Architekturobjekt 2 von 7.090

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Heizwerk Erfurt

99084 Erfurt, Maximilian-Welsch-Straße 6

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: hks architekten BDA

Heizwerk Erfurt_Frontansicht - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Verwendung heimischen Fichtenholzes bewirkt eine innovative Neuinterpretation des Industrie-Sheddaches - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Die Neubauteile wurden gemäß den geltenden Standards hoch energieeffizient konstruiert - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Kontrast zwischen Alt- und Neubau durch eine transparente Gebäudefuge - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Veranstaltungsfläche im Erdgeschoss - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Eingangsbereich des Heinwerks zeigt das Zusammenspiel zwischen Bestand und Neubau - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Geringe Eingriffe in die Substanz - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch (Steven Neukirch (Photographer) - [None]

Leichte Fußgängerbrücke mit unterspanntem Hängewerk bildet eine Achse Richtung Norden - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Transparente Gebäudefuge zwischen Neubau und Bestand - Heizwerk Erfurt

© Steven Neukirch

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: hks architekten BDA

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Maximilian-Welsch-Straße 6, 99084 Erfurt, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

09.2021

Nachhaltigkeit

DMK Award für nachhaltiges Bauen 2023

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Bauherr

HEIZcraftWERK Bauherrengemeinschaft GbR (Erfurt)

Maximilian-Welsch-Straße 6

99084 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 (0) 361 66 390 0

info@zentralheize.de

Architekt/Planer

hks architekten BDA

Maximilian-Welsch Straße 6

99084 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 (0)361 5513604-0

ef@hks-architekten.de

Architektur: Landschaftsarchitekt

plandrei Landschaftsarchitektur GmbH

Hochheimer Str. 58

99094 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 361 6011970

info@plan-drei.de

Fachplanung: Beleuchtung

lichtraum - Büro für Lichtplanung

Milchhofstraße 22

99427 Weimar

Deutschland

Tel. +49(0)3643-8775320

info@lichtraum3.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

BAU.WERK Planungsbüro Bien

Nordendstr. 7

36399 Freiensteinau

Deutschland

Tel. +49 6666 800990

info@bauwerk-bien.de

Fachplanung: Gebäudetechnik

HKL Ingenieurgesellschaft mbH

Alte Chaussee 75

99097 Erfurt

Deutschland

Tel. +49 361657350 0

info@hkl-ingenieure.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Trabert Ingenieure GmbH & Co. KG

Borscher Str. 13

Geisa 36419

Deutschland

Tel. +49 36967-50090

geisa@trabert.de

Sonstige

b.a.u. Werk Albrecht Maye Schettler

Ackerwand 15

99423 Weimar

Deutschland

Tel. +49 3643 41504-0

info@bauwerk-weimar.de

Sonstige

hochundweit // Digitale Methoden

Nösbertser Weg 2

36355 Grebenhain

Deutschland

Tel. 01624062995

kim.loeffler@hochundweit.com

Architekturfotografie

STEVEN NEUKIRCH Fotografie

KARTÄUSERSTR. 64

99084 ERFURT

Deutschland

Tel. +49 176 21693427

INFO@NKRCH.COM

Energieberatung

CAALA GmbH

Sonnblickstr. 9

81377 München

Deutschland

Tel. +49 89 45214063

info@caala.de

Verwendete Produkte

Ed. Züblin AG

Holzbau/Dachtragwerk

LENO-Brettsperrholz

Eigenleistung der ETG / HEIZcraftWERK Eigentümergemeinschaft GbR

Ziegelmauerwerk Bestand

Sicherung

Schüco International KG

Stahlfenster

Janisol Primo

SWE Energie GmbH

Energieversorgung

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

45.804 m³

 

Bruttogrundfläche

8.950 m²

 

Nutzfläche

7.500 m²

 

Grundstücksgröße

5.085 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

9.538.689 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

18.746.903 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Heizwerk im Brühl in Erfurt ist ein denkmalgeschützter Industriebau der ehemaligen Königlich Preußischen Gewehrfabrik und ein bedeutendes Zeugnis der Industriekultur im ehemaligen Industriestandort Brühl. Der Gebäudekomplex besitzt eine hohe städtebauliche Relevanz und bildet gemeinsam mit dem angrenzenden Theater Erfurt einen zentralen Baustein der urbanen Entwicklung des Quartiers.
Das Projekt ist Teil der langfristigen Transformation des Brühls von einem industriell geprägten Standort hin zu einem gemischt genutzten Wohn und Kulturquartier. Ziel der Maßnahme war die Sanierung, Umnutzung und behutsame Weiterentwicklung des historischen Bestands unter Erhalt seiner baugeschichtlichen und räumlichen Qualitäten.
Das Gebäude wird durch eine neue Nutzungsmischung aus Kultur, Veranstaltungen, Gastronomie und Arbeitswelten reaktiviert und als öffentlicher Ort in die Stadtstruktur integriert. Die industrielle Bausubstanz bleibt dabei als prägendes Grundgerüst erhalten und bildet die Grundlage für die neue Nutzung.
Ergänzt wird der Bestand durch bauliche Erweiterungen sowie verbindende Strukturen, die das Ensemble funktional und organisatorisch neu ordnen und die Einbindung in den städtischen Kontext stärken.

