Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Holz-Effizienzhaus "Familienbande"
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Liebel/Architekten BDA
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
06.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Nutzfläche
12 m²
Wohnfläche
130 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Der Anlass war persönlich: Liebel entwarf das Haus ursprünglich für seinen Schwager – mit dem klaren Anspruch, weniger Fläche als Qualitätsmerkmal zu begreifen. Aus dem individuellen Entwurf entstand ein wiederholbares Konzept, gefertigt in hoher Gestaltungs- und Handwerksqualität durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Architektur und Zimmererhandwerk.
Der Grundriss ist kompakt und funktional organisiert. Küche, Ess- und Wohnbereich sind so zueinander angeordnet, dass kurze Wege und klare Funktionszuordnungen entstehen. Einbauschränke und maßgefertigte Einbaumöbel, etwa eine in die Fenstersitzbank übergehende Eckbank, schaffen Stauraum, ohne zusätzliche Fläche zu beanspruchen, und unterstreichen die klare Formensprache des Hauses. Durch Spiegelung oder Drehung lässt sich der Grundriss an Erschließung, Lichteinfall, Windrichtung oder Nachbarbebauung unterschiedlichster Grundstücke anpassen. Vier Fassaden- und drei Ausstattungsvarianten bieten Planungs- und Kostensicherheit, ohne die Individualität des Hauses einzuschränken.
Materiell und konstruktiv verfolgt das Konzept einen konsequent ökologischen Ansatz. Das Fichtenholz stammt zu 100 Prozent aus dem süddeutschen Raum, Produktion und Montage erfolgen regional. Gedämmt wird mit Holzfaserdämmstoffen, auf Verbundstoffe wird mit Ausnahme der Fensteranschlüsse verzichtet. Alle Materialien sind sortenrein trenn- und rückbaubar, OSB-Platten sind schadstoffarm (E0), die Fußböden PEFC-zertifiziert. Das Gebäude bindet mehr als 100 Tonnen CO₂.
Eine raumhohe Sichtbetonwand, die sich über zwei Geschosse vom Erdgeschoss bis unters Dach zieht, kompensiert die geringe thermische Speichermasse des Holzbaus. Tagsüber nimmt sie Wärme auf; nachts strömt durch geöffnete Fenster im Erd- und Dachgeschoss kühle Luft nach, kühlt die Wand ab und führt die gespeicherte Wärme mittels natürlicher Thermik ab – ohne technischen oder energetischen Aufwand. Eine Photovoltaikanlage mit Solardachziegeln und eine Luftwärmepumpe machen das Haus zum Plusenergiehaus mit Effizienzhaus-40-Standard und dem Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude Premium".
Beschreibung der Besonderheiten
Nachhaltigkeit
Sowohl bei der Planung und Ausführung als auch beim Betrieb des Effizienzhauses liegt der Fokus auf der Nachhaltigkeit und Qualität des Gebäudes. Die hohe Nutzung von Tageslicht, das natürliche Lüftungskonzept sowie die hohe Wohn- und Gestaltungsqualität stellen die Menschen und ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt.
Schadstoffreie, FSC und PEFC zertifizierte Holzbaustoffe schaffen nicht nur ein gesundes Wohnklima und speichern CO2. Die Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen weisen aufgrund ihrer bauphysikalischen Eigenschaften auch eine höhere Effizienz hinsichtlich der Dämmwirkung und des sommerlichen Wärmeschutzes sowie des Lärmschutzes auf.
Ressourcen schonen
Der kompakte Grundriss mindert sowohl den Flächen - als auch den Energieverbrauch. PV Anlage und Wärmepumpe nutzen die natürlich vorhandenen Ressourcen.
Thermik statt Technik
Die freistehende Sichtbetonwandscheibe, die bei Baubeginn viele Interessierte verwirrt, ist ein wesentlicher Bestandteil des natürlichen Lüftungskonzepts. Im Sommer speichert die Betonmauer tagsüber die vorhandene Wärme und sichert so eine angenehme Temperatur im Haus. Unter Ausnutzung der natürlichen Thermik wird diese Wärme nachts wieder abgelüftet (siehe Skizze). Durch geöffnete Fensterelemente im EG und das Dachflächenfenster strömt kühlere Nachtluft durch das Haus. So wird der sommerliche Wärmeschutz - natürlich und ohne Energieeinsatz - gesichert.
Enkeltauglich
Bei der Konstruktion kommen außer bei den Fenstern keine Verbundstoffe zum Einsatz, so dass die verwendeten Materialien rückgebaut und wiederverwendet werden können.
Nachhaltig ist auch die Produktion:
Die Arbeitsmaschinen sind in puncto Materialverbrauch optimiert, entstehende Abfälle werden zum Heizen des energieautarken Plusenergie-Zimmerei-Betriebes genutzt.
Aus der Region, für die Region
Die vorgefertigten Bauteile aus regionalem Holz werden alle in den Werkstätten der Firma Meyr in Minderoffingen produziert. Die für den Bau verwendeten Rohstoffe stammen zu ca. 25% aus einem Umkreis von 30km , die restlichen 75% aus dem Raum Süddeutschland.
Gebaut wird regional um lange Anfahrtswege zu vermeidern und damit Emissionen einzusparen.
Auszeichnungen
Callwey Verlag: Die besten Häuser - Auszeichnung
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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