Fritz Bauer Forum Zentrum für Demokratie und Menschenrechte
44803 Bochum, Feldmark 107
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Planplus Gesellschaft für Architektenplanungen mbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Feldmark 107, 44803 Bochum, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
07.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Nutzfläche
940 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei im Umfeld des Bochumer Hauptfriedhofs entstand für die BUXUS STIFTUNG gGmbH das Fritz Bauer Forum als Zentrum für Demokratie und Menschenrechte. Das Gesamtensemble setzt sich aus dem umgebauten Hauptgebäude der früheren Gärtnerei, der denkmalgeschützten ehemaligen Trauerhalle Havkenscheid sowie den neu gestalteten Außenanlagen zusammen.
Ziel der Baumaßnahme war die Entwicklung eines offenen und lebendigen Ortes für Bildung, Forschung, Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Austausch. Das Zentrum erinnert an das Wirken des Juristen, Generalstaatsanwalts und Widerstandskämpfers Fritz Bauer und schafft zugleich Raum für die Auseinandersetzung mit Demokratie, Menschenrechten, Zivilcourage und sozialer Verantwortung.
Umbau des ehemaligen Gärtnereigebäudes
Das vorhandene Gärtnereigebäude wurde grundlegend umgebaut, energetisch ertüchtigt und an die vielfältigen Anforderungen des Fritz Bauer Forums angepasst. Auf einer Nutzfläche von rund 940 m² entstanden Seminar- und Veranstaltungsräume, Büro- und Arbeitsbereiche, ein Podcast-Studio, Ausstellungsflächen, ein Kaminzimmer sowie ein öffentlich zugängliches Café. Ergänzt werden diese Nutzungen durch Foyer-, Aufenthalts-, Neben- und Technikbereiche.
Die unterschiedlichen Funktionsbereiche wurden in einer klaren und nachvollziehbaren Raumstruktur organisiert. Flexible Raumzuschnitte ermöglichen sowohl kleinere Bildungsangebote und Besprechungen als auch größere Veranstaltungen, Filmvorführungen und Versammlungen. Transparente Raumabschlüsse und großzügige Blickbeziehungen unterstützen die Orientierung innerhalb des Gebäudes und fördern die Kommunikation zwischen den verschiedenen Nutzungsbereichen.
Großformatige Glasfassaden öffnen das Gebäude zu den Außenanlagen und sorgen für eine intensive natürliche Belichtung der Innenräume. Die offene Fassadengestaltung unterstreicht den einladenden und inklusiven Charakter des Hauses. Geschlossene Fassadenbereiche wurden energetisch ertüchtigt und mit einem Wärmedämmverbundsystem in abgestuften Grau- und Dunkelgrautönen ausgeführt.
Das innenräumliche Materialkonzept verbindet robuste und authentische Materialien mit warmen Oberflächen. Sichtbeton, unbehandelter beziehungsweise zurückhaltend behandelter Stahl und Einbauten aus Eschenholz prägen die Gestaltung. Akustisch wirksame Holzfaserdecken verbessern die Raumakustik insbesondere in den Seminar-, Aufenthalts- und Veranstaltungsbereichen und tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei.
Die wesentlichen Nutzungsbereiche sind barrierefrei erschlossen. Ein Aufzug verbindet die unterschiedlichen Gebäudeebenen. Ergänzend wurden die erforderlichen barrierefreien Sanitär- und Bewegungsflächen hergestellt.
Fritz Bauer Bibliothek
Die denkmalgeschützte ehemalige Trauerhalle Havkenscheid bildet das architektonische und ideelle Herzstück des Gesamtensembles. Der markante Bestandsbau der Nachkriegsmoderne wurde behutsam instand gesetzt und zu einer modernen Bibliothek mit Veranstaltungs- und Recherchebereichen umgenutzt.
Die charakteristische Sichtbetonarchitektur sowie die farbigen Bleiverglasungen wurden erhalten und denkmalgerecht saniert. Vorhandene Schäden an Betonoberflächen, Bewehrung und Verglasungen wurden fachgerecht instand gesetzt. Die Sichtbetonfassaden erhielten anschließend einen dauerhaften Schutz, ohne den ursprünglichen architektonischen Ausdruck des Gebäudes zu verändern.
