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Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2024: Teilnehmer


FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

76189 Karlsruhe, Hansastraße 50

Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT), FakultĂ€t fĂŒr Architektur, Nils MĂŒller

Außenperspektive Straßenseite Einfahrt - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinĂ€ren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Außenperspektive Platzsituation - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinĂ€ren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Innenperspektive Werkhalle - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Modellfotografie - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Umgebungsmodell - FROM TRASH TO TREASURE - Thermoselect-Anlage als Inkubator einer transdisziplinÀren Klimaforschungsplattform des KIT

© Nils MĂŒller

Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT), FakultĂ€t fĂŒr Architektur, Nils MĂŒller

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Hansastraße 50, 76189 Karlsruhe, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

02.2023

GebÀudedaten

Bauweise

Stahlbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und FlĂ€chen

BruttogrundflÀche

15.637 m²

 

GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe

72.710 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Auf dem GrundstĂŒck der seit vielen Jahren stillgelegten Thermoselect Anlage im Areal des Karlsruher Rheinhafens, soll durch die Revitalisierung und Neugestaltung des baulichen Bestands in Verbindung mit einer stĂ€dtebaulichen Überplanung des identitĂ€tsstiftenden eine neue transdisziplinĂ€re Klimaforschungsplattform des Karlsruher Instituts fĂŒr Technologie entstehen und somit das Konzept eines innovativen Klimaforschungscampus mit dem Einbezug des baulichen Bestands. Die unterschiedlichen Bereiche der Klimaforschung des KIT sollen auf einem operativen Campus auf einer Halbinsel im Hafengebiet rĂ€umlich zusammenfinden um gemeinsame Arbeit und Experimente, Austausch und Kommunikation zu ermöglichen. Die bestehende Anlage wird nach einem selbstentwickelten Raumprogramm mit FlĂ€chen der Forschung, Kommunikation, BĂŒro-, Sozial- und BildungsrĂ€umen, sowie einem Boardinghaus architektonisch transformiert und Angepasst und erweitert aber mit großem Respekt vor dem Entwurf von Mario Botta und deren sichtbarer und struktureller QualitĂ€ten. Die Anlage entstand 1999 mit dem Ziel der umweltschonenden thermischen Abfallverwertung als skalierte Kopie des Prototyps in der Schweiz technisch aber auch architektonisch nach dem Konzept von Mario Bottas. Aufgrund diverser technischer Schwierigkeiten wurde die Anlage bereits 2004 stillgelegt.

