Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Freiwillige Feuerwehr Radebeul Ost
01445 Radebeul, Schildenstraße 19
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: RICHTER MUSIKOWSKI Architekten PartGmbB
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Schildenstraße 19, 01445 Radebeul, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
03.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahl
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
6.425 m³
Bruttogrundfläche
1.402 m²
Nutzfläche
902 m²
Verkehrsfläche
109 m²
Grundstücksgröße
7.492 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Feuerwehr befindet sich am Übergang zwischen Stadtraum und der agrarwirtschaftlich genutzten Landschaft. Aus den vorgefundenen Bauformen entwickelt der Neubau eine eigenständige Gebäudetypologie: Gläserne Gewächshäuser und historische Satteldachhäuser werden in einen L-förmigen Baukörper mit Profilbauglas-Fassade und einem Grabendach mit mehreren Giebeln übersetzt.
Mit seiner geschlossenen Seite zu den Gleisanlagen schirmt die Gebäudefigur das Grundstück nach Norden hin ab. Die Fahrzeughalle orientiert sich zur Straße und bietet mit den großen Falttoren ein Schaufenster, das die Einsatzflotte zeigt – Präsenz und Bereitschaft werden sichtbar. Im Süden entsteht ein geschützter Hof mit Blick in die Landschaft, der Raum für Übungen, Arbeiten im Freien und gemeinschaftliche Aktivitäten bietet.
Zwei Vordächer gliedern den Bau: das Vordach am Alarm-Hof als Stauraum für ausrückende Fahrzeuge und der zurückgesetzte Eingang im Hof als Entrée.
Die Fassade aus transluzentem Profilbauglas erzeugt ein vielschichtiges Spiel aus Transparenz, Reflexion und Licht. Je nach Blickwinkel und Tageszeit verändert sich ihr Erscheinungsbild und verleiht dem industriellen Material eine überraschende Leichtigkeit. Hinter der hinterlüfteten Glashülle dient die lichtblau getönte Putzfassade als Farbebene der Fassade und tritt mit dem natürlichen Grün-Schimmer des Glases in Dialog, was dessen leuchtende Wirkung verstärkt. Während der Innenraum der Fahrzeughalle durch die Glasfassade nur schemenhaft wahrnehmbar bleibt, öffnen sich die transparenten Toranlagen zum Alarm-Hof und schaffen einen direkten Bezug zwischen Gebäude und öffentlichem Raum.
Die Material- und Farbgestaltung wird in den Bereichen der Vordächer konsequent fortgeführt. Gelochte Stegbleche und glatte Metalloberflächen in der Farbe der hinteren Fassadenebene ergänzen die Glasfassade und prägen gemeinsam das einheitliche Erscheinungsbild des Gebäudes.
Der Neubau stellt sich zeitgemäße Fragen: Wie kann man mit einer rein funktionalen Bauaufgabe stadträumliche Qualitäten schaffen? Wie können Bauwerke im Bereich der Infrastruktur Identitätsstiftend wirken? Wie geht man sorgfältig mit den städtischen Zwischenräumen – am Übergang zwischen Stadt und Landschaft um?
Beschreibung der Besonderheiten
Über eine eigene Zu- und Ausfahrt erreichen die Rettungskräfte mit PKW oder Fahrrad das Feuerwehrgebäude. Die Stellplätze sind unmittelbar am südlichen Grundstücksrand angeordnet und ermöglichen einen direkten Zugang zum Gebäude. Vom Eingangsbereich gelangen die Einsatzleute auf kürzestem Weg zu den Umkleiden und weiter in die Fahrzeughalle. Die Einsatzfahrzeuge rücken über den vorgelagerten Stauraum direkt auf die Schildenstraße aus.
Eine Umfahrung erschließt den rückwärtigen Bereich des Grundstücks und ermöglicht es allen Fahrzeugen, einschließlich der Leiterwagen, die Fahrzeughalle ohne Rangiermanöver in Fahrtrichtung anzufahren.
Das Gebäude gliedert sich in ein- und zweigeschossige Bereiche. Im Erdgeschoss befinden sich sämtliche einsatzrelevanten Funktionen wie Fahrzeughalle, Umkleiden, Bereitschaftsraum, Lager- und Sanitärräume. Ihre Anordnung ermöglicht kurze Wege und direkte Verbindungen zwischen den einzelnen Bereichen. Die Umkleiden sind unmittelbar mit der Fahrzeughalle und den Sanitärräumen verknüpft. Der Flur in der Mitte des Gebäudes verbindet alle Räume mit dem Foyer, über das man auch das Obergeschoss erschließen kann.
Die Räume mit längerer Aufenthaltsdauer, darunter Schulungsräume, Verwaltung, Jugendbereich aber auch Kleiderkammer und Technikbereiche, sind im zweigeschossigen Gebäudeteil untergebracht. Ein gemeinsamer Luftraum verbindet und belichtet die Flure auf beiden Ebenen.
Nachhaltigkeit
Die Energieversorgung des Gebäudes erfolgt strombasiert. Eine Luft-Wärmepumpe nutzt Umweltenergie zur anteiligen Deckung des Heizenergiebedarfs. Ergänzend sorgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung insbesondere in den feuchtebelasteten Bereichen der Waschhalle für eine effiziente Nutzung der vorhandenen Abluftwärme.
Solarenergie:
Das Dach bietet durch die Schrägstellung und Südausrichtung ideale Voraussetzungen für eine lokale, nachhaltige Gebäudeversorgung. Aktuell ist nur eine der vier südorientierten Dachflächen mit Photovoltaikanlagen belegt, die das Gebäude mit Sonnenstrom versorgt. Alle Dachflächen sind statisch so ausgeführt, dass ihnen eine vollständige Belegung mit Photovoltaik vorbehalten ist. So kann die derzeit installierte Fläche von etwa 60 m² perspektivisch auf rund 500 m² erweitert werden.
Robustheit und Zirkularität:
Das Gebäude verfügt über eine robuste Tragstruktur, die die Langlebigkeit des Bauwerks garantiert. Die Profilbaugläser der Fassade können durch das Zerschneiden der Silikonfuge einzeln entnommen werden und im Schadensfall separat ersetzt werden. Gleichermaßen sind das Lochblech der Metallfassade im Eingangsbereich, die Stahlwinkel der Unterkonstruktion sowie alle Bleche untereinander verschraubt, wodurch eine einfache Demontage der Elemente ermöglicht wird. Alle Bauteile der Fassade können so in Einzelteilen abgenommen und in gleicher Qualität an anderer Stelle wiederverwendet werden.
Auszeichnungen
Nominierung DAM-Preis 2027
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Strom
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
140,00 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
60,80 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
17,90 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
68 %
Warmwasser
11 %
Beleuchtung
10 %
Lüftung
11 %
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Stellplätze
6
Das Objekt im Internet
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