Bewegungsparkour Peter von Heydt Schule in Hunsheim, Gemeinde Reichshof
51580 Reichshof, Dorner Weg 24
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ST-Freiraum Landschaftsarchitekten
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Dorner Weg 24, 51580 Reichshof, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
06.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Sonstige
Raummaße und Flächen
Grundstücksgröße
13.360 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
1.125.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Neben der Aufwertung des Schulgeländes, der Schaffung eines Jugendbereichs und dem sozialen Miteinander im Sport wurden bei dieser Maßnahme die Themen Klimaschutz und Ökologie im Besonderen betrachtet. Durch Aufwertung von Vegetationsflächen, einer Erhöhung der Biodiversität, Entsiegelung von Flächen wurde diesen Punkten in der Planung besondere Beachtung geschenkt.
Das östlich angrenzende Sportzentrum stellt seit je her einen bedeutenden Standort im vereinsgebundenen Sportangebot dar. Die zahlreichen Sportangebote sind jedoch den jeweiligen Vereinsmitgliedern vorbehalten. Um auch der breiten Öffentlichkeit Möglichkeiten zu Bewegung und Spiel zu geben, wurde auf Teilen der vorhandenen Tennisplätze ein Kleinspielfeld errichtet. Da der bisherige Sportplatz mit Naturrasen belegt ist und durch Nutzungen bei Regen Schaden nimmt, sollte ein neues Kleinspielfeld aus Kunstrasen mit den Maßen 40 x 35 m das bestehende Angebot erweitern und an Schlechtwettertagen als Ausweichfläche genutzt werden.
Zudem wurde auf dem noch freien Grundstück unmittelbar angrenzend an den Schulhof im Kreuzungsbereich des Pastor-Göbel-Wegs mit der Berghausener Straße ein Ort für Jugendliche geschaffen.
Die Planung wurde von einem intensiven Partizipationsprozess begleitet, um die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die lokalen Akteure mit ihren unterschiedlichen Interessen einzubinden.
Die Zentrale Idee: Bewegung für alle
Zentraler Baustein zur Erweiterung des Spiel-, Sport- und Bewegungsangebots ist die Aufwertung des bestehenden Schulhofs sowie die Einbeziehung weiterer, bislang anderweitig genutzter Freiflächen. Im Netzwerk der Akteure, dem Miteinander von Schule, Vereinssport und öffentlicher Nutzung, ist ein breit gefächertes Bewegungsangebot entstanden. Zur Realisierung wurden bestehende Grenzen aufgehoben und attraktive Flächen mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Die Gestaltung erfolgte unter intensiver Einbeziehung der örtlichen Akteure. Mit verschiedenen, spezifisch aufeinander abgestimmten Spiel- und Bewegungsangeboten wurde ein Bewegungsparkour geschaffen, der an die örtlichen Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen angepasst, eine umfassende Versorgung mit öffentlich zugänglichen Angeboten sicherstellt. Durch die Errichtung des Bewegungsparkours sowie durch die intensive Partizipation der unterschiedlichen Akteure wurde in Hunsheim ein Identifikationsort für alle Nutzergruppen geschaffen.
Die Erschließung
Im Sinne einer barrierefreien Nutzbarkeit wurden sämtliche Teilflächen ebenflächig erschlossen. Die Zugänge zu den jeweiligen Teilräumen erfolgen über den öffentlichen Raum und sind jederzeit öffentlich zugänglich.
Der Schulhof ist sowohl von Westen über den Pastor-Göbel-Weg als auch von Norden über den Dörner Weg jederzeit barrierefrei zu erreichen. Die freie Zugänglichkeit für das Kleinspielfeld ist unabhängig vom Sportbetrieb über einen vom Dörner Weg kommenden Fußweg gesichert. Das Kleinspielfeld hat im Anschlussbereich zur Schwimmhalle keine geschlossene Umzäunung, sodass die Öffentlichkeit dauerhaften Zugang erhält. Der Jugendbereich südlich des Schulhofs ist durch einen Zugang über den Pastor-Göbel-Weg frei zugänglich.
