Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
La Ruine de l'Écosystème
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Karlsruher Institut für Technologie/ École Nationale Supérieure de l'Architecture de Strasbourg, Architektur, Julia Wolfinger
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Karlsruher Institut für Technologie/ École Nationale Supérieure de l'Architecture de Strasbourg, Architektur, Julia Wolfinger
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Frankreich
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
04.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
8.295 m³
Bruttogrundfläche
2.342 m²
Nutzfläche
1.740 m²
Verkehrsfläche
496 m²
Grundstücksgröße
2.880 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Planungsaufgabe bestand darin, auf Grundlage einer systematischen Analyse und Bewertung des Bestands einen angemessenen architektonischen Umgang mit der Ruine zu entwickeln. Ziel war es, eine Nutzungsperspektive für das Bauwerk aufzuzeigen, die sowohl den historischen Bestand als auch die ökologischen Rahmenbedingungen respektiert. Gleichzeitig sollten Aspekte der Kreislaufgerechtigkeit, des ressourcenschonenden Bauens und der Erhaltung vorhandener Bausubstanz in die Entwurfsstrategie integriert werden.
Die Lösung basiert auf dem Verständnis der Ruine als Teil des gewachsenen Naturraums. Anstatt den Bestand zu rekonstruieren oder zu überformen, wird dieser gesichert und durch einen eigenständigen, konstruktiv unabhängigen Holzbau ergänzt. Der neue Baukörper entwickelt sich innerhalb der bestehenden Mauern und tritt in einen bewussten Dialog mit dem Bestand. Durch seine reversible und ressourcenschonende Bauweise werden zusätzliche Belastungen für die historische Substanz und das umliegende Ökosystem minimiert.
Aus dieser Haltung entsteht ein Forschungs- und Umweltbildungszentrum, das Natur, Öffentlichkeit und Wissenschaft miteinander verbindet. Der Neubau schafft Flächen für Forschung, Ausstellungen und Bildungsangebote, während die Ruine als räumlicher und atmosphärischer Träger der Geschichte des Ortes erhalten bleibt. Ein zentrales Atrium fungiert als „Schauraum des Ökosystems“ und macht die Wechselwirkungen zwischen Architektur, Natur und Bestand unmittelbar erlebbar.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie ruinöse Bestandsstrukturen durch eine sensible Weiterentwicklung in neue Nutzungskonzepte integriert werden können. Die Ruine wird dabei nicht als Relikt einer vergangenen Nutzung verstanden, sondern als wertvolle Ressource und Ausgangspunkt für eine nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Architektur.
Beschreibung der Besonderheiten
Die räumliche Organisation schafft einen kontinuierlichen Dialog zwischen historischem Bestand, neuer Holzkonstruktion und Landschaft. Durch gezielte Sichtbezüge, offene Übergänge und differenzierte Aufenthaltsbereiche werden die Wechselwirkungen zwischen Architektur und Natur erfahrbar gemacht. Das Gebäude versteht sich dabei nicht als Gegenstück zur Natur, sondern als Teil eines gemeinsamen Systems aus Bestand, Nutzung und Ökologie.
Nachhaltigkeit
Das Materialkonzept basiert auf einer unabhängigen Holztragstruktur, die den historischen Bestand ergänzt, ohne ihn statisch zu belasten. Als nachwachsender Rohstoff ermöglicht Holz eine ressourcenschonende Bauweise und einen geringen CO₂-Fußabdruck. Die klare Trennung von historischem Mauerwerk und neuer Konstruktion erhöht die Rückbaubarkeit und unterstützt ein kreislaufgerechtes Bauen.
Gleichzeitig orientiert sich der Entwurf an den Prinzipien der Konsistenz, indem das bestehende Ökosystem nicht verdrängt, sondern als zentraler Bestandteil des Gebäudes integriert wird. Die vorhandene Vegetation bildet das Herzstück des Entwurfs und macht ökologische Prozesse räumlich erfahrbar. Durch Bestandserhalt, Materialeffizienz und reversible Konstruktionen leistet das Projekt einen Beitrag zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit dem baulichen Bestand.
Auszeichnungen
Nominierung für den Förderpreis der Ruth und Erich Rossmann-Stiftung
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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