Architekturobjekt 1 von 1.908

Architekturobjekte


Jugendhaus Sürth

50999 Köln, Fronhofstraße 42

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Hutta Architektur

Erweiterung und Bestand - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Am Apfelbaum - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Unter der Kastanie - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Innen und Aussen - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Haus am Markt - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Fassade - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Schaltbar - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Stauraum - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Durchblick - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Raumfolge - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Raum zum Markt - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Modell 1:25 - Jugendhaus Sürth

© Wolfgang Zeh Hutta

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Hutta Architektur

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Fronhofstraße 42, 50999 Köln, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Erweiterung

Fertigstellungstermin

09.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Hutta Architektur

Hüttenstraße 22a

50823 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 34664640

info@hutta.eu

Architektur: Landschaftsarchitekt

Knüvener Architekturlandschaft

Brüsseler Str. 89 - 93

50672 Köln

Deutschland

Tel. +49 221 1681419

mail@architekturlandschaft.net

Verwendete Produkte

Regi

Leuchten

Rohrleuchte Tubolin

Steico

Dämmung

Steico flex

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttogrundfläche

227 m²

 

Nutzfläche

196 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Träger und Haltung
Der Verein miteinander leben e.V. ist seit über 50 Jahren fester Bestandteil des sozialen Lebens in
Köln-Sürth. Als Ansprechpartner und Mitgestalter für ein inklusives Miteinander von Menschen
mit und ohne Behinderung hat er sich in dieser langen Zeit stets an den biografiebegleitenden
Unterstützungsbedarfen der Menschen mit Behinderung orientiert. Diese Haltung – Angebote
nicht abstrakt zu planen, sondern entlang der tatsächlichen Lebenswege der Menschen
weiterzuentwickeln – prägt auch die Grundlage für das aktuelle Bauvorhaben. Ebenso
kennzeichnend für den Verein ist die enge, über Jahrzehnte gewachsene Verbindung zu den
Menschen vor Ort in Sürth, die weit über die eigentliche Vereinsarbeit hinausreicht und den
Stadtteil zu einem festen Bezugsrahmen des Vereinslebens macht. Dabei „gehörte [der Verein]
immer wieder zu den Vorreitern und Vordenkern mit Pilotprojekten wie der ersten integrativen
Kindertagesstätte in NRW" (miteinander leben e.V.).
Anlass der Erweiterung
Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaften des Vereins werden in den
kommenden Jahren das Rentenalter erreichen. Mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben
entfällt für sie eine zentrale tagesstrukturierende Instanz – ein Verlust, der gerade für Menschen
mit Behinderung besonders sorgfältig aufgefangen werden muss, um Teilhabe, Beschäftigung
und soziale Einbindung auch jenseits der Erwerbsarbeit zu sichern. Die geplante Erweiterung des
bestehenden Jugendhauses reagiert genau auf diesen Bedarf:​ Sie schafft räumliche
Voraussetzungen für ein sinnvolles, tagesstrukturierendes und zugleich inklusives Angebot, das
sich ausdrücklich auch an ältere Menschen richtet. Damit entwickelt sich das Haus von einer
reinen Jugendeinrichtung zu einem generationenübergreifenden Ort, der unterschiedliche
Lebensphasen und Unterstützungsbedarfe unter einem Dach zusammenführt.
Beteiligung der Sürther Bürgerschaft
Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die aktive Einbeziehung der Menschen aus Sürth.
Bürgerinnen und Bürger, ortsansässige Vereine und Institutionen sollen nicht nur Nutznießer,
sondern Mitgestalter des künftigen Angebots sein:​ Ihre Ideen sollen unmittelbar in die inhaltliche
Ausarbeitung des Nutzungskonzepts einfließen. Dieser partizipative Ansatz setzt die inklusive
Grundidee des Vereins konsequent fort – Inklusion wird hier nicht nur als Zusammenleben von