Der Schulhof
Bedingt durch die Topographie teilt sich der Schulhof in zwei Ebenen. Unter Erhalt der Höhenlagen erhielten beide Teilflächen eine neue Oberflächenbefestigung. Während die dem westlichen Zugang zugewandte Platzfläche mit hellgraufarbenem Betonsteinpflaster und Intarsien aus dunklem Pflasterbelag befestigt wurde, erhielt die östlich anschließende, um ca. 2,00 m erhöht liegende Sport- und Bewegungsfläche eine fugenlose Befestigung aus Asphalt. Zwischen den Plätzen bietet ein Spielaufstieg aus Seilen und Netzen die Möglichkeit, die Höhe spielerisch zu erklimmen. Den nötigen Fallschutz bietet ein farbiger Belag aus EPDM-Granulat. Der reguläre Aufstieg erfolgt über eine breite Treppenanlage mit Betonsitzelementen. Während die Asphaltfläche mit ihrem ebenflächigen Belag mit einem neuen Streetballkorb und einer seitlich anschließenden Spielkombination mit Spielhaus ausgestattet wird, findet das Kinderspiel im Bereich der unteren, gepflasterten Platzfläche an den vorhandenen Spielgeräten statt.
Das Grüne Klassenzimmer
Unter den im Bereich des östlichen Schulzugangs bestehenden Bäumen bieten graufarbene Betonsitzblöcke die Möglichkeit für Schulunterricht im Freien. An der Schnittstelle zwischen Schule, Sport und Zugang zum Kleinsportfeld bieten Sie einen gemeinsamen Treffpunkt für alle Nutzergruppen.
Das Kleinspielfeld
Im Bereich der zwei westlich gelegenen Tennisplätze wurde ein Kleinspielfeld mit einem Flächenbelag aus Kunstrasen errichtet. Mit einer Abmessung von 40m x 35m erweitert dieses Feld das bestehende, vereinsgebundene Sportangebot um eine attraktive, öffentlich nutzbare und frei zugängliche Fläche für jegliche Ballsportarten.
Als Ergebnis der Gespräche mit den örtlichen Akteuren sollte hier das bestehende Sportangebot geöffnet werden, um freien Sport, Schulsport und den vereinsgebundenen Sport zusammen zu führen. Im Bereich der bestehenden Böschung zwischen Kleinspielfeld und Rasenplatz bildet eine mit Betonstufen und Sitzblöcken befestigte Stufenanlage eine Tribüne für das nach Süden anschließende Rasensportfeld.
Neben einer Neuordnung der Erschließungswege ist eine auf die örtlichen Verhältnisse angepasste Einfassung des Kleinspielfeldes zwingende Voraussetzung für ein konstruktives Miteinander der verschiedenen Akteure. Als Ergebnis des intensiven Dialogs im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurde das Kleinspielfeld zum bestehenden Tennisplatz mit einem blickdichten, 5,00 m hohen Ballfangzaun abgegrenzt. Die Ballfangzäune an den Torseiten wurden in klassischer Bauweise erstellt. Somit ist ein gleichzeitiger Betrieb der Sportnutzungen auch auf engem Raum möglich. Durch die Transparenz der Zäune ist eine Einsehbarkeit des Spielfeldes aus den umgebenden Aufenthaltsflächen möglich. Somit können die sportlichen Aktivitäten im Besonderen von der Tribüne aus verfolgt und begutachtet werden.
