einheitlich sechsgeschossig ab und greifen die Traufhöhe der Nachbargebäude auf. Die Aufstockung setzten zillerplus in leichter Holzelementbauweise im laufenden Betrieb um, die Holzmodule wurden im Allgäu vorgefertigt. Durch die vorfabrizierte Holzbauweise konnten die Montagezeit auf der Baustelle verkürzt werden. Die Aufstockung konnte in nur 11 Monaten von Baubeginn bis zum Bezug umgesetzt werden. Der Holzbau sorgt für einen verbesserten ökologischen Fußabdruck und für ein angenehmes Raumklima in den Innenräumen. Mit durchschnittlich 100 m2 Fläche sind die neuen Wohnungen in den Dachgeschossen vorwiegend für Familien. Die Wohngenossenschaft München West möchte die Bewohnerstruktur im Gelben Block mit ihnen stärker durchmischen. Französische Fenster und Loggien zum Innenhof lassen viel Licht in die Innenräume fließen. Neue hofseitige Aufzüge erschließen die neuen Dachwohnungen barrierefrei.
„Neue Sachlichkeit“ weitergedacht
Ihr Sanierungskonzept für den Wohnblock richteten zillerplus Architekten und Stadtplaner darauf aus, sein historisches Gestaltungskonzept aus den 1920er-Jahren wieder sichtbar zu machen und das Gebäude sowohl energetisch als auch mit Blick auf die Wohnqualität zu ertüchtigen. „Wir wollten den Bestand zukunftsfähig und für die Bewohner über Generationen funktionsfähig weiterentwickeln“, erläutert Thomas Schimmel, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft München-West, das Bauvorhaben. Die Fassaden des Wohnblocks erhielten ein neues mineralisches Wärmedämmverbundsystem, die Heizung ist im Zuge der Sanierung von Gas auf Fernwärme umgestellt worden. Auf dem Satteldach der Aufstockung sind durchgängig Photovoltaikmodule verlegt und zu einem Mieterstrommodell zusammengefasst. Die Treppenhäuser, Eingänge und Fassaden sind auf ihren Originalzustand zurückgebaut worden. Wo nötig, wurde die Natursteinverkleidung der Hauseingänge aus regionaler Nagelfluh und die Solnhofer Bodenplatten der Hausflure ergänzt. Die Treppenhäuser samt den Holztreppen sind nun wieder einheitlich gestaltet. Auf ihren Zwischenpodesten hält der neue hofseitige Aufzug, dessen Kabine in der namensgebenden Signalfarbe des Gelben Blocks gehalten ist. Dagegen ist die Fassade des Wohnblocks mit sandfarbenem mineralischem Rauputz behandelt, die Fenster in kieselgrau abgesetzt. So fügt sich der Genossenschaftsbau harmonisch in die Umgebung des gemischten, lebendigen Wohnviertels.
Leben im Gelben Block
Im Zuge der Sanierung erhielten die Bestandswohnungen neue Balkone zum gemeinsamen Innenhof. Die markanten halbrunden Plattformen aus verzinktem Stahl sind am auskragenden Gesims der Dachaufstockung abgehängt und über Zugstäbe miteinander verbunden. In einem Workshop legten die Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam mit den Architekten und Bauherren ihre Wünsche für die Gestaltung des Innenhofs fest. Schüller Landschaftsarchitekten setzte die Ergebnisse in ein abwechslungsreiches Freiraumkonzept um, das neben Selbstbaubeeten und einer Pergola auch Kinderspielzonen und Fahrradabstellflächen vorsieht. Um die Gemeinschaft im Gelben Block zu stärken, wurde an der Nordostecke die ursprüngliche Ladennutzung wieder aktiviert. Mit großen Schaufenstern öffnet sich die 76 m2 große Fläche im Erdgeschoss zum Stadtraum – eine Geste, die bei den historischen Wohnbauten im Westend oft zu finden ist. Der neue Nachbarschaftstreff wird vom Verein „Generationengerechtes Wohnen mit der Wohnungsgenossenschaft München-West“ genutzt und auch die Sozialberatung der Genossenschaft ist hier integriert.
Beschreibung der Besonderheiten
Nachhaltigkeit
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
27,07 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
13,94 kWh/(m²a)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
45
Das Objekt im Internet
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