Architekturobjekte
Nominiert für die Shortlist der Jury 2024
Johanneskirche Leverkusen – Umbau zur Kindertagesstätte
51377 Leverkusen, Scharnhorststraße 40
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: zweipink Pink Architekten Partnerschaft mbB
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: zweipink Pink Architekten Partnerschaft mbB
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Scharnhorststraße 40, 51377 Leverkusen, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
12.2023
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzrahmenbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
10.026 m³
Bruttogrundfläche
1.802 m²
Nutzfläche
1.038 m²
Grundstücksgröße
6.483 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Nach der Auflösung der Kirchengemeinde im Jahr 2018 wird das Ensemble nun behutsam und denkmalgerecht saniert, erweitert und einer neuen Nutzung als Kindertagesstätte zugeführt. Realisiert wird eine fünfzügige inklusive Kindertagesstätte auf zwei Geschossen. Die externe und interne Erschließung sowie die Außenanlagen sind barrierefrei geplant.
Das Kirchenschiff bildet den zentralen Ort der Kindertagesstätte. Von hier aus werden die einzelnen Bereiche und Gruppenräume sowie der in der Apsis befindliche Mehrzweckraum über einen Spielflur erschlossen. Die Gruppenräume sind in den beidseitig eingeschobenen Anbauten untergebracht, die sich als Holzkuben in das Kirchenschiff erstrecken. Im Untergeschoss befinden sich primär Personal- und Funktionsräume, darunter die Küche.
Das bautechnische Highlight ist eine Luftkissenfolie, die die für die Nutzung als Kindertagesstätte erforderlichen thermischen Rahmenbedingungen schafft, ohne denkmalpflegerisch bedenkliche Maßnahmen umsetzen zu müssen. Diese Lösung ermöglicht ein angenehmes Raumklima, ohne dass die Erlebbarkeit des Kirchenraums durch die Transparenz der Folie verloren geht.
Grundsätzliches Konzept ist es, den schützenswerten Bestand weitestgehend zu bewahren und als solchen ablesbar zu gestalten. Dies ist der herausragenden Bedeutung des Denkmals geschuldet. Eingriffe und Ergänzungen orientieren sich am Maßstab des Bestands und insbesondere an dem der Kinder. Durch die Überlagerung mit dem Kirchenbauwerk entstehen spannende Raumsituationen.
Die farbliche Gestaltung der Gruppenräume hält sich zugunsten der Kreativität der Kinder zurück. Gezielte farbliche Akzente schaffen Identität und Orientierung. Die Ein- und Anbauten bestehen aus Holz, sind, wo möglich, modular ausgeführt und rückbaubar. Aufgrund ihrer Formensprache definieren sich die Anbauten eigenständig, fügen sich jedoch durch Materialität und Farbigkeit in das Ensemble des bauzeitlichen Gemeindezentrums ein.
Beschreibung der Besonderheiten
Die konsequente Umsetzung einer Fußbodenheizung unter Berücksichtigung der fixen Höhen im Bestand, insbesondere in den Eingangsbereichen, bildet die Grundlage für ein innovatives Energiekonzept. Auch die durchgängige Barrierefreiheit wird trotz großer Höhenunterschiede im Bestand, etwa im Bereich des erhöhten Altarraums, durch den unkonventionellen Einsatz interner Rampen gewährleistet.
Ergänzend werden Niederschlagswasser und Geothermie genutzt. Die An- und Einbauten sind im Sinne der Denkmalpflege reversibel in das Gesamtkonzept integriert.
Energiekonzept & Bauökologie
Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern wird von der Denkmalpflege nicht zugelassen. Als innovative Lösung wird das Kirchenschiff durch eine pneumatisch gestützte Foliendecke horizontal thermisch abgetrennt. Dadurch wird das zu konditionierende Raumvolumen minimiert, sodass die Spielflure und Bewegungsflächen nutzungsgerecht temperiert werden können. Dies ermöglicht einen energieeffizienten Betrieb unter Berücksichtigung der besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes.
Die An- und Einbauten wurden als rückbaubare Holzständerkonstruktionen konzipiert. Das Dach ist mit Metallelementen des Systems Kalzip gedeckt, die Außenwände sind mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) bekleidet. Die Pfosten-Riegel-Fassaden bestehen aus einer Holzkonstruktion aus Fichte und Tanne mit vorgesetzten Aluminiumprofilen. Die verwendeten Bauteile lassen sich sortenrein in ihre jeweiligen Materialien trennen.
Die Foliendecke ist als Leichtbaukonstruktion mit minimalem Materialaufwand ausgeführt. Die reduzierte Rahmenkonstruktion besteht aus Aluminium; die beiden Folienlagen weisen eine Materialdicke von jeweils nur 200 µm auf.
Die eingebauten Materialien erfüllen die Anforderungen der Qualitätsstufe 4 gemäß dem DGNB-Kriterium ENV1.2. Die Erfüllung der Anforderungen wurde im Rahmen eines Audits geprüft und dokumentiert.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Sekundärenergie
Strom
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
147,35 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
63,00 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
21,00 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
47 %
Warmwasser
33 %
Beleuchtung
5 %
Lüftung
14 %
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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