Im Innenraum wurde eine eigenständige, begehbare Bücherregalanlage aus Stahl und Holz eingestellt. Sie strukturiert den hohen, offenen Raum, schafft zusätzliche Ebenen und Leseplätze und nimmt zugleich wesentliche Bestandteile der technischen Gebäudeausrüstung auf. Dadurch konnten die für die neue Nutzung erforderlichen technischen Installationen in die Gestaltung integriert werden, ohne die denkmalgeschützte Gebäudesubstanz unnötig zu beeinträchtigen.
Durch den Einbau moderner Heizungs- und Lüftungstechnik wurde das ursprünglich unbeheizte Gebäude für eine ganzjährige Nutzung ertüchtigt. Die besondere Raumwirkung der ehemaligen Trauerhalle mit ihren Sichtbetonflächen, dem zentralen Oberlicht und den farbigen Verglasungen blieb dabei erhalten und wurde durch die neue Nutzung weiterentwickelt.
Energie- und Nachhaltigkeitskonzept
Ein wesentlicher Bestandteil des Bauvorhabens ist die nachhaltige und ressourcenschonende Weiterentwicklung des vorhandenen Gebäudebestands. Durch die Umnutzung der bestehenden Gebäude konnten große Teile der vorhandenen Bausubstanz erhalten und dauerhaft einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Die Wärme- und Kälteversorgung des Ensembles erfolgt unter Einbindung von Geothermie. Abhängig von der Jahreszeit kann das System zur Beheizung beziehungsweise zur Kühlung der Gebäude eingesetzt werden. Ergänzend wurden moderne Heizungs-, Lüftungs-, Mess-, Steuerungs- und Regelungsanlagen installiert. Teile der Dachflächen wurden als Gründächer ausgeführt. Diese verbessern das Mikroklima, unterstützen die Rückhaltung von Niederschlagswasser und leisten einen Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Standorts.
Außenanlagen
Die Außenanlagen wurden als verbindendes Element zwischen dem Hauptgebäude, der Fritz Bauer Bibliothek und den angrenzenden Grundstücksbereichen neu gestaltet. Befestigte Wege-, Platz- und Aufenthaltsflächen ermöglichen eine sichere und barrierearme Erschließung der Gebäude. Grünflächen, Pflanzungen und unterschiedlich gestaltete Aufenthaltsbereiche schaffen eine hohe Freiraumqualität und ergänzen die Bildungs- und Veranstaltungsnutzungen im Außenbereich.
Die Gestaltung berücksichtigt den besonderen Charakter des Standorts zwischen ehemaliger Gärtnerei, Friedhofslandschaft und denkmalgeschützter Architektur. Der Außenraum dient dabei nicht nur der Erschließung, sondern wird als eigenständiger Begegnungs- und Veranstaltungsort verstanden.
Zusammenfassung
Mit dem Fritz Bauer Forum wurde ein ehemals gewerblich und funktional geprägter Gebäudebestand zu einem offenen, zukunftsorientierten Zentrum für Demokratie und Menschenrechte weiterentwickelt. Der sensible Umgang mit der denkmalgeschützten ehemaligen Trauerhalle, die Weiterverwendung der bestehenden Bausubstanz, die zeitgemäße technische und energetische Ausstattung sowie die offene und transparente Gestaltung des Hauptgebäudes verbinden Bestandserhalt und moderne Architektur.
Das Ensemble bietet flexible Räume für Forschung, Bildung, Veranstaltungen, Ausstellungen, kulturelle Angebote und persönliche Begegnungen. Es schafft damit einen dauerhaft nutzbaren Ort, an dem Geschichte vermittelt, gesellschaftliche Verantwortung diskutiert und demokratisches Engagement gefördert werden kann.
Beschreibung der Besonderheiten
Auszeichnungen
Annerkennung LWL Baukulturpreis 2025
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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