Beschreibung der Besonderheiten

Das Projekt zeichnet sich durch einen konsequenten und zurückhaltenden Umgang mit der historischen Industriearchitektur aus. Leitgedanke ist ein minimalinvasiver Ansatz, bei dem die vorhandene Substanz in ihrer Materialität, Konstruktion und räumlichen Wirkung weitgehend erhalten bleibt. Gebrauchsspuren und historische Schichten werden bewusst sichtbar belassen und nur dort ergänzt, wo es funktional notwendig ist.
Zentrale Besonderheit ist die Aktivierung der großmaßstäblichen Industriehallen, insbesondere der Maschinenhalle, des Kesselsaals und des Kohlenbunkers. Diese Bereiche bleiben als großvolumige, flexible Raumstrukturen erhalten und bilden die Grundlage für kulturelle und öffentliche Nutzungen. Die Offenheit der Hallen ermöglicht eine hohe Nutzungsflexibilität bei gleichzeitiger Wahrung des industriellen Charakters.
Ein wesentliches Element der Neuordnung ist die zwischen Alt und Neu angeordnete Gebäudefuge. Diese übernimmt funktionale, räumliche und klimatische Aufgaben. Sie dient als verbindendes und gleichzeitig trennendes Element, organisiert die vertikale Erschließung und schafft einen eigenständigen, galerieartigen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität.
Der Erweiterungsbau ergänzt den Bestand funktional und strukturell. Er nimmt insbesondere konzentrierte Nutzungen wie Büro und Arbeitswelten auf und entlastet damit die großmaßstäblichen Hallenbereiche. Dadurch entsteht eine klare funktionale Differenzierung zwischen öffentlichen, halböffentlichen und internen Nutzungen.
Die Dachlandschaft des Neubaus greift das historische Prinzip des Sheddachs auf und interpretiert es zeitgenössisch weiter. Dabei kommt Holz im Tragwerk des Dachbereichs zum Einsatz. Die konstruktive Ausbildung basiert auf einer präzisen, digital unterstützten Planung und überführt die industrielle Typologie in eine neue architektonische Sprache.
Ergänzt wird das Ensemble durch Brückenbauwerke, die sowohl die interne Erschließung als auch die stadträumliche Vernetzung verbessern. Sie verbinden das Heizwerk mit den angrenzenden Quartieren und setzen gleichzeitig markante städtebauliche Akzente.
Insgesamt entsteht ein Ensemble, das den industriellen Bestand nicht überformt, sondern durch gezielte, reduzierte Eingriffe aktiviert und weiterentwickelt. Das Projekt versteht den Umgang mit dem Bestand als kulturelle und ressourcenschonende Haltung, bei der vorhandene Substanz und gespeicherte Energie als Grundlage der Weiterentwicklung dienen.

Nachhaltigkeit

Das Projekt setzt ein umfassendes Nachhaltigkeits- und Ressourcenkonzept um, das auf der Aktivierung und Weiterverwendung vorhandener Strukturen basiert. Die Regenwassernutzung erfolgt über einen Schluckbrunnen zur Bewässerung der Außenanlagen, der zugleich als Versuchsbohrung zur Prüfung der Untergrundverhältnisse und einer möglichen zukünftigen Grundwassernutzung zur Wärmegewinnung dient.
Zur Reduktion des Trinkwasserbedarfs und des Abwasseraufkommens kommen wassersparende Sanitäranlagen sowie ausgewählte „Best of Class“-Produkte im Sanitärbereich zum Einsatz. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist zudem die konsequente Nutzung der bestehenden Bausubstanz, wodurch die im Gebäude gespeicherte graue Energie erhalten und weiterverwendet wird.
Bei den baulichen Ergänzungen werden überwiegend nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, insbesondere einheimisches Holz in Form von Brettsperrholz (BSP) und Brettschichtholz (BSH), das für konstruktive und raumbildende Interventionen genutzt wird.
Zur teilweisen Eigenenergieversorgung wurde auf den Terrassendächern des Kohlenbunkers eine Photovoltaikanlage installiert, die insbesondere den Veranstaltungsbereich unterstützt. Insgesamt folgt das Projekt einem ressourcenschonenden Ansatz des Weiterbauens im Bestand, bei dem der Energie- und Materialeinsatz minimiert und die vorhandene Struktur langfristig aktiviert wird. Das Heizwerk im Erfurter Stadtteil Brühl wird im Zuge der Sanierung und Erweiterung energetisch nachhaltig entwickelt. Der Erweiterungsbau unterschreitet den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf deutlich und erreicht mit 141,06 kWh/(m²·a) nur 71,2 % des Grenzwerts.
Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Kombination aus Wärmepumpe (Abwärmenutzung) und Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung. Der sommerliche Wärmeschutz wurde nach DIN 4108-2 nachgewiesen und trägt zur Reduzierung des Kühlbedarfs bei. Im Bestand werden aufgrund des Denkmalschutzes energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle nur eingeschränkt umgesetzt, sodass Substanzerhalt und Energieeffizienz in Einklang gebracht werden. Insgesamt verbindet das Projekt effiziente Gebäudetechnik, den Einsatz erneuerbarer Energien und denkmalgerechte Sanierung zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept.

Auszeichnungen

BDA Architekturpreis Thüringen „eins zu eins“ - Ausgezeichnete Bauten in Thüringen 2021

BMWi Preis für Energieoptimiertes Bauen 2011

Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung 2022

Thüringischer Denkmalschutzpreis für die Revitalisierung des Erfurter Heizwerks 2022

Schlagworte

Industriebau, Denkmalschutz, Umnutzung, Bestandserhalt, Weiterbauen im Bestand, Transformation, Heizwerk, Holzbau, Revitalisierung, Sheddach, Arbeitswelten, Ressourcenbewahrung, Nachhaltigkeit, Hybridnutzung, Gastronomie, Veranstaltungsort, Industriearchitektur, Gewehrfabrik

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

 

Sekundärenergie

Sonstige Heizenergie

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

141,10 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

54,50 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

19,00 kWh/(m²a)

Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)

Heizung

37 %

 

Warmwasser

29 %

 

Beleuchtung

10 %

 

Lüftung

1 %

 

Kühlung inkl. Befeuchtung

23 %

Objektdetails

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