Die herausragende Thermoselect-Anlage wird stĂ€dtebaulich und konzeptionell ins Zentrum des Entwurfs gesetzt und um weitere Neubauten ergĂ€nzt, welche einen Rahmen um das BestandsgebĂ€ude bilden. Landschaftlich befinden sich im Zentrum befestigte FlĂ€chen, die sich spinnenartig nach außen ausbreiten und so das Zentrum mit den umgebenden GrĂŒnflĂ€chen und dem Hafenbecken verweben. Die Uferbereiche werden zugĂ€nglich und im hinteren Bereich der Halbinsel sind die Testfelder der FakultĂ€ten integriert, formal an die Tanklager angelehnt. Zwischen Haupt- und Neubauten entstehen stĂ€dtische StraßenrĂ€ume, ergĂ€nzt und aufgelockert um ParkplĂ€tze und Pflanzbereiche und ein zentraler Platz, gefasst von Bestand und Neubau. Das alte Industriegleis wird fĂŒr die Stadtbahn umgenutzt, mit einer Haltestelle direkt am Platz.
Das BestandsgebĂ€ude dient mit Laboren, WerkstĂ€tten, der Auswertung und dem Besucherzentrum kĂŒnftig hauptsĂ€chlich der Forschung, im westlichen GebĂ€ude hingegen sind Bibliothek und Mensa kombiniert. In den drei Bauten an der Nordseite befinden sich Boardinghaus, BĂŒro- und SeminarrĂ€ume und in den obersten Geschossen die GewĂ€chshĂ€user der Botanik. An der Ostseite befindet sich eine offene Stahlstruktur als Testfeld fĂŒr die Verschattung von Photovoltaikanlagen.
Das HauptgebĂ€ude wird ĂŒber die ehemalige MĂŒllanlieferung sowie den östlichen Hof zugĂ€nglich gemacht, beide werden nach oben und zur Werkhalle geöffnet und fungieren als Entrance, Foyer und zur Belichtung. Außerdem wird der alte MĂŒllbunker ĂŒber zwei neue Höfe belichtet. Die Nutzungen werden symmetrisch beidseitig des großen Foyers untergebracht, wobei an den Fassaden entlang sĂ€mtliche Laboratorien angeordnet sind und innen, um die Lichthöfe herum, die dienenden Nutzungen. Im EG befinden sich Verwaltung, Cafeteria und das Besucherzentrum.
Das komplette GebĂ€ude wird von Stegen durchzogen und somit vernetzt, zudem wird so eine zusĂ€tzliche Ebene fĂŒr ArbeitsplĂ€tze zur Auswertung geschaffen.
Der Mittelpunkt des HauptgebĂ€udes bildet die Maschine, welche nun durch eine neue gerĂŒstartige Konstruktion gerahmt und somit betont und auf mehreren Ebenen erlebbar gemacht wird. Die SeitenflĂŒgel, rechts und links der Maschine werden durch schottenartige WĂ€nde rĂ€umlich strukturiert und dienen als Werkbereiche u.a. der Verfahrenstechnik. Des Weiteren ergĂ€nzen auskragende Balkone das GerĂŒst um zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze, welche in direkter Sichtbeziehung und Austausch zu den Werkbereichen stehen und so eine neue besondere Arbeitswelt bilden. Die Verbindung von Bestand und neuen Interventionen wird durch ein harmonisches Farb- und Beleuchtungskonzept erreicht. Die Werkhalle mit der Maschine bleibt somit, auch programmatisch, der Mittelpunkt des Entwurfs.
Im Gegensatz zum introvertierten HauptgebĂ€ude sind die Neubauten ĂŒber umlaufende Balkone und eine leichte, filigrane Fassade aus verzinktem Stahl nach außen orientiert und ĂŒber Stege verbunden. Das zentrale verbindende Element aller GebĂ€ude sind die prĂ€genden verglasten SheddĂ€cher, welche denen des Bestands nachempfunden werden. Das Bibliotheks- und MensagebĂ€ude bildet das GegenstĂŒck zum MĂŒllbunker und wird ebenfalls durch ein zentrales Foyer und zwei Lichthöfe, sowie dienenden Kernen gegliedert.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Eine Besonderheit des Entwurfs stellte zum einen die enorme GrĂ¶ĂŸe und Form des GrundstĂŒcks am Ende einer Halbinsel und dessen Lage im Rheinhafen dar, Ziel war es diese BrachflĂ€che wieder vollstĂ€ndig zu Nutzen zu beleben und sie insbesondere auch komplett zugĂ€nglich zu machen um deren Potenzial zu nutzen. HierfĂŒr war auch eine weitgehende stĂ€dtebauliche und landschaftsplanerische Konzeption notwendig. Die GrĂ¶ĂŸte Herausforderung stellte der sehr eigenstĂ€ndige, herausstechende rote Bestandsbau mit seinen RĂ€umlichen und strukturellen Eigenheiten da. Zum einen durch die schiere GrĂ¶ĂŸe der neu zu planenden FlĂ€chen, die Umwandlung eines großen introvertierten Industriebaus zur entsprechenden offenen Campus-Nutzung, aber vor allem auch durch dessen technisches Innenleben. Die Hauptmaschine im Herzen der Anlage, der großen verglasten Halle kann nicht durch massive Eingriffe in die GebĂ€udestruktur entfernt werden und musste somit bestehen bleiben und Teil des Konzepts werden. Die Ikonografie des Bestands und die entsprechende feste Struktur und deren gestalterische und Funktionale Transformierung zu den Nutzungen Forschen, Arbeiten, BĂŒro, Öffentlichkeit, Bildung und Wohnen und die Ausformulierung derer Schnittstelle war die Herausforderung der Arbeit. Der Entwurf wurde auf sĂ€mtlichen Maßstabsebenen ausgearbeitet, von der stĂ€dtebaulichen Setzung und Freiraumgestaltung bis zu konstruktiven Detailfragen. Besonderes Augenmerk lag auf der Ausgestaltung der Werkhalle mit der Maschine im Zentrum, konzeptionell, rĂ€umlich bis zu Belichtung, Farbgestaltung und MaterialitĂ€t der Interventionen.

Energiekonzept & Bauökologie

Bei der Konzeption der GebĂ€ude, insbesondere der Neubauten wurde eine klare Struktur und rĂ€umliche Gliederung gewĂ€hlt, welche die Grundrisse flexibel und offen fĂŒr spĂ€tere programmatische Änderungen und ErgĂ€nzungen machen, wodurch eine Resilienz erzeugt wird. Das Material fĂŒr den Stahlbau kann nachhaltig aus der urbanen Mine gewonnen werden. Abriss wird bei dem Entwurf weitestgehend vermieden.
 

Schlagworte

Bauen im Bestand, Transformation von Industriebauten, Erweiterung, Klimaforschung, Forschung und Bildung, Campus, Umnutzung, Stahlbau, Stahlbetonbau, Industriearchitektur

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