Menschen mit und ohne Behinderung verstanden, sondern auch als offener Dialog zwischen der
Einrichtung und dem sie umgebenden Stadtteil. Das Jugendhaus soll auf diese Weise als Ort
verankert werden, der von der Nachbarschaft mitgetragen und mit Leben gefüllt wird.
Städtebauliches und architektonisches Konzept
Der Neubau besetzt ein schmales Baufeld unmittelbar neben dem Bestandsgebäude. Um trotz
der beengten Grundstückssituation ein klares, gut nutzbares Volumen zu erhalten, wurde ein
einfacher, rechteckiger Baukörper gewählt, der sich ruhig in die vorhandene Bebauung einfügt.
Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau übernimmt eine durchlässige Pergola:​ Sie verknüpft
beide Gebäudeteile räumlich und funktional, ohne sie baulich zu verschmelzen, und schafft
zugleich einen witterungsgeschützten, gleichwohl offenen Übergangsbereich, der als informeller
Treffpunkt zwischen den Nutzungen fungieren kann.Raumkonzept
Im Inneren organisiert sich der Neubau als Abfolge von fünf Räumen, die sich flexibel miteinander
verschalten lassen. Diese Anordnung ermöglicht ein Höchstmaß an Nutzungsoffenheit:​ Je nach
Bedarf können die Räume einzeln, paarweise oder in größeren Kombinationen genutzt werden –
von kleinteiligen, individuellen Angeboten bis hin zu größeren gemeinschaftlichen
Veranstaltungen. Jeder dieser Räume erhält eine eigene, ablesbare Identität durch ein
individuelles Deckenfeld, wodurch trotz der offenen, wandelbaren Grundstruktur eine klare
räumliche Gliederung und Orientierung erhalten bleibt.
Konstruktion
Das Gebäude wird in Holzbauweise errichtet. Die Fassade besteht aus lasiertem Lärchenholz. Im
Innenraum bleibt die Holzkonstruktion aus Brettsperrholz (BSP) sichtbar. Tragende Anschluss-
und Verbindungspunkte werden mit verzinktem Stahl ausgeführt, ebenso die Pergola zwischen
Bestand und Neubau. Das Flachdach ist extensiv begrünt und trägt eine Photovoltaikanlage. Die
Wärmeversorgung erfolgt über die bestehende Pelletanlage im Bestandsgebäude.
Freiraum
Das an den Rheinauen gelegene Jugendhaus, einer der wichtigen Standorte des Vereins, erhält
durch die Erweiterung um den Pavillon die Möglichkeit, die Flächen um die Gebäude und den
Eingangsbereich barrierefrei zu gestalten. Zwei Stützwände gliedern die Freiräume. Ein Thema
des Ortes – der Hochwasserschutz mit der großen Sperrwand – wird dabei neu interpretiert.
Direkt am Weg zum Rhein, gegenüber dem Sürther Marktplatz platziert, schafft die erste
Stützwand einen Vorplatz, der Auftakt der Sequenz der fünf Innenräume des Pavillons ist.
Gleichzeitig ermöglicht die Wand zum Markt hin die barrierefreie Erschließung und bietet
Sitzgelegenheiten. Die Rundung leitet auf das Eingangstor. Dahinter liegt ein Freisitz unter einer
großen Kastanie. Eine neue Sitztreppe ersetzt eine baufällige Stützwand und ermöglicht nun eine
großzügige Verbindung in den Garten hin zum Rhein. Die Rundung der Wand am Vorplatz wird in
der Treppe aufgenommen und leitet in den Garten ein.
Der Hauptweg aus Grauwackekleinsteinpflaster steht im Kontrast zur Flächigkeit der Stützwände
aus Betonfertigteilen. Für die ergänzenden Seitenwege wird das vorhandene Pflaster
wiederverwendet. Aufgrund der Lage des Bauvorhabens im Landschaftsschutzgebiet sind im
Rahmen eines landschaftspflegerischen Begleitplans neue Gehölzflächen und heimische
Baumarten gepflanzt worden. Bestehende Spielgeräte sind instand gesetzt und neu arrangiert
worden.
Behutsam ist der Garten vitalisiert worden und erhält neue Aufenthaltsorte sowohl für eine stille
Pause als auch zum gemeinsamen Treffen. In einer komplizierten Bestandslage mit
Nachbarabstimmung, Deichschutz und Landschaftsschutz wird so der vorhandene Freiraum
besonders in Wert gesetzt.
Fazit
Mit der Erweiterung des Jugendhauses Sürth entsteht ein Ort, der die über fünfzigjährige
Geschichte von miteinander leben e.V. konsequent fortschreibt:​ ein Haus, das Generationen
verbindet, Teilhabe über den Ruhestand hinaus ermöglicht und den Stadtteil Sürth aktiv in seine
Gestaltung einbezieht – getragen von einer klaren, wandelbaren Architektur in nachhaltiger
Holzbauweise.

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