freitagsfrei
51580 Löffelsterz, Schanzenweg 1
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: DIIIP Projekt GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Schanzenweg 1, 51580 Löffelsterz, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
08.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Sonstige
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
365 m³
Bruttogrundfläche
44 m²
Nutzfläche
16 m²
Verkehrsfläche
6 m²
Wohnfläche
55 m²
Grundstücksgröße
5.000 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Als Architekt, Baufrau und Ausführende zugleich wurde der Umbau zum Experimentierfeld. Konstruktionen wurden zum Zweck der baulichen Eigenleistung vereinfacht und folgen keinem gestalterischen Selbstzweck. Sie dokumentieren einen Planungsprozess, in dem Entwerfen und Bauen untrennbar und situativ miteinander verbunden sind.
Die Eingriffe in die Bestandskubatur beschränken sich auf funktionale Notwendigkeiten. Durch Aufstocken einer Außenwand entsteht offener Dachraum mit durchgehender Stehhöhe, neue Öffnungen ergänzen raumbildend die vorhandenen Fenster. Das Haus bleibt zur Straße zurückhaltend und öffnet sich selbstverständlich zur Landschaft. Architektur wird dabei weniger über Form als über Orientierung, Licht und Blickbeziehungen erfahrbar.
Auch die Materialwahl folgt keiner gestalterischen Inszenierung, sondern einer konstruktiv-nachhaltigen Logik. Regionale Holzfenster, Grauwacke aus dem benachbarten Steinbruch, Naturkalk, Holzfaser- und Strohdämmung, sägerauhe Schalung, verwitternde Metalloberflächen und flächenbündig integrierte Photovoltaik bilden ein gleichwertiges Gefüge aus traditionellen und zeitgenössischen Baustoffen. Wiederverwendete Bauteile aus vorausgegangenen Büroprojekten sind selbstverständlicher Bestandteil der Konstruktion.
Nachhaltigkeit wird dabei nicht über Kennwerte definiert, sondern als Frage des Bauens verstanden – Konstruktionen so entwickeln, dass sie verständlich, (selbst-)reparierbar und veränderbar bleiben. Photovoltaik, Sole-Wärmepumpe und Batteriespeicher bilden lediglich die energetische Grundlage eines Hauses, dessen Nachhaltigkeit vor allem in seiner konstruktiven und materiellen Einfachheit liegt.
Im Inneren orientiert sich die räumliche Organisation an der Typologie der bergischen Stube. Küche, Feuerstelle und Wohnen bilden den gemeinschaftlichen Mittelpunkt. Ein verspiegelter Funktionskern fasst Haustechnik, Stauraum und Kamin zusammen und reflektiert Licht sowie Landschaft tief in das Gebäude. Die Räume bleiben bewusst offen für unterschiedliche Lebenssituationen. Gästezimmer können zu Arbeits- oder Bewegungsräumen werden, das vorgelagerte Podest aus Gerüstbauteilen erweitert den Wohnraum in den Garten und schafft einen Ort zwischen Architektur und Landschaft.
Das Projekt endet nicht mit seiner Fertigstellung. Als Ferienhaus, Lernort und Begegnungsstätte sowie durch den kontinuierlichen Austausch mit Nachbarschaft, Handwerk und regionalen Betrieben wird freitagsfrei zum Ort der Architekturvermittlung.
freitagsfrei zeigt, dass der bauliche Bestand auf dem Land weit mehr ist als eine Ressource für architektonische Transformation. Weiterbauen schafft nicht nur räumliche Qualität, sondern stärkt regionale Wertschöpfung, gemeinschaftliches Handeln und baukulturelle Identität.
Beschreibung der Besonderheiten
Planung und Ausführung wurden nicht getrennt gedacht. Entscheidungen entstanden teilweise erst während des Bauens und wurden unmittelbar konstruktiv umgesetzt.
Konstruktionen wurden nicht vereinfacht, um Kosten zu sparen, sondern so entwickelt, dass sie verständlich, präzise und in Eigenleistung realisierbar sind.
Verbindung regionaler und zeitgenössischer Baustoffe
Grauwacke, Naturkalk, Holzfaser und Stroh treffen auf Photovoltaik, Wärmepumpe und Batteriespeicher – ohne gestalterischen Gegensatz.
Neuinterpretation der bergischen Stube
Der traditionelle zentrale Wohnraum wird in eine zeitgemäße, offene Wohnorganisation übersetzt. Nutzboden zum Eingang und Garten. Holzboden im Rückzugsbereich.
Verspiegelter Funktionskern
Ein einziges Einbaumöbel bündelt Haustechnik, Stauraum und Feuerstelle und bringt durch seine Spiegeloberflächen Licht und Landschaft tief in das Gebäude. Dieses Element besitzt einen hohen Wiedererkennungswert.
Architektur über Licht und Landschaft
Die räumliche Qualität entsteht weniger durch expressive Form als durch gezielte und großformatige Öffnungen in die Natur, Spiegelungen und offene Dachräuume.
Gerüstpodest als Schwelle
Die Terrasse aus Gerüstbauteilen versteht sich nicht als klassische Terrasse, sondern als konstruktive Erweiterung des Wohnraums zwischen Haus und Landschaft.
Gebäude als Lernort
Das Haus endet nicht mit seiner Fertigstellung. Es dient als Ferienhaus, Experimentierfeld und Ort der Architekturvermittlung und entwickelt sich kontinuierlich weiter.
PV als flächenbündige Dachhaut
Auszeichnungen
Noch unveröffentlicht
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Geothermie
Sekundärenergie
Strom
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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