Architekturobjekte
Gästehaus My Resilia, Umnutzung und Erweiterung eines Gesindehauses
89611 Obermarchtal, Hauptstraße 6
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: jana brotbeck michael weberruss Architekten PartGmbB
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: jana brotbeck michael weberruss Architekten PartGmbB
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Hauptstraße 6, 89611 Obermarchtal, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
09.2023
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Tragwerkskonstruktion
Ziegelmauerwerk
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Mit der Transformation eines ehemaligen Gesindehauses aus dem Jahr 1887 entstand im historischen Ortskern von Obermarchtal das Gästehaus „My Resilia“. Das Projekt verbindet den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz mit einer zeitgemäßen, nachhaltigen Architektur.
Das sogenannte „Schweizer Haus“, ursprünglich Wohn- und Arbeitsort der Melker des landwirtschaftlichen Hofes, wurde nach Jahrzehnten wechselnder Nutzungen umfassend saniert und um einen Neubau ergänzt. Aus ursprünglich 69 m² Wohnfläche entstand ein barrierefreies Gästehaus mit 195 m² Nutzfläche für sechs Gäste.
Ziel des Entwurfs war es, die bestehende Gebäudestruktur zu erhalten und gleichzeitig einen eigenständigen architektonischen Beitrag hinzuzufügen. Der neue Baukörper wurde bewusst mit Abstand zur historischen Dorfmauer gesetzt und mit einer zurückhaltenden Lärchenholzfassade ausgeführt. So bleibt die Maßstäblichkeit des Ortskerns erhalten und der Bestand weiterhin prägend.
Die historische Fassade des Gesindehauses mit Tuffsteinsockel, Ziegelbögen und gegliederten Fensterfriesen konnte vollständig erhalten und restauriert werden. Der Neubau interpretiert die regionale Bautradition zeitgenössisch und schafft über eine verbindende Fuge einen räumlichen Dialog zwischen Alt und Neu.
Besonderes Augenmerk lag auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonendem Bauen. Große Teile der vorhandenen Konstruktion – darunter Außenwände, Dachstuhl und historische Holzbalken – wurden weiterverwendet. Natürliche Materialien wie Lehmputz, Holzfaserdämmung und regionales Fichtenholz prägen das Raumklima und unterstützen ein diffusionsoffenes Gebäudekonzept.
Der Entwurf setzt zudem auf eine hohe Aufenthaltsqualität durch Tageslicht, Blickbeziehungen und fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Großzügige Verglasungen im Anbau öffnen den Wohnbereich zum Garten und zur Landschaft des Donautals. Gleichzeitig sorgen konstruktiver Sonnenschutz und natürliche Materialien für thermischen Komfort ohne konventionelle Klimatisierung.
Auch energetisch verfolgt das Projekt einen konsequent nachhaltigen Ansatz. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Solewärmepumpe in Verbindung mit einem umgebauten unterirdischen Regenwasserspeicher als Eisspeicher. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. Dadurch erreicht das Ensemble den Standard eines KfW-Effizienzhaus 70.
Mit der Umnutzung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes entstand nicht nur neuer Wohn- und Aufenthaltsraum, sondern auch ein Beitrag zur Revitalisierung des historischen Ortskerns. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Bestandsarchitektur durch präzise Eingriffe, materialgerechte Sanierung und nachhaltige Ergänzungen zukunftsfähig weitergebaut werden kann
Auszeichnungen
SANIERUNGSPREIS 2023, VORBILDLICHES BAUEN IM BESTAND
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
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