Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Kinder- und Jugendcampus in Remchingen
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Gaus Architekten
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Kutscherweg / Im Grund -, 75196 Remchingen, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
03.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
25.900 m³
Bruttogrundfläche
2.327 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
14.000.000 Euro
Beschreibung
Objektbeschreibung
Mit dem Kinder- und Jugendcampus Remchingen entsteht ein neuer Bildungs- und Begegnungsort für Kinder und Jugendliche. Das Projekt vereint eine Kindertagesstätte, eine Mensa sowie Räume für die Schülerbetreuung und ergänzt den Schulstandort zu einem ganzheitlichen Campus. Der Entwurf ging aus einem offenen, europaweiten Realisierungswettbewerb hervor, den Gaus Architekten im Jahr 2022 mit dem 1. Preis für sich entscheiden konnten.
Städtebau und Freianlagen
Der Entwurf basiert auf zwei klar gefassten Baukörpern, die sich selbstverständlich in die kleinteilige Struktur der Umgebung einfügen sowie den bestehenden Campus ergänzen. Die beiden zweigeschossigen Gebäude – eine Kindertagesstätte und ein Mensagebäude mit Schülerbetreuung – bilden ein eigenständiges Ensemble, das gleichzeitig eng mit dem Schulstandort verbunden ist.
Die Gebäude reagieren auf die vorhandene Hanglage des Grundstücks: Die Kindertagesstätte ist im tiefer gelegenen Bereich des Geländes positioniert, während sich das Mensagebäude auf dem höher gelegenen Teil des Campus befindet. Durch diese Staffelung entstehen vielfältige räumliche Bezüge und Blickbeziehungen sowohl zwischen den beiden Gebäuden als auch in die umgebende Landschaft.
Die Positionierung der Baukörper schafft differenzierte Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten. Wege, Plätze und Spielbereiche verbinden die Gebäude zu einem offenen, grünen Campus. Die Freianlagen bieten geschützte Aufenthaltsbereiche für die Kita sowie gemeinschaftliche Räume für die Schule und die Betreuung. Darüber hinaus fördern sie Begegnung und Austausch.
Architektur und Raumprogramm
Die Architektur folgt einer klaren und reduzierten Formensprache. Beide Baukörper basieren auf einer kompakten, quadratischen Grundform und sind jeweils zweigeschossig organisiert. Im Inneren setzt das Konzept auf übersichtliche Grundrisse, kurze Wege und flexibel nutzbare Räume. Zentrale Erschließungsbereiche fördern zufällige Begegnungen und soziale Interaktion, während klar zonierte Funktionsbereiche Rückzug, Konzentration und altersgerechte Betreuung ermöglichen.
In der Kindertagesstätte bildet die zentral im Atrium angeordnete Treppe das atmosphärische Herzstück des Gebäudes. Als skulpturales Element verbindet sie nicht nur die beiden Ebenen funktional miteinander, sondern schafft auch einen offenen Begegnungsraum, der Kommunikation und Orientierung fördert. Ein großzügiges Oberlicht erhellt den Treppen- und Flurbereich mit Tageslicht und schafft eine freundliche, einladende Atmosphäre, die zum Spielen und Verweilen einlädt. Um diesen zentralen Bereich sind Garderoben, Gruppenräume und weitere Nutzungen angeordnet.
Im Obergeschoss ergänzt ein außenliegender, umlaufender Laubengang das Raumangebot. Er bietet zusätzliche Spielflächen im Freien, schafft Ausblicke in die Umgebung und dient zudem als zweiter Rettungsweg.
Der zweite Baukörper nimmt die gemeinschaftlichen Funktionen des Campus auf. Im Erdgeschoss befindet sich eine Mensa mit einem großzügigen Essbereich und einer integrierten Mensaküche. Große Fensteröffnungen verbinden den Speiseraum mit dem Außenraum und stärken die Beziehung zum Campus.
Im Obergeschoss sind Räume für die Schülerbetreuung angeordnet. Ein geschützter Dachgarten erweitert das Raumangebot nach außen und bietet einen qualitätsvollen Freiraum zum Spielen, Lernen und Verweilen.
Materialität
Die Fassaden der Gebäude sind durch das Zusammenspiel von Faserzementplatten und vertikalen Holzlamellen geprägt. Diese Materialkombination verleiht den Baukörpern eine ruhige, warme Ausstrahlung und erzeugt gleichzeitig ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten.
In der Kindertagesstätte wird der umlaufende Laubengang im Obergeschoss durch feinmaschige Stahlnetze gesichert, die als Absturzsicherung dienen. Die filigranen Netze fügen sich zurückhaltend in die Architektur ein, gewährleisten Sicherheit und ermöglichen gleichzeitig Durchblicke in die Umgebung.
Im Inneren prägen Sichtbeton und Holz die Materialität beider Gebäude. Die Kombination aus robusten, mineralischen Oberflächen und warmen Holzelementen schafft eine klare, langlebige und zugleich freundliche Atmosphäre.
Gezielte farbliche Akzente setzen zusätzliche Orientierungspunkte innerhalb der Gebäude. In der Mensa beispielsweise sorgen orangene Akustikpaneele für eine angenehme Raumakustik und verleihen dem Essbereich eine lebendige Atmosphäre. In der Kindertagesstätte sind die Sanitärbereiche in warmen Gelbtönen gestaltet, die spielerische Farbakzente in den Alltag der Kinder bringen.
Die reduzierte architektonische Sprache unterstreicht den klaren Charakter des Ensembles und stärkt dessen Einbindung in den Campus. Gleichzeitig unterstützt ein einfaches und effizientes Energiekonzept eine wirtschaftliche Bauweise sowie einen nachhaltigen Betrieb der Gebäude.
Schlagworte
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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