Der Parkour
Südlich an das Schulgelände anschließend bietet eine Funsportanlage ein attraktives Angebot für Jugendliche und Sporttreibende. Im westlichen Bereich bietet eine Parkouranlage mit Wetterschutz einen altersgerechten Treffpunkt für Jugendliche. Im hinteren, östlichen Bereich bietet eine Calisthenicsanlage ein neues Sportangebot. Sowohl der Parkour als auch die Calesthenicsanlage bieten die Möglichkeit, die eigene Geschicklichkeit, Bewegungsfähigkeit und Ausdauer durch das Training mit dem eigenen Körpergewicht zu fördern. Mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden richtet sich der Parkour sowohl an jüngere Jugendliche, die den Einstieg in das Parkouring erst noch finden müssen, als auch an Fortgeschrittene, die besondere Schwierigkeiten suchen, um Ihre Fähigkeiten zu beweisen. Mit einem Flächenbelag aus Betonsteinpflaster und gebundenem EPDM-Granulat ist die Fläche robust gegen Vandalismus und die erwartungsgemäß hohe Beanspruchung ausgestattet.
Die Calesthenicsanlage richtet sich altersübergreifend an alle Sporttreibenden im Ort und darüber hinaus. Durch verschiedene Elemente können sämtliche Körperregionen gezielt trainiert werden. So wurde in diesem Bereich ein vielfältiges Angebot für Jugendliche und Sporttreibende geschaffen. Das im Bereich der befestigten Fläche anfallende Niederschlagswasser wird in die seitlich angrenzende Wiesenfläche geleitet und dort zur Versickerung gebracht.
Diese Wiesenfläche selbst wird weiterhin regelmäßig als Fest- und Zirkuswiese genutzt.
Das Umfeld
Inmitten der umgebenden Wohnbebauung verfügt das Schul- und Sportgelände über einen grünen Rahmen. Durch die städtebaulich erforderliche Einfassung erfolgt einerseits eine räumliche Fassung des Areals sowie andererseits eine Anbindung an den umgebenden Stadtraum. Die Freifläche östlich des Sportgeländes wird neu geordnet und bietet eine Fußwegeverbindung vom Lehmelsweiher zum Robert-Dürbeck-Weg. Kleine Baumhaine und solitärstehende Obstgehölze begleiten den Weg durch eine blütenreiche Wiese aus heimischem Saatgut. Der extensive Charakter sowie die Verwendung standortgerechter Pflanzenarten bieten eine innerörtliche Grünfläche mit einem hohen Artenschutzpotenzial. Durch den hohen Blütenbestand und ein daraus resultierendes hohes Nahrungsangebot wird die Ansiedlung von Insekten gefördert. Zu diesem Zweck wurden Insektennisthilfen errichtet, um neben Nahrung auch Lebensraum und Schutzbereiche zu schaffen.
Der Klimaschutz
Die geplante Umgestaltung berücksichtigt im Besonderen die Aspekte des Klimaschutzes. Die Einleitung des anfallenden Niederschlagswassers in das Kanalnetz ist deutlich reduziert. Allgemein soll so viel Niederschlagswasser wie möglich von den befestigten Flächen in umliegende Vegetationsflächen versickert werden.
Die vorhandenen Vegetationsflächen, vor allem die östlich gelegene Freifläche, wird durch die Aussaat von heimischem Saatgut aufgewertet. Dies führt zu einer Erhöhung der Biodiversität und zu mehr Artenreichtum. Durch die gezielte Pflanzung heimischer, alter Obstgehölze wird zudem der Erhalt dieser Sorten gefördert.
Die Partizipation
Die Planung der Freianlagen erfolgte unter kontinuierlicher Beteiligung der Anwohner sowie der örtlichen Akteure.
Die Wirtschaftlichkeit
Die Neugestaltung der Freianlagen folgt konsequent dem Gedanken der wirtschaftlichen Nach-haltigkeit. Bei der Neugestaltung der Vegetationsflächen wurde auf pflegeintensive Pflanzungen verzichtet. Durch die zum Teil extensive Gestaltung und die Verwendung hochwertiger Materialien konnte der Unterhaltungsaufwand minimiert werden.
Schlagworte
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